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Zweimal baden im Jahr reicht dem Hund

Frankfurt/Main Schlammige Pfützen haben oft eine magnetische Wirkung auf Hunde: Doch nicht bei jedem Schmutzpartikel gehört das Tier gleich unter die Brause.

Oft reicht es, das Fell auszubürsten. Das große Reinemachen sollten Besitzer beschränken.

Hunde machen sich beim Spaziergang gern dreckig. Sie stromern quer durch den Wald, springen in jeden Teich und rubbeln ihr Fell auf der nahe liegenden Wiese wieder trocken. Trotzdem muss der Vierbeiner nicht jedes Mal unter die Dusche gestellt werden - denn zu häufiges Waschen schadet oft mehr als dass es nützt.

Das Fell eines Hundes ist durch seine natürliche Fettschicht vor Schmutz und Kälte geschützt. Zu häufiges Baden kann diese Schicht angreifen und sogar zerstören, warnt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt. «Darum sollte man den Hund nur baden, wenn es unbedingt nötig ist», rät die Expertin. Den Hund störe ein bisschen Dreck sowieso nicht. Die Reinigungsprozedur sei viel mehr der menschlichen Nase geschuldet.

Ist der Vierbeiner jedoch sehr verschmutzt oder hat er sich in Mist oder Aas gewälzt, lässt sich eine Dusche nicht vermeiden. Dazu kann ihn der Halter in die Wanne stellen und mit klarem Wasser abbrausen. Eine Gummimatte verhindert dabei das Wegrutschen. «Wichtig ist, dass sich die Wassertemperatur für den Hund angenehm anfühlt, am besten lauwarm ist» sagt Behr. Beim Shampoonieren sollten Hundebesitzer besonders vorsichtig sein. Gerade der Bereich um Augen, Ohren und Nase des Tieres ist sehr empfindlich.

«Ein pH-neutrales Shampoo speziell für Hunde, das die Haare nicht austrocknet, ist zum Waschen am besten geeignet», sagt Behr. «Wer ein normales Produkt verwendet, sollte darauf achten, dass es mild ist», fügt Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn hinzu. Shampoos gegen schnell fettende Haare seien zum Beispiel nicht geeignet.

Auf Duftstoffe muss dabei unbedingt verzichtet werden. «Jeder Hund hat seinen eigenen Geruch, anhand dessen er identifiziert werden kann», erklärt Umlauf. Duftstoffe seien zwar für den Menschen angenehm, der Hund werde diesen für ihn unnatürlichen Geruch aber schnellstmöglich überdecken wollen. «Außerdem kann es passieren, dass andere Hunde auf ihn aggressiv reagieren», sagt die Mitarbeiterin des Deutschen Tierschutzbundes.

Ist das Tier vorher lange durch Wiesen und Wälder gestromert, sollte er vor der Wäsche nach Zecken abgesucht werden, rät Ingo Nolte von der Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. «Immer häufiger müssen wir Krankheiten behandeln, die durch Zecken übertragen werden», sagt der Tiermediziner.

Während das Absuchen des Fells meistens noch ohne Gegenwehr verläuft, lässt sich nicht jeder Hund problemlos in der Wanne einseifen. «Nur weil er keine Angst vor Wasser hat und in jeden Teich springt, heißt das noch lange nicht, dass er die Reinigungsprozedur einfach so über sich ergehen lässt» sagt Umlauf. Darum sei es wichtig, den Vierbeiner so früh wie möglich daran zu gewöhnen. So können jungen Hunden nach dem Spaziergang öfter mal die Pfötchen mit lauwarmen Wasser abgespült werden. «Auf diese Weise lernen Welpen schnell, dass es ihnen hilft, gewaschen zu werden.»

Nach dem Einschäumen muss der Hund gründlich abgeduscht werden. «Bleiben Reste vom Shampoo in seinem Fell, können sie dort eintrocknen und Juckreiz verursachen», sagt Behr. Ist es draußen warm, kann er sein Fell, nachdem es von Herrchen mit einem Handtuch abgerubbelt wurde, an der Luft trocknen lassen. Katrin Umlauf rät allerdings, kleine Hunderassen und Welpen lieber trockenzuföhnen. «Gerade junge Hunde können sich sonst erkälten oder im schlimmsten Fall eine Blasenentzündung bekommen.» Dabei sollte der Föhn nicht zu heiß eingestellt und nicht zu nah ans Fell gehalten werden.

Ist es draußen kälter, wird sich der Hund freiwillig vor die Heizung im Bad legen, um dort sein Fell zu trocknen. Umlauf empfiehlt Haltern, ihren Vierbeiner nur so oft wie nötig und so selten wie möglich zu waschen. Behr ist sogar der Meinung, dass es völlig ausreichend ist, den Hund zweimal im Jahr mit einem Shampoo einzuseifen.

Kleinere Verschmutzungen lassen sich stattdessen leicht herausbürsten. Verschwindet der Dreck nicht, kann vorher ein Trockenshampoo auf die verschmutzte Stelle gepudert und nach kurzer Einwirkzeit wieder herausgebürstet werden. Das ist nicht nur für den Vierbeiner angenehm, sondern beugt auch Hautreizungen und Allergien vor. Vierbeiner belohnen Hunde sollten langsam ans Waschen herangeführt und immer wieder gelobt werden. Bekommt der Vierbeiner bei dieser Gelegenheit ein besonders schmackhaftes Leckerli, werde er die Dusche langfristig mit etwas Positivem verbinden, sagt Nadja Kutscher von der Tierrechtsorganisation PETA in Gerlingen bei Stuttgart. Von Manja Greß, dpa

dpa-infocom



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