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Sparen ohne Frieren: Die Heizung effektiv nutzen

Berlin In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Heizkosten eines Haushalts im Schnitt verdoppelt.

Wer Heizenergie sparen möchte, muss aber nicht gleich frieren. Denn mit Verhaltensänderungen und kleinen Investitionen lässt sich die Rechnung drosseln.

Längst ist die jährliche Heizkostenabrechnung für viele Mieter zur «zweiten Miete» geworden. «Denn über Investitionen in Wärmedämmung, Wärmeschutzfenster oder eine moderne Heizungsanlage entscheidet der Vermieter», erklärt Ulrich Ropertz von Deutschen Mieterbund in Berlin. Nur in Ausnahmen könne ein Mieter hier Einfluss nehmen. Mit einfachen und kostengünstigen Maßnahmen können Mieter aber selbst ihre Heizkosten reduzieren.

«Wer nur so viel heizt, wie er wirklich benötigt, kann seine Heizkosten deutlich senken», erklärt Thomas Kwapich von der Deutschen Energie-Agentur in Berlin. Jedes Grad weniger spare Geld und Energie. Eine Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad bringt bereits sechs Prozent Energieeinsparung.

«Die Heizung zu drosseln bedeutet aber nicht, dass in der Wohnung gefroren werden soll», betont Kwapich. Vielmehr komme es darauf an, nicht mehr Energie zu verbrauchen als nötig. Ungenutzte Räume sollten nicht kälter als circa 16 Grad sein. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit an den Wänden niederschlägt und Schimmelpilz bildet. Auch wenn Energie gespart werden soll, dürfe das Lüften nicht vergessen werden.

Der richtige Umgang mit Thermostatventilen spart Energie. «Das Thermostatventil ist kein Wasserhahn», erläutert Jörg Huber von der Verbraucherzentrale Hamburg. Es lasse nicht umso mehr Wärme durch, je weiter man es aufdrehe. Ist das Ventil nur ein Grad über der aktuellen Raumtemperatur eingestellt, so sei das Ventil bereits voll geöffnet. Ein Grad darunter schließe es. Ein kaltes Zimmer werde nicht schneller warm, wenn das Thermostatventil bis «5» aufgedreht wird. Durch das volle Aufdrehen heize das Ventil lediglich über die gewünschte Temperatur unnötig den Raum auf.

«Bei großen Anlagen, die nicht optimiert wurden, können Mieter Thermostatventile nachts von Hand schließen», rät Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (SHK) in St. Augustin bei Bonn. Auch der Austausch von Thermostatventilen gegen elektronische Thermostatventile mit Zeitsteuerung sei möglich. Dadurch könne der Mieter beispielsweise seine eigene Nachtabsenkung programmieren.

«Mieter dürfen neue Thermostate selbst montieren oder durch einen Fachmann anbringen lassen», sagt Ropertz. Die alten Thermostatköpfe sollten jedoch aufbewahrt werden, da sie dem Vermieter gehören und beim Auszug wieder anzubringen sind.

Luft im Heizkörper verbraucht teure Energie. «Das Heizwasser kann den Heizkörper durch die Luft nicht mehr vollständig erwärmen. Dadurch wird das Heizsystem ineffizienter und es dauert länger, bis der Raum die gewünschte Temperatur erreicht», erklärt Kwapich. Ob sich Luft im Heizkörper befindet, erkenne man an gluckernden Geräuschen oder dadurch, dass der Heizkörper nicht richtig warm werde, obwohl das Thermostat voll aufgedreht ist.

Mit einem speziellen Schlüssel lassen sich Heizkörper einfach entlüften. Damit ein Heizkörper energieeffizient funktioniert, sollte die Luft ungehindert an ihm vorbeiströmen. Möbel, lange Vorhänge oder Verkleidungen dürfen den Heizkörper auf keinen Fall verdecken.

Heizkörpernischen sind oft Schwachstellen im Wärmeschutz. «Deshalb sollte hinter Heizkörpern isoliert werden, am besten mit Reflexionsplatten», rät Huber. Alternativ könne auch eine bis zu fünf Zentimeter starke alubeschichtete Styroporplatte als Dämmung dienen. Allerdings müsse diese vollflächig aufgeklebt werden, damit es nicht zu Schimmelbildung kommt. Weil solche Nischen oft schwer zugänglich sind, sollte möglichst ein Fachmann sie isolieren.

Gegen ungewolltes Dauerlüften durch Fugen und Ritzen an Fenster und Türen helfen elastische Dichtungsbänder. Für Türunterkanten gibt es bewegliche Dichtprofile und Bürstendichtungen. «Diese Abdichtungsmaßnahmen an Fenstern und Türen sind auch Mietern grundsätzlich erlaubt», sagt Ropertz. Denn das Einkleben der Dichtung und das Anbringen von Leisten sei kein Eingriff in die Bausubstanz und könne beim Auszug entfernt werden. Optimieren alter Heizungsanlagen In vielen Kellern schlummert noch reichlich Sparpotenzial. Denn nicht immer muss die gesamte Heizungsanlage ausgetauscht werden. In manchen Fällen helfen auch geringe Investitionen in die bestehende Anlage, um Energie zu sparen. «Eine Optimierung der Heizungsanlage durch Fachhandwerker bringt im Schnitt 13 Prozent Energieersparnis und 0,42 Euro pro Quadratmeter und Jahr für Stromeinsparung», erklärt Ebisch. Dazu gehören zum Beispiel das Auswechseln der Pumpe, ein hydraulischer Abgleich oder die Verbesserung der Rohrdämmung. Von Stephanie Hoenig, dpa

dpa-infocom


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