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Neue «Popstars»-Band will an die Spitze

Berlin - Buntes Make-up gegen trübe Aussichten: Einen Tag nach dem «Popstars»-Finale präsentierte sich die frisch formierte Mädchenband LaViVe perfekt gestylt und dauerfröhlich in Berlin. Ihre Erfolgsaussichten sind allerdings eher düster.

Noch nie waren die Einschaltquoten bei einem Finale der ProSieben-Castingshow so niedrig, ehemalige Gewinner sind teilweise längst in der Versenkung verschwunden. Die vier Mädchen wollen davon aber nichts hören. Ihr Ruhm soll länger halten als der ihrer Vorgänger.

«Wir haben uns geschworen , dass es klappen wird», sagte Bandmitglied Sarah (22) bei der ersten Pressekonferenz der Girlband in Berlin. «Wir wollen es schaffen, egal wie.»

Neben der Kosmetikerin Sarah wählten die Zuschauer der neunten «Popstars»-Staffel noch die Abiturientin Katrin (20) aus Duisburg, die arbeitsuchende Meike (24) aus Schwarzenbach an der Saale und die Schülerin Julia (17) aus Oberhausen in die Band. 2,13 Millionen Zuschauer verfolgten das Finale am Donnerstagabend im Fernsehen. Bei der Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren betrug der Marktanteil 14,5 Prozent - und lag damit deutlich hinter den Quoten der Vorjahre.

Die Girlband hält dennoch am Traum vom dauerhaften Ruhm fest. «Wir brauchen keinen Plan B», sagt Julia. Auch Bandkollegin Katrin, die am Vorabend als letztes Mitglied in der Gruppe gewählt wurde, stimmt zu. «Wir machen uns da gar keinen Druck», sagt die Blondine. «Unsere Musik ist einfach super.»

Ihre erste Single ist am 10. Dezember erschienen und im Vergleich zu den Vorjahren beachtlich. «No Time For Sleeping» geht als Ohrwurm durch, der Refrain ist einprägsam, dazu pumpen dumpfe Bässe - und es gibt eine Rap-Einlage von Katrin. Der Musikmanager Thomas Stein, der auch in der Jury der Show sitzt, glaubt jedenfalls an den Erfolg dieses Songs. «Ich hoffe, dass die Mädchen tatsächlich keinen Schlaf haben, sondern ganz viel arbeiten müssen.» In der Jury saß dieses Mal noch die Sängerin Marta Jandová (Die Happy). Urgestein Detlef «Dee» Soost ist ohnehin seit der ersten Staffel dabei.

Dass ausgerechnet eine Castingshow ihnen den Weg in den Musikhimmel ebnen soll, finden die jungen Frauen nicht problematisch. «Es ist das Beste, was man machen kann», meint Katrin. «Wenn du kein Vitamin B hast, ist es eh schwierig, in diese Schiene reinzugelangen», findet auch Sarah.

Überhaupt sei die «Popstars»-Staffel gut für sie gewesen, sagt die etwas rundliche 22-Jährige. Dadurch habe sie gemerkt, «dass es gar nicht so schlimm ist, anders zu sein», erzählt Sarah. «Nur, weil du ein paar Pfunde mehr hast, bist du nicht minderwertig oder sonst was.» - Die Castingshow als Selbsthilfegruppe.

Dementsprechend selbstbewusst blicken die jungen Frauen in die Zukunft. «Ein Top-Ten-Einstieg wäre schon nicht schlecht», findet die 17-jährige Julia, die an Heiligabend volljährig wird. Viele Weihnachtsgeschenke brauchen die Mädchen von LaViVe nicht mehr. «Das größte Geschenk, was wir uns hätten wünschen können, ist schon in Erfüllung gegangen», sagt Julia. Bandkollegin Katrin findet: «Das war ein super Jahr.»

Ob das kommende Jahr auch mögliche Nachfolger glücklich macht, ist nach Angaben von ProSieben aber noch offen. Die Zukunft des TV-Formats «Popstars» ist nach dem zuschauerschwachen Finale ungewiss. Von Antonia Lange, dpa

dpa-infocom