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Bachblütentherapie für den Hund von Rasse

Rostock Pullover in knalligen Farben liegen voll im Trend ­ für den Hund wohlgemerkt.

Auch Bachblütentherapie und Nahrungsergänzungsmittel sind für Herrchens und Frauchens Liebling im Angebot, wie eine Messe in Rostock zeigte.

Mit langen Beinen schreitet sie über den Laufsteg, ihr rotbraunes Haar reflektiert das Scheinwerferlicht, die großen braunen Augen sind vor Aufregung weit geöffnet. Die Jury nickt wohlwollend. Den großen Auftritt in der Rostocker Hansemesse hat die Irish Setter Hündin erfolgreich gemeistert, ihre zahlreichen Konkurrentinnen müssen noch warten.

Auf mehr als 10 000 Quadratmetern drehte sich am Wochenende auf der 7. Internationalen Rassehunde-Ausstellung alles um des Menschen besten Freund. Rund 1900 Hunde waren mit Herrchen und Frauchen zur richterlichen Bewertung angereist, 57 Industrie-Aussteller warben mit Lockenshampoo, glitzernden Leinen und Spielzeugen aller Art um die Gunst der Besucher. Rund 25 000 von ihnen kommen jährlich zur Hundemesse, sagt Veranstaltungsleiterin Kathrin Schiemann-Renner. «Der Verband für Deutsches Hundewesen verleiht hier mehr als 500 Preise für die schönsten Hunde.» In diesem Jahr waren 236 Rassen vertreten. Rund 30 Prozent der Bewerber würden aus dem europäischen Ausland kommen, einige sogar aus Kanada oder Russland, sagt Schiemann-Renner.

Eine Versandfirma für Hundebedarf organisierte eine Modenschau. Laufstegschönheiten aus der Region präsentierten die neuesten Trends in der Hundemode auf dem «Dogwalk». Gecastet wurde außerdem das «Next Dogmodel», das auf dem Cover des nächsten Katalogs werben soll. «Wir bekommen jedes Jahr ungefähr 3000 Bewerbungen», sagt die Verkäuferin Dana Pajer. Sie moderierte auch die Modenschau. Die Trends in diesem Jahr seien Pullover in knalligen Farben ­ für den Hund wohlgemerkt. «Für viele sind die Hunde wie ein Kinderersatz und dementsprechend geben sie auch sehr viel Geld für ihre Lieblinge aus», sagt Pajer.

Die Hersteller haben das längst erkannt und überbieten sich im Anbieten bisweilen skurriler Accessoires: Überall glitzerten und funkelten am Wochenende die Strass-Steinchen. Auch Nahrungsergänzungsmittel liegen voll im Trend. Am Messestand der Camina Pharma GmbH fanden sich Vitaminkonzentrat, Zahnbürsten und Biotin für kräftige Krallen und glänzendes Fell. Sie seien außerdem die Ersten, die eine Bachblütentherapie für Hunde anbieten, betont Gebietsverkaufsleiter Peter Dannehl.

Außer um Schönheit, ging es am Wochenende in Rostock auch um Leistung: Das Publikum erlebte den Frisbee-Champion «Xray» mit seinem Trainer Ralph Grieblinger aus Esens in Ostfriesland in Aktion. «'Xray' gewinnt 95 Prozent aller Turniere in ganz Europa, er gilt als Titelfavorit für den WM-Titel», berichtet der Hundetrainer. Seine Frau und er haben ihr Hobby zum Beruf gemacht, sie betreiben eine Hundeschule, verkaufen Zubehör und Spielzeuge und tingeln mit ihren sieben Hunden über Messen. «Die Hunde können den Sport eigentlich von Anfang an, nur wir Menschen mussten ein paar Jahre üben, um die Frisbees richtig werfen zu können», sagt Grieblinger.

Neben Geld kostet ein tierischer Schönheitskönig auch Zeit: Liane Kubbe aus Uelzen braucht etwa fünf Stunden, um ihren Königspudel «Tietje» für den Wettbewerb vorzubereiten: Waschen, Föhnen, Stylen. Alle zwei Wochen muss er zum Friseur. «Tietje hat schon Preise in Luxemburg, Schweden, Holland und Belgien gewonnen», berichtet die stolze Besitzerin. Das Tier scheint sich an die vielen Bommel und Zöpfchen gewöhnt zu haben. Erlaubt ist, was gefällt.

Dass all der Aufwand im Sinne des Hundes ist, bezweifelt die Tierschutzorganisation PETA stark. Mit einer Demonstration im Vorfeld der Messe hatten die Mitglieder in der Rostocker Innenstadt protestiert. «Dobermänner haben mitunter Herzprobleme, Möpse leiden oftmals an Atemproblemen und Schäferhunde haben häufig Hüftprobleme», sagt Stefan Klippstein von PETA. Die Kampagne der Organisation «Rassenwahn. Falsch bei Menschen. Falsch bei Hunden», soll die Menschen für diese Probleme sensibilisieren.

Peggy Rewitz, Ausstellungsleiterin des Verbandes für das Deutsche Hundewesen, findet diese Kampagne «ganz schrecklich». Die in Rostock ausstellenden Züchter würden strengen Kontrollen unterliegen, der Verband setze sich ebenfalls gegen Überzüchtung, Hundehandel und Ausbeutung der Hündinnen ein. Die Grundsatzkritik der Tierschützer an der Rassenzucht kann Rewitz nicht nachvollziehen. «Die Hunderassen wurden doch für bestimmte Aufgaben gezüchtet, warum soll man das nicht erhalten? Auch Chihuahuas erfüllen eine Aufgabe: Sie leisten Gesellschaft.»

Im Gegensatz zu Mischlingen sei der Charakter von Rassehunden besser abschätzbar und könne den Bedürfnissen des künftigen Halters entsprechend ausgewählt werden. «Bei Mischlingen weiß man nie so genau, was für ein Hund dabei herauskommt und ob ihn jemand haben will. Dann lieber kontrollierte Züchtung», sagte Rewitz. Von Änne Cordes, dpa

dpa-infocom



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