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Fuentes und Co. wieder auf freiem Fuß

Madrid Drei Tage nach seiner Festnahme ist der mutmaßliche Dopingarzt Eufemiano Fuentes wieder auf freiem Fuß.

Auch fünf weitere Hauptverdächtige des großen Leichtathletik-Dopingskandals in Spanien ließ die zuständige Ermittlungsrichterin in Madrid frei.

Sie legte ihnen jedoch Handel mit verbotenen Substanzen und damit ein Verbrechen gegen die allgemeine Gesundheit zur Last. Darauf stehen bis zu zwei Jahre Haft und bis zu fünf Jahre Berufsverbot. Die übrigen acht Verdächtigen der «Operación Galgo» (Operation Windhund) sollen in den kommenden Tagen aussagen, teilte Madrids Oberstes Gericht mit. Unter ihnen ist auch Spaniens erfolgreichste Leichtathletin Marta Domínguez. Die 35 Jahre alte Weltmeisterin im 3000-Meter-Hindernislauf war ebenfalls festgenommen worden, durfte aber wieder nach Hause, weil sie im dritten Monat schwanger ist.

Fuentes wies in seiner Aussage jede Verwicklung in die Affäre von sich. «Er hat sich für unschuldig erklärt», sagte der Anwalt des 55- Jährigen Mediziners. «Mein Mandant hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.» Er widme sich in Las Palmas auf Gran Canaria einzig und allein seiner Arbeit als Familienarzt. Fuentes war bereits 2006 eine der Schlüsselfiguren im Radsport-Dopingskandal der «Operación Puerto» (Operation Bergpass) gewesen. Der Prozess steht noch aus.

Auf freien Fuß kamen ebenfalls Domínguez' Trainer César Pérez, ihr Manager José Alonso Valero, Trainer-Veteran Manuel Pascua Piqueras (77), der Leichtathlet Alberto García und der frühere Profi- Mountainbiker Alberto León, den die Guardia Civil als Kurier des Mediziners Fuentes verdächtigt. Die Richterin machte ihnen zur Auflage, jederzeit für die Justiz erreichbar zu sein.

Wie Fuentes wies auch García vor Journalisten alle Vorwürfe zurück. «Ich habe nichts zu verbergen», erklärte der 5000-Meter- Europameister von 2002, der 2003 positiv auf EPO getestet und zwei Jahre gesperrt worden war. Heute arbeitet García als Physiotherapeut.

Eine Gruppe von 65 Leichtathleten unterstützte derweil in einer öffentlichen Erklärung die Ermittlungen der Polizei. Dies sei der richtige Weg, um mit Doping im spanischen Sport Schluss zu machen. «Betrüger haben bislang eine Straflosigkeit genossen, die andere Sportler verzweifeln ließ», heißt es in dem Text.

Bei ihren Ermittlungen zu dem Skandal hat die Polizei Medienberichten zufolge höchst brisantes Material gesammelt. So verfügt die Guardia Civil nach Informationen des Rundfunksenders Cadena Ser über mehrere Videoaufzeichnungen. Diese zeigten unter anderem einen Sportarzt, der Athleten verbotene Substanzen spritze. Zudem hätten die Fahnder im Haus des festgenommenen Trainer-Veterans Pascua Piqueras vier benutzte Blutbeutel sichergestellt, berichteten die Zeitungen «El País» und «Marca».

Dies lasse die Polizei darauf schließen, dass sich Sportler dort kürzlich einer Eigenbluttransfusion unterzogen hätten. Die Ermittler seien auch auf Bankkonten in Steuerparadiesen gestoßen, hieß es. Es gebe Indizien, dass dort Geld aus dem Handel mit verbotenen Mitteln gewaschen worden sei. Die hohen Einnahmen Domínguez' und anderer Athleten sei kaum allein durch ihre sportlichen Aktivitäten zu rechtfertigen, schrieb «El País» unter Berufung auf die Fahnder.

Als Folge des Skandals schloss der spanische Leichtathletik- Verband (RFEA) den gebürtigen Äthiopier Alemayehu Bezabeh aus dem Team für die Crosslauf-EM in Albufeira. Der 24 Jahre alte Europameister von 2009 wird von Pascua Piqueras trainiert und hatte nach dessen Festnahme beim Verband um ein Gespräch gebeten. «Seine Aussage hat uns dazu bewogen, ihn von der EM-Teilnahme auszuschließen», teilte der RFEA mit.

dpa-infocom


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