pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Tiere       » News         » Tipps zur Tierhaltung

Arrogant oder frech: Haustiere und ihre Persönlichkeit

Hamburg Katzen gelten als Einzelgänger, Hunde als soziale Wesen: Wie der Mensch unterscheiden sich Haustiere in ihrer Persönlichkeit.

Dabei ist der Charakter des Vierbeiners nicht nur genetisch festgelegt, sondern lässt sich auch durch Haltung und Umfeld beeinflussen.

Bis vor gar nicht allzu langer Zeit war der Mensch die Krone der Schöpfung, während Tieren nicht nur in der Wissenschaft jede Individualität abgesprochen wurde. Mittlerweile beschäftigt man sich aber auch dort zunehmend mit der Frage: Haben Tiere eine eigene Persönlichkeit? Eine Frage, die wohl jeder Tierbesitzer mit einem klaren «Ja» beantworten würde.

Die Beschreibungen rassespezifischer Eigenschaften und Talente in unzähligen Büchern sind nie hundertprozentig zutreffend. Ein Grundstamm rassespezifischer Merkmale bleibt zwar - mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt - erhalten, denn ein Jack Russell Terrier wird immer ein Jäger sein. «Unter 100 Pudeln ist der eigene Pudel trotzdem noch anders als die anderen 99 und hat seine ganz eigenen Vorlieben und Eigenarten», erklärt Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten in Hamburg.

Sonst wäre der Kauf eines Tieres ja auch nichts anderes, als sich ein Kleidungsstück von der Stange zu kaufen. Halter sollten deshalb auch nicht den Fehler machen, den Hund durch äußere Zwänge zu formen und zu verändern. «Sie sollten stattdessen die Eigenschaften ihres Tieres respektieren.»

Doch was macht eigentlich die Persönlichkeit von Haustieren aus? Laut Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Dortmund setzt sie sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen. «Ganz wichtig sind natürlich die genetischen Vorgaben, wobei ganz entscheidend ist, in welcher der unzähligen Kombinationen die Gene zusammengesetzt sind», sagt der Verbandssprecher. Darüber hinaus spielten aber nicht nur hormonelle Einflüsse und biochemische Prozesse eine Rolle. «Soziale Lebewesen wie Hunde sind auch von außen beeinfluss- und manipulierbar.»

Bereits im Welpenalter ist schon programmiert, ob es sich bei einem Hund um einen Draufgänger oder einen zurückhaltenden Vierbeiner handelt. «Allerdings reicht es zu diesem frühen Zeitpunkt nur für grobe Einschätzungen, weil die Entwicklung der Tiere noch nicht sehr weit fortgeschritten ist», sagt Angela Bartels, Tierärztin für Verhaltenskunde und für Tierschutz an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. «Eine weitere entscheidende Phase der persönlichen Entwicklung bei Hunden ist die Jugendphase und die Pubertät, in der die Hormone und die Umweltreize einen sehr großen Einfluss darstellen.»

Aber natürlich beeinflussen auch die Haltungsumstände die Entwicklung des Individuums: Wie wird es gepflegt und behandelt? Lebt es mit sozialem Anschluss in einer Familie oder in einem Zwinger? «Ist die Umgebung reizarm und fern von natürlichen Bedürfnissen, kann es zu Verhaltensproblemen oder -störungen kommen. Die Persönlichkeit kann sich nicht mehr so frei entwickeln», sagt Bartels, die auch als Kursleiterin für Verhaltenstherapie an der Akademie für Tierärztliche Fortbildung tätig ist. Dabei sei es ganz gleich, um welches Tier es sich handelt - ob Rennmaus, Meerschweinchen oder Hund. «So werden sie zu Kaspar-Hauser-Tieren.»

Dass Katzen eine stärkere Persönlichkeit haben als Hunde, hält Kopernik allerdings für Unfug. «Weil Katzen unabhängiger sind und sich nichts sagen lassen, gehen manche davon aus, dass sie eine größere Persönlichkeit haben», sagt Kopernik. Dabei hätten sie lediglich ein anderes Sozialverhalten. Eigensinnigkeit sei nicht gleichzusetzen mit Persönlichkeit: Hühnern schreibe man ja auch keine ausgeprägte Persönlichkeit zu, nur weil sie auf Zuruf nicht zu einem kommen. Die Tierpersönlichkeit erkunden Um bei der Anschaffung eines Haustieres einen Eindruck zu bekommen, welche Persönlichkeit es hat, gibt es eine ganz einfache Methode: «Welchen Charakter ein Tier hat, lässt sich vor allem durch intensive Beobachtung und gemeinsames Miteinander herausfinden», sagt Birgitt Thiesmann von Vier Pfoten in Hamburg. Bei Welpen kann man beispielsweise sehen, wer sich mehr behauptet und die meiste Milch bekommt, wer eher frech oder zart ist. «Der spezielle Typ bleibt, denn aus einem Rowdy wird nie ein schüchterner Hund.» Von Sascha Rettig, dpa

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
rz lexikon
Energiesparen