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Mediatoren helfen Kosten sparen

Kassel Genaue Zahlen über den Berufsstand gibt es nicht. «Mediator» ist keine geschützte Berufsbezeichnung in Deutschland.

Brauchen kann sie aber jeder. Denn Schlichten ist besser als Richten, lautet eine alte Weisheit - und vor allem günstiger.

Wo Menschen zusammenkommen , gibt es auch Konflikte - in der Wirtschaft, in der Politik, unter Nachbarn und in Familien. Fast immer ist Mediation die günstigste Lösung zur Beilegung eines Streits, wenn sich ein geübter Schlichter der Probleme annimmt. Etwa 5000 Mediatoren, die als seriöse Schlichter bei Konflikten eingreifen können, sind in Deutschland tätig, schätzt der Bundesverband Mediation in Kassel. Sehr viel mehr Menschen haben in den vergangenen 20 Jahren an Ausbildungen zur Mediation teilgenommen, üben den Beruf aber nicht aus.

«Vor allem in großen Betrieben hat es sich durchgesetzt, dass Konflikte durch Mediation entschärft werden. Das spart diesen Firmen sehr viel Geld», sagt Detlev Berning, Mitglied im Vorstand des Bundesverbands. «Sehr oft liegt die Schlichtung von Konflikten innerhalb der Betriebe in den Händen der Mobbingbeauftragten.» Dennoch gebe in der Wirtschaft noch einen großen Nachholbedarf.

«In den mittelständischen Betrieben ist der Bedarf an gut ausgebildeten Mediatoren ein schlafender Riese», lautet die Einschätzung von Berning. Mediatoren können helfen bei Konflikten zwischen Mitarbeitern, bei Problemen zwischen Chefs und Angestellten - und sogar bei Streitigkeiten innerhalb der Firmenleitung. Nachholbedarf in Sachen Mediation gibt es nach Ansicht des Bundesverbandes auch zwischen den Kommunen und den Bürgern.

Möglicherweise, so Berning, hätten früh eingesetzte Mediatoren auch bei dem Konflikt um das Projekt Stuttgart 21 sehr viel Ärger aus der Welt schaffen können. Mediation war schon in der Antike ein probates Mittel, um Streit zu schlichten. Ihre «Wiedergeburt» begann vor etwa 40 Jahren, in Deutschland allerdings sehr zögerlich.

Zu den renommierten Streitschlichtern Deutschlands gehört das Unternehmen Tenos in Hamburg. «Als wir vor zehn Jahren angefangen haben, lag die Mediation in Deutschland noch im Tiefschlaf», sagt Vorstandssprecher Axel R. Raulinat. «Es gibt bei uns noch einen gewaltigen Nachholbedarf. Die USA und viele europäische Länder sind uns in der Mediation weit voraus. Deshalb sieht die Zukunft für Mediatoren sehr gut aus. Es gibt viele Märkte, die von der Mediation neu erschlossen werden können.»

Die Erfolgsquote von Mediatoren, die als Schlichter bei Streitigkeiten hinzugezogen werden, liegt nach Auskunft von Raulinat zwischen 70 und 90 Prozent. «Es gibt also keinen Grund, warum bei einem Streitfall die Mediation nicht herangezogen werden sollte. Dadurch werden nicht nur den Konfliktgegnern, sondern auch dem Staat enorme Kosten erspart.» Zivile Gerichtsverfahren zögen sich oft über viele Monate hin und dauerten manchmal sogar Jahre. Die dabei entstehenden Kosten würden in den meisten Fällen faktisch zur Hälfte der Staatskasse - also dem Steuerzahler - aufgebürdet.

Ein Mediationsverfahren ist dagegen in der Regel bereits nach einem Tag beendet. Ist der Streit dann wider Erwarten nicht beigelegt, haben die Kontrahenten immer noch die Möglichkeit, vor Gericht zu ziehen. Wer rechtsschutzversichert ist, sollte keine Probleme mit einer Kostenerstattung nach einem Mediationsverfahren bekommen. Alle großen Rechtsschutzversicherungen haben die Mediation in ihr Programm aufgenommen. Wer eine Mediation in Anspruch nimmt, sollte das zuvor aber mit seiner Versicherung besprechen.

«Wir gehen sehr offensiv mit der Mediation um», sagt Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. «Allerdings ist noch viel Pionierarbeit zu leisten. Den meisten Deutschen ist die Mediation bis heute nicht bekannt.» Das könnte sich allerdings bald ändern. Denn im kommenden Jahr soll es ein Mediationsgesetz geben, das die außergerichtliche Vermittlung fördern soll. Branchenteilnehmern zufolge wird die Mediation dann bei Konflikten automatisch auf der Tagesordnung stehen.

Webportal des Bundesverbandes Mediation Von Martin Jenssen, dpa

dpa-infocom


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