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Den richtigen Musikspieler für jede Situation

Frankfurt/Main/Berlin Die Auswahl an Musik- und Videoplayern ist so riesig, dass man leicht den Durchblick verlieren kann.

Experten empfehlen, sich vor dem Kauf zunächst einmal Gedanken zu machen, in welchen Situationen man das Gerät nutzen wird.

Musik hören im Park? Und später eine Folge der Lieblingsserie in der S-Bahn schauen? Mittlerweile gibt es so viele handliche, tragbare Musik- und Videoplayer, dass die Auswahl schwer fällt. Das perfekte Gerät für alle Lebenslagen gibt es aber nicht. Wichtig ist es vielmehr, es auf die eigenen Ansprüche und die gewünschten Einsatzmöglichkeiten abzustimmen.

Die wichtigste Frage vor der Anschaffung eines Musik- oder Videoplayers ist daher: Was will ich damit machen? «Ist der nur dazu gedacht, um beim Joggen Musik zu hören», fragt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltung- und Kommunikationselektronik (gfu) aus Frankfurt am Main. «Oder ist man häufig auf Reisen und will unterwegs auch Serien oder Filme schauen?» Dementsprechend werden ganz unterschiedliche Modelle angeboten, die sich in Bauform, Größe und zur Verfügung stehenden Funktionen unterscheiden.

Die kleinen, handlichen Musikspieler wie der iPod Shuffle oder Philips Go Gear eignen sich laut der Zeitschrift «test» der Stiftung Warentest aus Berlin am besten zum Joggen, Fahrradfahren oder zum Entspannen im Park. Fast alle dieser Player bieten auch einen Clip, um sie an der Kleidung zu befestigen. Allerdings muss man bei den kleinen Musikspielern auf ein Display verzichten.

Ordner nach Musik zu durchforsten ist daher unmöglich, und man muss die Titel stattdessen in vorgegebener oder zufälliger Reihenfolge abspielen. Die Kleinen sind aber mit einem Preis von durchschnittlich 25 bis 60 Euro deutlich günstiger als die großen, bis rund 400 Euro teuren Geräte. Die sind allerdings meist regelrechte Allrounder, die nicht nur Musik und Videos abspielen. Man kann mit ihnen beispielsweise häufig auch Fotos ansehen oder sich mit Spielen die Zeit vertreiben.

Wichtig ist zudem die Speichergröße: Die liegt bei den kleinen Playern meist bei zwei oder vier Gigabyte und bei den Videoplayern meist im zweistelligen Bereich. «Wenn man seine komplette Musiksammlung und viele Filme darauf verfügbar haben möchte, dann braucht man aber natürlich deutlich mehr Speicher, als wenn man nur gelegentlich Musik abspielen will», sagt Sven Hansen von der Computerzeitschrift «c't» in Hannover. «Die Tendenz geht dabei zum Flash-Speicher, der stabiler ist und die Akkulaufzeit verlängert.» Wer seinen Speicher nachträglich - meist mit Micro-SD-Karten - aufrüsten möchte, sollte darauf achten, dass ein entsprechender Slot vorhanden ist. Bei Apple-Geräten ist das grundsätzlich nicht möglich.

Als weiteres Manko bei Apples Playern nennt Hansen, dass der Benutzer an das Programm iTunes gebunden ist: «Das ist nach wie vor ein Thema und nervt viele Nutzer. Andere Player sind da offener und werden wie ein Laufwerk vom Rechner erkannt, wo man dann die Musik- und Videodateien raufziehen kann.»

Ein wichtiges Kriterium sind darüber hinaus die Datei-Formate. Neben MP3 gehören WMA und AAC zu den Audio-Standardformaten, die auch meist abgespielt werden. Das ist bei den unterschiedlichen Videoformaten wie MOV, AVI oder MPEG nicht immer der Fall.

«Oftmals müssen die Videodateien sonst noch konvertiert werden, was zusätzlich Zeit in Anspruch nimmt», sagt Roland Stehle von der gfu. Außerdem sollte man, sofern die Videofunktion intensiver genutzt werden soll, darauf achten, dass das Display groß genug ist - am besten ungefähr ab neun Zentimetern Bilddiagonale.

Beim Klang bieten die meisten Geräte laut Hansen eine anständige Qualität. «Die meisten Videoplayer sind auch gute Audioplayer», sagt der «c't»-Redakteur. «Bei billigeren Spielern wird aber gern an den mitgelieferten Kopfhörern gespart, die dann häufig blechern klingen.» In diesem Fall lohnt es sich, die Kopfhörer auszutauschen.

Bei den Kopfhörern fiel der Zeitschrift «test» zudem auf, dass in manchen Modellen erhöhte Schadstoffwerte durch die sogenannten Weichmacher zu finden sind. Bei hoher Lautstärke drohen außerdem bei manchen Playern Gehörschäden, weil sie den Schalldruckpegel von 100 Dezibel überschritten. «Damit sind sie lauter als ein Presslufthammer aus nächster Nähe», heißt es in dem Test. «Wer regelmäßig so laute Musik hört, schadet seinem Gehör.»

Testergebnisse von Stiftung Warentest (kostenpflichtig) Verlustfrei genießen Von den komprimierten Audio-Formaten wie MP3 wenden sich anspruchsvolle Hörer meist mit Grausen ab. «Wer auf qualitativ hochwertige Audiodateien Wert legt, hat die Möglichkeit, auf verlustfreie Formate zurückzugreifen», sagt Sven Hansen von der Computerzeitschrift «c't». Flac-Dateien etwa haben die halbe Dateigröße des Wave-Originals und bieten dennoch CD-Qualität. Der Nachteil: «Das können noch nicht viele Player abspielen.»  Von Sascha Rettig, dpa

dpa-infocom


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