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Rück- und Ausblick: Die Autojahre 2010 und 2011

Duisburg Normalisierung, Stabilisierung, Entspannung: Fragt man Marktbeobachter nach ihren Erwartungen für das Autojahr 2011, sind das die gebräuchlichen Vokabeln.

Mit vielen neuen Modellen gibt die Branche Gas. Dabei werden alternative Antriebe immer wichtiger.

Mit 3,8 Millionen Neuwagen hatten die Deutschen 2009 so viele Autos gekauft wie schon seit Jahren nicht mehr. Das lag hauptsächlich an der Abwrackprämie. Danach ging es hierzulande steil bergab: 2,95 Millionen Verkäufe erwartet Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen bis Ende 2010. «Doch nun ist die Spitze der Abwrackprämie mit einer Delle ausgeglichen und für 2011 Stabilisierung angesagt», sagt er.

Dafür werden auch zahlreiche neue Modelle sorgen. Mehr als 100 Premieren hat die Automobilindustrie für 2011 angekündigt. Dazu zählen bedeutende Fahrzeuge wie der nächste Audi A6, der neue 3er BMW, VW Up und Opel Zafira sowie die Mercedes-B-Klasse. Die meisten davon werden erstmals im September auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main zu sehen sein, die zum wichtigsten Branchengipfel des Jahres 2011 werden dürfte.

Geben im kommenden Jahr konventionelle Fahrzeuge aus den Volumensegmenten den Ton an, spielte die Musik 2010 vor allem in den Nischen: «Es wurden weitere Segmente mit Crossover-Autos und allen möglichen Zwischendesigns entdeckt und schnellstens gefüllt», blickt Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg zurück. Besonders erfolgreich seien die Hersteller allerdings mit kompakten Geländewagen gewesen, stellt Dudenhöffer fest: «VW Tiguan, BMW X3 und X1, Ford Kuga, Dacia Duster und andere Kompakt-SUV haben sich deutlich besser verkauft als im Vorjahr.» Mit einem Absatzplus von 22 Prozent seien diese Fahrzeuge aktuell die Trendautos in Deutschland.

Meistverkauftes Auto war 2010 hierzulande allerdings wieder der VW Golf. Dabei ist das Angebot an Neuwagen laut Margetts beinahe rekordverdächtig: «Zum Stand Ende November konnten die Kunden in Deutschland zwischen 6766 Neuwagenversionen auswählen.»

Nie gab es Neuwagen so günstig wie in diesem Jahr. «Wir haben mit Spitzenwerten von 32 Prozent die höchsten Rabatte beobachtet», sagt Dudenhöffer. Mit derart hohen Preisnachlässen sei im nächsten Jahr nicht mehr zu rechnen, weil die Nachfrage nach Neuwagen wieder steigen werde, so der Marktbeobachter.

Hybridmodelle werden dabei eine Rolle spielen, denn das Interesse am elektrifizierten Verbrenner wächst. «2010 haben Hybrid-Pkw erstmals einen Marktanteil von 0,5 Prozent erreicht», sagt Dudenhöffer. Gründe dafür seien unter anderem, dass mit Fahrzeugen wie dem Toyota Auris die Technik in der Kompaktklasse angekommen ist und mit Porsche Cayenne und VW Touareg erstmals deutsche Hersteller im großen Stil auf den Hybrid-Zug aufgesprungen sind. Mit Audi Q5, BMW 5er und Mercedes-E-Klasse folgen 2011 die nächsten Modelle aus Deutschland. Den ersten Diesel-Hybrid-Motor will das französische Unternehmen Peugeot im Kompaktvan 3008 zum Einsatz bringen.

Ein Exot bleibt dagegen das Elektroauto - auch wenn die Auswahl 2011 größer wird: Mit einem technisch baugleichen Kleinwagen, der bei Citroën als C-Zero, bei Peugeot als I-On und bei Mitsubishi als i-Miev verkauft wird, startet im Frühjahr der Großserienverkauf. Zum Jahresende wird man dann den Nissan Leaf, Chevrolet Volt und Opel Ampera auch in Deutschland kaufen können. Allerdings haben es Elektroautos ohne Förderung schwer, ist Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn überzeugt. Der Verband fordert unter anderem zinslose Kredite und Steuervergünstigungen beim Kauf. «Ein positiver Effekt könnte auch durch begünstigtes Parken in Innenstädten erzielt werden», so Köster.

Wer künftig weiterhin mit Benzin unterwegs ist, sollte 2011 an der Zapfsäule genau hinsehen: Ab Januar dürfen die Tankstellen in Deutschland die neue Sorte E10 anbieten - Ottokraftstoff mit 10 Prozent Bioethanolanteil. Bisher waren 5 Prozent des Alkohols im Sprit die Höchstgrenze. Nicht alle Autos vertragen E10: Gerade bei älteren Modellen können Motorschäden auftreten. Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat auf ihrer Homepage eine Liste veröffentlicht, aus der hervorgeht, welche Fahrzeuge E10-fähig sind und welche nicht. Diese Informationen sind auch auf der Webseite des ADAC erhältlich - oder direkt bei den Fahrzeugherstellern.

2011 kommen dem Automobilclub von Deutschland (AvD) zufolge noch weitere Neuerungen auf Autofahrer zu: Das Wechselkennzeichen soll den Einsatz mehrerer Fahrzeuge mit demselben Nummernschild erlauben. Dass Jugendliche ab 17 Jahren ihren Führerschein machen können, wird vom Modellversuch zum Regelfall. Außerdem müssen alle neuen Automodelle künftig mit ESP und Tagfahrlicht ausgestattet sein.

Zu den wichtigsten Änderungen seit Januar 2010 zählen laut dem AvD die gesetzliche Verankerung der Winterreifenpflicht und die Abschaffung der Prüfplakette für die Abgasuntersuchung. Außerdem können Bußgeldbescheide aus dem Ausland jetzt auch hierzulande vollstreckt werden.

DAT-Übersicht zur E10-Verträglichkeit

ADAC-Übersicht zur E10-Verträglichkeit Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom


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