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HP-Korruptionsaffäre: Hinweise aus Deutschland

New York/Dresden Die Korruptionsaffäre beim weltgrößten Computerbauer Hewlett-Packard weitet sich aus.

Nachdem deutsche Ermittler das Verfahren ins Rollen brachten, bohren nun ihre US-Kollegen noch tiefer.

Sie verlangen von dem in Kalifornien ansässigen Großkonzern zusätzliche Informationen zu Geschäften in Russland, Serbien und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

Wie Hewlett-Packard in seinem diese Woche vorgelegten Jahresbericht einräumt, stehen mittlerweile Beschäftigte in Deutschland, Österreich, Russland, Serbien, den Niederlanden und der GUS unter Verdacht, bei der Sicherung von Aufträgen mit Geld nachgeholfen zu haben. Auch zwei ehemalige Spitzenmanager müssen sich Fragen gefallen lassen. Die Geschäfte reichen zurück bis ins Jahr 2000. HP sicherte zu, in vollem Umfang mit den Behörden zu kooperieren.

Ursprünglich war nur ein einzelner 35 Millionen Euro schwerer Vertrag zur Lieferung von Hard- und Software an die russischen Staatsanwaltschaften ins Zwielicht geraten. Bei deutschen Staatsanwälten war der Verdacht aufgekeimt, dass HP-Mitarbeiter sich das Geschäft durch unzulässige Zahlungen gesichert hatten. Mit drin hängen soll auch eine ehemalige deutsche HP-Tochter. Es folgten im Dezember 2009 und im April 2010 Durchsuchungen in HP-Büros in Böblingen und Moskau.

Die Affäre kann für den Computerhersteller noch richtig teuer werden: In den USA gibt es zwei Schadenersatzklagen. Anleger werfen dem damaligen Management vor, bei der Bekämpfung von Korruption im Unternehmen versagt zu haben. Die Kläger wollen unter anderem den ehemaligen Konzernchef Mark Hurd persönlich zur Rechenschaft ziehen. Nach einer öffentlich breitgetretenen Affäre mit einer Ex- Mitarbeiterin hatte Hurd seinen Dienst quittieren müssen und arbeitet nun beim Softwarekonzern Oracle.

Der für die Ermittlungen in Deutschland zuständige Dresdner Staatsanwalt war am Freitag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

HP-Jahresbericht, Seiten 145/146

dpa-infocom


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