pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Tiere       » News         » Tipps zur Tierhaltung

Hilfe auf vier Pfoten: Tiere unterstützen Therapien

Bremen Tiere können nicht nur der beste Freund des Menschen sein, sondern auch heilen. Sie helfen Kranken zu entspannen oder sich zu öffnen.

Bei vielen Therapien sind sie deshalb ein fester Bestandteil und übertreffen in ihrer Wirksamkeit oft menschliche Möglichkeiten.

Zwar verlangen zum Beispiel Hunde viel Aufmerksamkeit, weil sie ständig bespaßt oder Gassi geführt werden wollen. Die Reaktion von Fremden ist aber meist freundlich, wenn Herrchen oder Frauchen ihnen unterwegs mit schwanzwedelndem Hund begegnen. Diese positive Wirkung, die auch bei vielen anderen Tieren zu beobachten ist, machen sich Therapeuten zunutze, die Haustiere bei Behandlungen einsetzen.

Sie sollen dabei die eigentliche Therapie unterstützen - oft nur durch ihre Anwesenheit, sagt Detlev Nolte vom Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft in Bremen. Der grundlegende Wirkungszusammenhang dahinter sei, dass Menschen für Haustiere Empathie empfinden. Sie haben ihnen gegenüber keine Vorurteile und reagieren daher meistens positiv.

«Die Beziehung zu Tieren ist evolutionär begründet», erläutert Prof. Erhard Olbrich, der die Psychologie der Mensch-Tier-Beziehung erforscht hat und Präsident der International Society for Animal-Assisted Therapy ist. Denn die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte haben Menschen mit Tieren zusammengelebt.

«Im direkten Kontakt mit Tieren verändert sich das Verhalten der meisten Menschen unmittelbar», ergänzt Kristina Saumweber vom Institut für Tiergestützte Therapie und Pädagogik in Grafenau. Weil es schön sei, mit einem Tier zu spielen oder es zu streicheln, verbessere sich die Stimmung. Die Menschen entspannten sich und könnten Konventionen oder Blockaden abstreifen.

Studien hätten gezeigt , dass Körperkontakt mit Tieren zudem das Cortisollevel sinken lasse und somit Stress abbaue. «Hierdurch öffnet sich für den Therapeuten ein Fenster, das sich sonst vielleicht erst später oder gar nicht öffnen würde», sagt Saumweber.

Denn die Tiere wirken sich nicht direkt auf die eigentliche Erkrankung aus. Ausgebildete Therapeuten setzten Tiere «unterstützend» ein, betont Prof. Olbrich. Bei der begleitenden Therapie von Kindern etwa sind Hunde nur ein «Hilfsmittel im Hintergrund», nennt Detlev Nolte vom Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft ein Beispiel. «Sie wirken nicht spezifisch. Damit therapiere ich nichts weg.»

Die Einsatzmöglichkeiten von Tieren bei der Unterstützung von therapeutischen Prozessen sind laut Prof. Olbrich sehr vielfältig. Das Spektrum, in dem tiergestützte Therapien zum Einsatz kommen, reicht von Lähmungen und Behinderungen bis zu neurologischen Erkrankungen.

Hinzu kommen laut Detlev Nolte die Fälle, bei denen Tiere die Lebensqualität verbessern helfen - etwa von Behinderten oder Bewohnern von Seniorenheimen, die abgesehen vom Pflegepersonal kaum soziale Kontakte haben. Beim Besuch von Hunden oder Kaninchen in Heimen können Bewohner die Tiere streicheln und bekommen so wichtigen Körperkontakt, der angesichts der angespannten Pflegesituation in vielen Einrichtungen nicht möglich ist. Und ein Spaziergang mit Hund eröffnet Behinderten mehr Kontakte, weil der Hund quasi als «sozialer Katalysator» wirkt: Sie werden durch ihn eher angesprochen.

Voraussetzung für eine tiergestützte Therapie ist laut Kristina Saumweber jedoch, dass sich die Patienten für Tiere interessieren und Lust haben, mit ihnen zu arbeiten. «Wenn jemand keine Tiere mag oder gar Angst hat, hat es wenig Sinn.» Auch bei Allergikern oder Phobikern, die bei Tierkontakt regelrecht in Panik geraten, sei eine solche Therapie von Nachteil.

Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft

Institut für Tiergestützte Therapie und Pädagogik

International Society for Animal-Assisted Therapy Kosten zahlen Patienten meist selbst Tiergestützte Therapien erleben seit einigen Jahren einen Boom in Deutschland, sagt Kristina Saumweber vom Institut für Tiergestützte Therapie und Pädagogik in Grafenau. Allerdings würden die Kosten in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Es gebe jedoch mittlerweile viele Therapeuten, die Tiere einsetzen und dann regulär ihre Therapieform mit der Kasse abrechneten. «So profitieren die Patienten auch, wenn sie sich keine private Bezahlung leisten können» sagt Saumweber. Von Felix Rehwald, dpa

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
rz lexikon
Energiesparen