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Landmaschinenbauer Claas kommt aus der Krise

Düsseldorf/Harsewinkel - Europas größter Landtechnikhersteller Claas hat nach kräftigen Einbußen in der Krise auf Wachstum umgeschaltet. Im laufenden Geschäftsjahr 2010/2011 (30. September) habe sich der Markt deutlich gedreht.

«Wir erwarten ein zweistelligen Umsatzplus und eine entsprechende Verbesserung des Vorsteuerergebnisses», sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Theo Freye, heute bei der Vorlage der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr in Düsseldorf.

Wuchern kann der Landmaschinenkonzern, der zu den weltweit führenden Herstellern in der Branche zählt, mit seinen liquiden Mitteln von rund 900 Millionen Euro. Diese sollten für Investitionen an den Standorten, aber auch zur Schuldentilgung eingesetzt werden, sagte Finanzchef Hans Lampert.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das fast 100 Jahre alte Familienunternehmen aus dem ostwestfälischen Harsewinkel nahe Gütersloh bei den Umsätzen Einbußen von knapp 15 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro verzeichnet. Das Ergebnis vor Steuern war um 31 Prozent auf 77 Millionen Euro eingebrochen. Rückläufig waren vor allem die Geschäfte auf den Stammmärkten in Europa. Bei Mähdreschern gab es sogar ein Minus von 37 Prozent.

In seinem bisherigen Spitzenjahr 2008 hatte der Hersteller, der unter anderem bekannt ist für Mähdrescher, Rundballenpressen, Futtererntemaschinen sowie Traktoren und Feldhäcksler, nahezu das vierfache Ergebnis erzielt.

Angetrieben werden die Geschäfte bei Claas zunehmend vom Ausbau der Biogasanlagen für die Erzeugung von regenerativen Energien. Die Maschinennachfrage verlagere sich entsprechend auf die Häckseltechnik, Großtraktoren für die Siloverdichtung sowie Teleskoplader.

Derzeit erwirtschaftet das Unternehmen, an dessen Aufsichtsratsspitze seit Anfang Oktober die Enkelin des Firmengründers, Cathrina Claas-Mühlhäuser steht, drei Viertel seines Umsatzes im Ausland. Die Bedeutung des deutschen Marktes werde mittelfristig wieder anziehen. Ende September waren weltweit fast 9000 Menschen bei Claas beschäftigt, rund 500 weniger als ein Jahr zuvor. Im laufenden Jahr soll das Beschäftigungsniveau gehalten und ein Mehrbedarf durch Zeitarbeitskräfte abgefedert werden.

Mi, 15. Dez. 2010, 15:02 © Rhein-Zeitung & dpa-infocom
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