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Film

Noch alles unklar: «Oscar-Buzz» in Hollywood

Los Angeles Es ist kein «Titanic»- oder «Herr der Ringe»- Jahr, in dem alle Oscar-Hoffnungen auf wenigen Filmen ruhen.

Noch gibt es keinen «Gewinner» wie im Vorjahr, als die «Blind Side»-Schauspielerin Sandra Bullock als klare Favoritin gehandelt wurde und am Ende auch das Gold nach Hause holte. Diesmal ist alles offen, und der «Oscar- Buzz» - das Getuschel über die Favoriten - damit umso spannender.

Einige Oscar-Kandidaten sorgen schon vor ihrem Kinostart für Wirbel. Das Western-Remake «True Grit» der Coen-Brüder läuft erst Ende Dezember in den US-Kinos an. Die Neuinterpretation des John-Wayne-Klassikers «Der Marshall» (1969) mit Matt Damon, Jeff Bridges und Josh Brolin wird mit Spannung erwartet. Joel und Ethan Coen hatten mit «No Country for Old Men» 2008 vier Oscars gewonnen, darunter für Regie und Top-Film.

Nicole Kidman erhält bereits jetzt Applaus für ihre Rolle als verzweifelte Mutter nach dem Tod ihres kleinen Sohnes in dem Drama «Rabbit Hole». Oscar-Preisträger Peter Weir meldet sich kurz vor Jahresende mit dem Drama «The Way Back» zurück. Colin Farrell spielt einen der Sträflinge, denen die abenteuerliche Flucht aus einem sibirischen Gulag gelingt.

Nach den Oscar-Regeln müssen alle Kandidaten vor Ende Dezember in den USA auf der Leinwand zu sehen gewesen sein. Am 27. Dezember schickt die Film-Akademie die Stimmzettel an ihre 6000 Mitglieder. Vier Wochen später werden im Morgengrauen die Nominierungen verlesen. Und am 27. Februar geht Hollywoods größte Trophäen-Party zum 83. Mal über die Bühne.

Die Bekanntgabe der Golden-Globe-Nominierungen am 14. Dezember könnte das Rätselraten erleichtern. Denn die Mitte Januar verliehenen Globes gelten als wichtiger Wegweiser für die Oscar-Gala.

Starke Frauenrollen sind diesmal der «Buzz»: Neben Kidman («Rabbit Hole») setzen die Filmkritiker auf Natalie Portman, die sich in dem blutig-dramatischen Psychothriller «Black Swan» des New Yorkers Darren Aronofsky («The Wrestler») als ehrgeizige Ballerina an die Spitze tanzt. Oscar-Preisträgerin Halle Berry fällt in dem Psycho- Drama «Frankie and Alice» als psychisch kranke Frau gekonnt aus der Rolle, während Annette Bening und Julianne Moore als lesbische Mütter in «The Kids Are All Right» alltäglichen Beziehungsstress perfekt meistern.

Michelle Williams und Ryan Gosling glänzen in «Blue Valentine» als junges Paar, das seine Eheprobleme in den Griff bekommen will. Es wäre «die Brüskierung des Jahrhunderts», wenn sie dafür keine Nominierung erhalten würden, schrieb der Filmkritiker der «Los Angeles Times». Oscar-verdächtig ist auch der Auftritt des Briten Colin Firth als der englische König George VI. in «The King's Speech», mit einem Nebenrollen-Oscar für Geoffrey Rush, der als Sprachtrainer den ungelenken König langsam aufbaut.

Buchstäblich unter die Haut geht der Auftritt von James Franco in dem Überlebensdrama «127 Hours», das von dem britischen Oscar-Preisträger Danny Boyle («Slumdog Millionär») inszeniert wurde. Der US-Kletterer Aron Ralston (Franco) amputierte seinen eingeklemmten Unterarm mit einem Taschenmesser, um sich aus einer tödlichen Falle zu befreien.

Vorschusslorbeeren gibt es auch für «The Social Network», David Finchers Freundschaftsdrama über die Gründung des Netzwerkes Facebook. Der Streifen holte kürzlich gleich vier Preise eines einflussreichen Kritikerverbandes, als bester Film, für die Regie, für Schauspieler Jesse Eisenberg und für das beste adaptierte Drehbuch. Frühere Filmfavoriten des Verbands, wie «No Country for Old Men» und «Slumdog Millionär», erhielten jeweils auch den Oscar als bester Film.

Kathryn Bigelow hatte im vergangenen Frühjahr für das Action- Kriegsdrama «The Hurt Locker» als erste Frau einen Regie-Oscar gewonnen. Nach ihrem historischen Sieg warten diesmal zwei Regisseurinnen in den Startlöchern, Lisa Cholodenko mit «The Kids Are All Right» und Sofia Coppola mit dem Vater-Tochter Drama «Somewhere».

Richtig eng wird es beim Rennen um den Auslands-Oscar. 65 Länder haben ihre Beiträge in der Kategorie «Bester nichtenglischsprachiger Film» eingereicht. Deutschland ist mit Feo Aladags Ehrenmord-Drama «Die Fremde» vertreten. Schon ein Platz unter den fünf Nominierten wäre ein großartiger Sieg. Von Barbara Munker, dpa

dpa-infocom