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EnBW: Einstieg des Landes vereinfacht große Vorhaben

Stuttgart - EnBW-Chef Hans-Peter Villis hofft durch den Einstieg des Landes Baden-Württemberg als Großaktionär beim Energiekonzern auf eine einfachere Durchsetzung von großen Bauvorhaben.

«Das Beispiel Stuttgart 21 hat gezeigt, dass die Genehmigungsverfahren für Großprojekte in Deutschland viel zu lange dauern und offensichtlich nicht transparent genug sind. Daran müssen alle arbeiten, weil man sonst bei den Bürgern kein Vertrauen für dringend notwendige Investitionen erhält», sagte Villis der Zeitung «Sonntag Aktuell».

Gerade im Energiebereich stünden in den nächsten Jahren mit dem Ausbau der Leitungsnetze und dem Bau von Speicherkraftwerken große Herausforderungen an, die bewältigt werden müssten. «Wir können nicht alle dauernd vom Ausbau der erneuerbaren Energien reden und einen Ausbau in ganz Europa anstreben, aber hierzulande scheitern Projekte an lokalen Protesten oder werden durch Bürokratie erschwert», sagte Villis.

In der «Welt am Sonntag» sagte Baden-Württembergs Regierungschef Stefan Mappus (CDU), gesellschaftliche Konflikte um Großprojekte künftig mit Hilfe von «Dialogforen» entschärfen zu wollen. «Dort können die Anregungen und Wünsche der Bürger berücksichtigt werden», sagte Mappus. Experten und Vertreter verschiedener Gruppen könnten so Projekte wie etwa den Bahnhof Stuttgart 21 bis zur Inbetriebnahme dauerhaft begleiten. «Ich werde dafür einen erfahrenen Moderator einsetzen», kündigte Mappus an.

Dialogforen dieser Art könnten auch andere Konflikte lösen helfen, zum Beispiel im Streit um den Bau neuer Strommasten in Deutschland. «Denn was im Bereich Energienetze bald in ganz Deutschland auf uns zukommen wird, hat eine Dimension, die weit über Stuttgart 21 hinausgeht», sagte Mappus der Zeitung: «Da kommt richtig was auf uns zu, das haben viele noch gar nicht auf dem Schirm.» Es gehe dann nicht mehr darum «einen Bahnhof zu erhalten oder tieferzulegen, sondern um 380 000-Volt-Leitungen, die quer durch die ganze Republik laufen».

Mappus hatte Anfang der Woche bekanntgegeben, dass das Land das 45-Prozent-Aktienpaket des französischen Staatskonzerns EdF an der EnBW für rund 4,7 Milliarden Euro übernimmt und damit neben den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (OEW) wieder zum zweiten Hauptaktionär des Konzerns wird. Vor zehn Jahren hatte der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel den Landesanteil an der EnBW verkauft.

Villis sagte zudem, er wolle bei seiner künftigen Unternehmensstrategie «beim Gasgeschäft andere Akzente setzen». Es werde sich für EnBW «nicht mehr lohnen, Gasleitungen in Neubaugebiete zu verlegen», sagte der EnBW-Chef der «WirtschaftsWoche». Durch die neuesten Energiesparpläne der Bundesregierung würden die Endkunden weniger Energie verbrauchen. Villis kündigte weitere Kooperationen mit deutschen und ausländischen Stadtwerken an. «Was künftig sicherlich einfacher wird, sind Partnerschaften mit kommunalen Stadtwerken.»

dpa-infocom