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Tiere       » News         » Tipps zur Tierhaltung

Verschiedene Kleintierarten nicht in einem Käfig halten

Berlin Meerschweinchen zu Kaninchen, Hamster zu Chinchilla: Was optisch gut zusammenpasst, gehört nicht unbedingt zusammen.

Kleintiere können sich nicht nur in ihrem Tages- und Nachtrhythmus behindern, sondern im schlimmsten Fall auch aufeinander losgehen.

Meist werden Meerschweinchen , Hamster und Kaninchen getrennt voneinander gehalten. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass Menschen verschiedene Kleintiere gemeinsam in einem Gehege halten. Wer jedoch glaubt, dass die kleinen Fellknäuel allein nur wegen ihrer Größe bestens zusammen passen, irrt gewaltig. Experten warnen sogar davor, unterschiedliche Kleintierarten gemeinsam zu halten.

«Früher dachte man, dass es gut sei, Kaninchen mit Meerschweinchen zusammenzuhalten», erinnert sich Klaus Kutschmann vom Ausschuss Kleintiere der Bundestierärztekammer in Berlin. «Man dachte, dass Kaninchen dann aus irgendeinem Grund nicht so oft krank werden.» Das stimmt jedoch nicht, wie man heute wisse. «Keine Kleintierart schützt eine andere vor bestimmten Krankheiten, nur weil beide in ein und demselben Gehege sitzen.»

Im Gegenteil: Meist bringt die gemeinsame Haltung sogar schwere Probleme mit sich, wie auch Klaus Oechsner, Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands, sagt. «In der Natur funktioniert es meist zwar ganz gut, doch in privater Haltung kann ein Tier aus so einer Gemeinschaft nicht einfach ausweichen, und das kann schwierig werden.» Der Experte urteilt daher: «Die dauerhafte gemeinsame Haltung von Kleinsäugern ist äußerst schwierig.»

Dafür gibt es teilweise ganz offensichtliche Gründe. «Ein Hamster sollte beispielsweise schon allein deswegen nicht mit einem Meerschweinchen gehalten werden, weil er einen engmaschigeren Käfig braucht, um nicht entwischen zu können», sagt der Tierarzt Jan Balzar aus Schleswig. Hinzu komme, dass Hamster nachtaktiv seien, was sich mit tagaktiven Tieren nicht vertrage.

Ähnliches gilt für die eher nachtaktiven Chinchillas, wie Kutschmann betont. «Das passt nicht zu tagaktiven Tieren.» Doch auch tagaktive Tiere dürfen nicht einfach wahllos miteinander gehalten werden. «Degus zum Beispiel bauen Höhlen, das mögen Meerschweinchen nicht», erklärt Veterinär Kutschmann. Außerdem müsse man grundsätzlich beachten, dass verschiedene Arten unterschiedliches Futter bräuchten. «Das kann man in einem gemeinsamen Gehege nicht gewährleisten.»

Noch problematischer könnte es allerdings werden, wenn zwischen den verschiedenen Arten Rangordnungskämpfe ausgetragen werden. «Die Tiere wollen die Rangordnung klären», erklärt Kutschmann. «Das kann zu blutigen Kämpfen führen.» Balzar bestätigt: «Es gibt manchmal Fälle, wo ein Kaninchen ein Meerschweinchen attackiert.» Laut Kutschmann kommt es zudem vor, dass beispielsweise Meerschweinchen oder Kaninchen die Nachzucht der Hamster fressen. Doch auch erwachsene Tiere greifen sich äußerst heftig an, wie Oechsner sagt. «Die Tiere können sich gegenseitig tot beißen.»

Nur mit zahlreichen Einschränkungen und nur sehr zögerlich sehen die Experten daher lediglich eine Möglichkeit bei der gemeinsamen Haltung von Meerschweinchen und Kaninchen. «Wenn sie von klein auf zusammengehalten werden, könnte es klappen», sagt Oechsner. «Doch sobald die Tiere geschlechtsreif werden, besteigen sie sich gegenseitig und können bitterböse zubeißen.» Kutschmann rät daher, die Tiere in einem ausreichend großen Gehege zu halten und die Männchen kastrieren zu lassen. Außerdem sollten jeweils zwei Meerschweinchen und zwei Kaninchen zusammenleben, damit jede Art einen Artgenossen habe.

Dabei bleibe das Grundproblem jedoch bestehen, betont Balzar. «Verschiedene Arten haben unterschiedliche Formen der Kommunikation.» So verstehe ein Meerscheinchen kein Kaninchen und umgekehrt. Das sei vergleichbar mit Hunden und Menschen: «Das ist häufig eine sehr schöne Beziehung, aber irgendwann möchte man als Mensch ja auch mit einem anderen Menschen sprechen - die Unterschiede sind einfach zu groß.» Deshalb gelte: «Am besten werden nur Artgenossen zusammengehalten.» Ausnahmen sind möglich Wie so oft, gibt es auch bei der Haltung von Kleintieren seltene Ausnahmen. «Es kommt immer wieder vor, dass es besondere Tierfreundschaften gibt», erzählt Klaus Oechsner vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands. So habe er selber schon erlebt, dass sich eine Katze bestens mit Meerschweinchen verstehe. «Doch so etwas ist wirklich eher die obskure Ausnahme.» Von Aliki Nassoufis, dpa

dpa-infocom



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