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Olympia

München 2018: Olympiamacher trotzen Ultimatum

München Münchens Olympiabewerber sehen ihr Großprojekt Winterspiele 2018 trotz eines Ultimatums durch einige Grundbesitzer in Garmisch-Partenkirchen nicht bedroht.

Die Kandidatur sei «nicht gefährdet», erklärten der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Aufsichtsratsvorsitzende der Olympia GmbH, Michael Vesper. «Die olympische Bewerbung wird abgegeben», versicherte Seehofer nach einer Kabinettssitzung in München. Am Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Seehofer in Berlin die Regierungs-Garantie für die Bewerbung unterzeichnen.

Die Olympia-Macher wollen sich der Forderung von 59 Bauern und Grundbesitzern, die Bewerbung noch vor Weihnachten aufzugeben, nicht beugen. «Von einem Rechtsanwalt lassen wir uns kein Ultimatum stellen», sagte Seehofer im Bayerischen Landtag an die Adresse von Ludwig Seitz, der die Grundstücksbesitzer vertritt. Man lasse sich «nicht unter Druck setzen».

Die noch offenen Grundstücksfragen ließen «sich klären und gefährden die Bewerbung nicht», sagte Staatskanzleichef Siegfried Schneider. Er verhandelt seit Monaten mit den Bauern. «Sollte keine Einigung möglich sein, werden entsprechende Ersatzlösungen bereitstehen», verkündete der CSU-Politiker.

Nach Angaben der Bewerbergesellschaft werden die Sportstätten am Schnee-Park von der Flächen-Verweigerung nur geringfügig tangiert. «Nur eine gute Handvoll von Grundstücken ist von unseren Planungen betroffen. Nur ein Grundstück liegt auf einer Sportfläche, und da sind wir sehr zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt», sagte Geschäftsführer Bernhard Schwank der Nachrichtenagentur dpa.

In erster Linie gehe es «um Funktionsflächen, die an den Sportstätten liegen». Die Bewerbung werde man «auf keinen Fall am 22. Dezember zurückziehen», erklärte auch Schwank, der wie Schneider versicherte: «Für alle Eventualitäten liegen Alternativen vor.»

59 Bauern und Grundbesitzer aus der Marktgemeinde haben in einem Brief an die Bayerische Staatskanzlei die Nutzung ihrer Grundstücke abgelehnt, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» (SZ). Sollte der Freistaat die Kandidatur bis zum 22. Dezember nicht aufgeben, wollen die Bauern das Internationale Olympische Komitee (IOC) informieren, dass es für die Spiele nicht auf ihre Grundstücke zurückgreifen könne. «Sämtliche Grundstücke liegen innerhalb des Sicherheitszauns, den das IOC rund um die Olympiaanlagen verlangt», sagte Rechtsanwalt Seitz der SZ.

Die Grünen im Bayerischen Landtag sehen sich durch den Protest der Bauern in ihrer Ablehnung des Milliarden-Projektes bestätigt. «Für Winterspiele dieser Größenordnung ist die Fläche in Garmisch zu klein», erklärte der klimapolitische Sprecher Ludwig Hartmann. Er warnte zugleich die Staatsregierung: «Wir hoffen nicht, dass zu "entsprechenden Ersatzlösungen" auch Enteignungen zählen.» Das schloss Schneider vor Journalisten aus.

Am Schauplatz Garmisch-Partenkirchen soll 2018 unter anderem auf Schanzen und Skipisten um Medaillen gekämpft werden. Zudem soll dort ein Olympisches Dorf für 2500 Personen entstehen. Der aufs Neue entfachte Grundstücksstreit bringt die Olympia-Macher besonders zeitlich unter Druck. In vier Wochen muss das offizielle Bid Book (Bewerbungsbuch) mit allen konkreten Planungen beim IOC in Lausanne eingereicht werden. Letzter Abgabetermin ist der 11. Januar 2011.

Das IOC entscheidet am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban über den Winterspielort 2018. Neben München bewerben sich Annecy in Frankreich und der südkoreanische Favorit Pyeongchang. Seehofer verbreitete trotz des Gegenwindes aus Garmisch weiterhin Zuversicht: «Wir sind mit guten Chancen unterwegs», sagte er.

dpa-infocom


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