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Selbstständigkeit: Businessplan ist Detailarbeit

Berlin Auf dem Weg in die Selbstständigkeit sind viele Schritte zu gehen. Eine zentrale Aufgabe ist das Schreiben des Businessplans.

Hier müssen Gründer nicht nur ihre Geschäftsidee erläutern - auch der Kapitalbedarf für die Startphase muss schon feststehen.

Wie das eigene Friseurgeschäft , das Kreativbüro oder die Bootsvermietung aussehen sollen, ist schnell geklärt. Auch wie viel Geld es dafür braucht, lässt sich grob schätzen. Für den Businessplan auf Papier müssen Gründer aber in die Feinheiten gehen. Sie müssen eine sogenannte Rentabilitätsvorschau, eine Liquiditätsplanung und einen Kapitalbedarfsplan erstellen. Und das ist noch nicht alles.

Professor Sven Ripsas von der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in Berlin befasst sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema Gründungsfinanzierung. «Viele Studierende denken, nach zwölf Monaten trägt sich ihr Konzept», sagt er - «und viele müssen dann die Erfahrung machen, dass es zwei bis drei Jahre dauert.» Es sei daher wichtig, für diesen langen Zeitraum genug Geld zu haben. Dem Businessplan als Kommunikationsinstrument gegenüber den Kapitalgebern falle also eine zentrale Rolle zu.

Zu den größten Kapitalgebern zählt die Sparkassen-Finanzgruppe. Jede zweite Existenzgründungsfinanzierung in Deutschland wird von ihr begleitet. So waren es im vergangenen Jahr rund 11 300 Gründungsvorhaben mit einem Gesamtvolumen von mehr als einer Milliarde Euro und rund 26 300 neu geschaffene Arbeitsplätze.

«Erfahrungsgemäß steigt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Gründungsquote. Das war auch 2008 und 2009 der Fall. Kreditinstitute müssen aber in jeder Konjunkturphase Gründungsvorhaben auf ihre wirtschaftlichen Erfolgsaussichten abklopfen», sagt Finanzexpertin Kay-Ute Dallmeier-Tießen vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin. Der Plan müsse beispielsweise klar aufzeigen, wie der Gründer auf den Preis kommt, den er für sein Produkt oder seine Dienstleistung verlangt.

Das ist auch einer der Punkte, der sich unter den zehn Schritten einer Gründung findet, die das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI) in Berlin aufzählt. Weitere Punkte, die der Gründer überzeugend vortragen können muss, seien die Werbemaßnahmen, die Rechtsform des Unternehmens und eine realistische Einschätzung dazu, ob die Einnahmen alle betrieblichen und privaten Kosten decken werden - letzteres ist die sogenannte Rentabilitätsvorschau. Auch im persönlichen Gespräch mit dem Kapitalgeber müssen Gründer sattelfest sein.

«Wenn das gut vermittelt wird, dann hat der Gründer schon das Wesentliche für einen guten Einstieg getan. Der Businessplan ist also die Grundlage, aber nicht das einzige Kriterium zur Beurteilung eines Gründungsvorhabens», so Dallmeier-Tießen. «Überzeugt uns der Businessplan nicht, weisen wir auf die kritischen Punkte hin. Und wir arbeiten mit Partnern zusammen, beispielsweise Kammern oder Wirtschaftsförderern, damit den Gründern bedarfsgerecht geholfen werden kann», erklärt die Finanzexpertin.

Hilfestellung gibt es auch beim Beantragen öffentlicher Fördermittel. «Bei Fördermitteln ist die Anforderung an den Businessplan kompliziert», weiß Alfred Töpper von der Stiftung Warentest in Berlin. Je mehr Geld man braucht, je höher das Risiko ist, desto strenger seien die Auflagen. Vorbereiten können sich Gründer kostenlos im Internet. Unter 14 Gründerportalen, die die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen hat, schnitt das BMWI-Portal «Existenzgruender.de» inhaltlich am besten ab.

Die besten Musterbeispiele für einen Businessplan fanden die Tester beim Sächsischen Existenzgründer-Netzwerk (SEN) und beim Portal «Startup in Bayern», das das bayerische Wirtschaftsministerium betreibt. Auf beiden Portalen finden Gründer auch Informationen für die Zeit nach der Gründung.

Wer mindestens ein Jahr am Markt überlebt hat und auf Fragen stößt, die er mit einem Unternehmensberater besprechen möchte, kann vom Bund einen Beratungszuschuss von bis zu 1500 Euro bekommen. Ein entsprechendes Online-Formular finden Unternehmer auf dem Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums.

Antragsformular für den Beratungszuschuss Von Anne Barthel, dpa

dpa-infocom



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