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BVB auf Rekordkurs - Labbadia soll VfB retten

Düsseldorf Immer neue Rekorde von Borussia Dortmund, Trainer-Wechsel in Stuttgart, Fanproteste in Hamburg und Wolfsburg - die Fußball-Bundesliga bietet vor Weihnachten ein facettenreiches Kontrastprogramm.

Zwei Tage nach dem 1:2 bei Hannover 96 verkündete der VfB die Trennung von Gross-Nachfolger Jens Keller und installierte in Bruno Labbadia den dritten Trainer der Saison. Der im April beim Hamburger SV beurlaubte 44-jährige Labbadia soll die seit fünf Ligaspielen sieglosen Schwaben vor dem Absturz bewahren. «Wir sehen nur das Ziel, am letzten Spieltag in der Bundesliga zu bleiben», sagte Labbadia bei seiner Vorstellung. «Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern ein Stückchen darüber hinaus.»

Die Alarmglocken schrillen mehr denn je auch beim Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach nach dem 0:3 beim SC Freiburg. Es war die zehnte Niederlage in den letzten 14 Bundesligaspielen. Die Freiburger kletterten nach dem neunten Saisonsieg auf Platz fünf - vor Bayern München.

Derweil setzte Herbstmeister Dortmund mit dem mühevollen und glücklichen 2:0 gegen Werder Bremen am 16. Spieltag seinen unglaublichen Siegeszug fort. Schon mit einem Remis zum Hinrundenabschluss bei Eintracht Frankfurt am Samstag kann das seit 15 Ligaspielen ungeschlagene Team von Jürgen Klopp die Halbserien- Bestmarke von Bayern München aus der Saison 2005/2006 (44 Punkte) egalisieren. Mit dem achten Sieg in Serie hätte der BVB sogar den alleinigen Rekord inne. Trotz des großen Vorsprungs betont Klopp gebetsmühlenartig, dass er sich mit dem Thema Meisterschaft «wirklich nicht» beschäftigt. «Über was sollen wir nachdenken. Wir wollen einfach das nächste Spiel gewinnen», sagte er.

Ungeachtet des 17-Punkte-Rückstands auf den Spitzenreiter sorgte Bastian Schweinsteiger mit der über das Stadionmikrofon überraschend verkündeten Vertragsverlängerung bis 2016 beim FC Bayern München für vorweihnachtliche Stimmung. Auch wenn die Titelverteidigung in weiter Ferne ist, träumen die Bayern nach dem wegweisenden Signal von einer großen Zukunft. «Wir hoffen, dass wir in den nächsten fünf Jahren die Champions League nach München holen», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger nach dem 3:0 gegen St. Pauli.

Von den anderen BVB-Verfolger erlebte nur der Tabellenvierte Mainz 05 einen Rückschlag. Gegen den FC Schalke 04 musste das Team von Thomas Tuchel die fünfte Niederlage hinnehmen - das Tor des Tages erzielte Jefferson Farfan (30.) für die «Königsblauen», die einen großen Sprung von Rang 15 auf Platz zehn machten. Auch dank Torwart Manuel Neuer: Er parierte einen Elfmeter des Mainzers André Schürrle.

Das Überraschungsteam von Hannover 96 setzte dank Doppeltorschütze Didier Ya Konan mit dem fünften Sieg in Serie seinen Höhenflug fort und überwintert nach dem 2:1 gegen den VfB unter den Top 5. Zwar fällt der Ivorer wegen einer Meniskus-Operation nun einige Wochen aus, doch das trübt die Freude über die beste Hinrunde der Niedersachsen kaum. «Wir genießen es und freuen uns, aber es gibt keinen Grund, neue Ziele zu formulieren», sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Bayer Leverkusen untermauerte mit dem 4:2 in Hamburg seine Ambitionen als erster BVB-Jäger. «Dortmund spielt eine unglaubliche Saison, phänomenal. Aber man muss wissen, dass das nicht immer so weiter geht», sagte Bayer-Coach Jupp Heynckes, dessen Elf die Schwächen des HSV schonungslos aufdeckte und wütende Fan-Proteste beim Gegner auslöste. Nach der erneut desolaten Vorstellung machen die Anhänger vor allem Clubchef Bernd Hoffmann für die Talfahrt verantwortlich und fordern dessen Rücktritt. Armin Veh sieht ein «mentales Problem» bei seinen Profis und wirkte ratlos: «Wir stecken in einer schweren Krise und es besteht die Gefahr einer Spirale.»

Nicht minder brisant ist die Lage beim VfL Wolfsburg, wo die Fans nach der trostlosen Nullnummer beim 1. FC Kaiserslautern ihrem Unmut Luft machten. «Wir haben die Schnauze voll», schallte es Edin Dzeko und seinen Kollegen entgegen. «Natürlich können die Fans mit den Ergebnissen und der Spielweise der letzten Wochen nicht zufrieden sein. Unsere Geduld ist auch strapaziert», sagte Manager Dieter Hoeneß. Der Ex-Meister ist nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt und verabschiedete sich von höheren Zielen. «Im Moment von der Europa League zu sprechen, wäre vermessen», räumte Hoeneß ein.

Im Tabellen-Keller gelang dem 1. FC Köln dank des eingewechselten Torschützen Christian Clemens (56.) mit dem 1:0 gegen Eintracht Frankfurt der erhoffte Befreiungsschlag. Zwar zog sich Nationalstürmer Lukas Podolski eine leichte Sprunggelenksverletzung zu, humpelte früh vom Feld, doch die Freude über den Sieg ließ sich Trainer Frank Schaefer nicht nehmen. «Wenn man weiß, wie groß der Druck war und gesehen hat, dass sie allen Widerständen getrotzt hat, muss ich den Hut vor der Mannschaft ziehen.»

dpa-infocom


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