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Wie werde ich...? Forstwirt

Kelheim/Bonn Ein grüner Filzhut auf dem Kopf, das Gewehr über der Schulter und einen Dackel an der Seite: Förster ist ein verklärter Beruf.

Dabei müssen moderne Forstwirte heute je nach Ausbildung entweder echte Kraftpakete oder gewiefte Manager sein.

Mit lautem Dröhnen arbeitet sich die Motorsäge in den Stamm. Dann kracht es laut, und die Fichte stürzt zu Boden. Noch die Äste absägen, schon geht es zum nächsten Stamm. Baumfällen ist Akkordarbeit - und die Hauptaufgabe von Forstwirten. Mit der Romantik im Fernseh-Forsthaus Falkenau hat das wenig zu tun. Trotzdem übt der Arbeitsplatz mitten im Wald auf viele einen besonderen Reiz aus.

«Als Forstwirt kann man die Liebe zur Natur mit dem Interesse an der Technik verbinden», sagt Albert Rauch von der Bayerischen Waldbauernschule in Kelheim an der Donau. Und man sehe den Wald wachsen: «Auf Flächen, die man selbst angepflanzt hat, stehen 30 Jahre später plötzlich stattliche Bäume. Das hat schon was.»

Es gibt zwei unterschiedliche Ausbildungswege für Forstwirte. Der eine führt über eine duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. «Das sind die klassischen Waldarbeiter - bei uns in Bayern hat man früher Holzknecht gesagt», erzählt Rauch. Im großen Staatsforst sind die Waldarbeiter an die Vorgaben des Revierförsters gebunden. In kleineren Privatwäldern haben sie oft einen großen Handlungsspielraum: Sie entscheiden selbst, welchen Baum sie wo pflanzen und wann sie einen Baum fällen.

«Am Anfang der dreijährigen Ausbildung muss man erstmal die Bäume, Sträucher, Pflanzen und Tiere kennenlernen», sagt Rauch. Dann geht es schnell ans Handwerkliche. Zwar werden immer häufiger hochmoderne Erntemaschinen eingesetzt, aber 70 Prozent der deutschen Waldfläche sind für die sogenannten Harvester nicht erreichbar. «Wer schwere, stattliche Bäume fällt, muss ergonomisch arbeiten, den Wald schonen und vor allem auf seine Sicherheit achten», sagt Thomas Maur, Ausbildungsberater bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn.

Auszubildende bekommen nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung zwischen 484 und 690 Euro im Monat. Für Gesellen ist ein Lohn zwischen 1588 und 1942 Euro üblich. Die meisten Azubis haben einen Hauptschul- oder Realschulabschluss, aber auch ohne Schulabschluss haben Bewerber Möglichkeiten, sagt Ausbildungsberater Maur. «Viele kommen über ein Praktikum an eine Ausbildungsstelle.» Nach einigen wirtschaftlich schwierigen Jahren ist der Arbeitsmarkt für Forstwirte inzwischen wieder belebter. «In diesem Jahr sind 70 Prozent unserer Leute nach der Ausbildung übernommen worden, wenn auch teilweise nur mit Zeitverträgen», erzählt Maur.

Einen ganz anderen Beruf haben studierte Forstwirte. Sie sind moderne Manager rund um den Wald. «Der Studiengang heißt nicht ohne Grund Forst-Wirtschaft», sagt Prof. Bastian Kaiser, Rektor der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg bei Tübingen. «Ein Förster kann sich nicht im Wald verstecken. Er muss auch wirtschaftliche Produktionsentscheidungen treffen und im internationalen Holzhandel bestehen können.»

Ganz nah dran an der Natur sind die studierten Forstwirte allerdings nicht mehr. «Je höher der Abschluss ist, desto mehr arbeitet man im Büro in Verwaltung oder Forschung», sagt Jutta Rothe, Studienberaterin für die Forstwissenschaften an der Universität Göttingen. Die Berufschancen schätzt sie auch für Hochschulabsolventen wieder ganz gut ein: «Im öffentlichen Dienst stehen wir vor einer großen Pensionierungswelle.»

Arbeitsagentur - Forstwirt

Landwirtschaftskammer NRW

Forstausbildung in Baden-Württemberg

Forstministerium Bayern

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg

Forstwissenschaft in Göttingen Neue Aufgaben durch Bioenergie Holz als nachwachsender Rohstoff spielt bei fast allen Diskussionen um den Klimaschutz eine große Rolle. Gerade für studierte Forstwirte eröffnen sich dadurch ganz neue Tätigkeitsfelder - allerdings sollten sie sich von vornherein spezialisieren. An der Forsthochschule Rottenburg gibt es inzwischen einen Bachelor-Studiengang für Bio-Energie. In Göttingen können sich Master-Studenten zum Beispiel einen Schwerpunkt auf Waldökologie oder die Holzindustrie legen. Ein Studiengang «Tropical and International Forestry» bereitet zum Beispiel auf einen Job in Entwicklungsländern vor. Von Marc Herwig, dpa

dpa-infocom


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