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Beruf & Bildung     » News     » Recht     » Weiterbildung     » Wie werde ich…?

Wie werde ich...? Schuhmacher

Bonn/Sankt Augustin Absätze oder durchgelaufene Sohlen reparieren? Das klingt nicht gerade spannend.

Schuhmacher tun aber viel mehr: Maßschuhe anfertigen zum Beispiel. Das ist eine kreative Aufgabe. Ein Grund, warum der Beruf zunehmend auch Frauen anzieht.

«Im Keller ist es duster, da wohnt ein armer Schuster» - in diesem alten Spruch klingt die Arbeit von Schuhmachern nicht gerade nach einem Traumjob. Ganz so schlecht ist das Image dieses Berufs zwar nicht mehr. Viele haben aber nach wie vor ein recht angestaubtes Bild von diesem traditionellen Handwerk. Zu Unrecht: Denn es bietet nicht nur einen vielseitigen Arbeitsalltag, sondern auch gute Berufsaussichten.

Wer Schuhmacher werden will, muss eine dreijährige Ausbildung in einem Meisterbetrieb absolvieren. Darin geht es zum einem um handwerkliche Techniken. Azubis befassen sich aber auch mit dem Material von Schuhen und der Anatomie des Menschen. «Entscheidend ist, dass die Auszubildenden das nötige Geschick, Sorgfalt und Spaß an handwerklicher Arbeit mitbringen», sagt Helmut Farnschläder, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Schuhmacher-Handwerks in Bonn. «Zwei linke Hände sollte man nicht haben. Und natürlich nicht in Ohnmacht fallen, wenn man einen Schweißfuß riecht.» Es handele sich eben um ein Handwerk, und da bekomme man auch schmutzige Finger.

Wer das in Kauf nimmt, hat schon mit einem guten Hauptschulabschluss Chancen auf eine Lehrstelle. Es gebe derzeit mehr Ausbildungsplätze als Interessenten, sagt Peter Schulz vom Fuß und Schuh Info Office (F.U.S.I.O.) in Sankt Augustin. Er führt das unter anderem darauf zurück, dass sich junge Menschen häufiger für aus ihrer Sicht modernere Berufe entscheiden. «Das manchmal etwas altmodisch anmutende Image ist der Schuhmacherberuf bis heute leider immer noch nicht ganz losgeworden», erklärt Schulz. «Viele junge Menschen glauben, dass man als Schuhmacher nur allein in einer dunklen Werkstatt sitzt und Sohlen aufklebt. Das ist aber nicht so.»

Denn ein Schuhmacher muss auch oft an den Ladentisch, um die Kunden zu bedienen und zu beraten. Und die Reparatur der Schuhe ist ebenfalls vielseitig. Dazu gehören Klassiker wie der abgebrochene Absatz oder die durchgelaufene Sohle. «Darüber hinaus gehört es zum Beruf, Maßschuhe anzufertigen», erläutert Farnschläder. Dafür sei eine Portion Kreativität nötig. Und am Ende der Ausbildung muss jeder Lehrling ein Paar Schuhe als Gesellenstück herstellen.

Bewerber für diesen Beruf sollten nicht nur gern in einem Kleinbetrieb arbeiten. Sie müssen sich auch auf die Arbeitsbedingungen in einer Werkstatt einstellen. Dazu gehört die Arbeit bei künstlicher Dauerbeleuchtung, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg erläutert. Auch an die Geruchsbelästigung oder Hautreizungen durch Farben, Kleb- und Kunststoffe müssen Schuhmacher sich gewöhnen. Mitunter sei es auch nötig, einen Gehörschutz gegen den Maschinenlärm zu tragen.

Obwohl es sich um einen klassischen Handwerksberuf handelt, ist er keinesfalls eine reine Männerdomäne. «Etwa ein Drittel der Auszubildenden sind derzeit Frauen - Tendenz steigend», sagt Schulz. «Wahrscheinlich liegt es daran, dass Frauen einen stärkeren Drang zum Schuh haben als Männer, und sie erkennen eher den kreativen als den handwerklichen Faktor.»

Außerdem haben sie sich Schulz zufolge für einen Beruf entschieden, der gute Aussichten auf eine Anstellung oder eine Existenz als Selbstständiger bietet. «Der Rückgang an Schuhmacherbetrieben, den es bis vor ein paar Jahren gab, ist gestoppt», sagt der F.U.S.I.O.-Geschäftsführer. Es gebe schließlich über 160 Millionen Füße und mehr als eine Milliarde Paar Schuhe in Deutschland. «Schuhe werden immer getragen - und müssen häufig natürlich auch repariert werden.»

Zentralverband des Deutschen Schuhmacherhandwerks

Europäische Vereinigung des Schuhmacherhandwerks

Fuß und Schuh Info Office e.V .

Berufsbild der Bundesagentur für Arbeit Alternative Orthopädieschuhmacher Wer sich von vornherein auf den medizinischen Aspekt dieses Berufs konzentrieren möchte, kann in einer dreieinhalbjährigen Ausbildung Orthopädieschuhmacher werden. Laut der Bundesagentur für Arbeit fertigt man dann neben orthopädischen Schuhen fußmedizinische Heil- und Hilfsmittel an. Überwiegend handele es sich dabei um Einzelstücke, die den Kunden individuell angepasst werden. Hauptsächlich arbeiten Orthopädieschuhmacher in Fachbetrieben, Reha-Kliniken und Sanitätshäusern. Von Sascha Rettig, dpa

dpa-infocom


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