pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Garten & Umwelt     » News     » Gartenwelt     » Umwelt     » Zeit für…

Ideal für trockene Böden: Kiesbeete sind pflegearm

Bonn Für viele Gartenbesitzer ist der eigene Kiesgarten ein Muss: Er mutet mediterran an, weil Lavendel und Sedum-Arten besonders gut wachsen.

Er verträgt Trockenheit und muss kaum neu bepflanzt werden. Ideal sind lehmige Sandböden.

Natürlich steckt auch ein bisschen Mode dahinter. Aber Kiesbeete haben viele Vorteile. Beth Chatto, eine bekannte englische Gärtnerin, gilt als Pionierin der Kiespflanzungen. Ihre Gärten liegen in einer trockenen Region Englands. Im Bereich ihres Kiesgartens herrscht magerer Sandboden vor. Beide Voraussetzungen erfordern bei herkömmlicher Bepflanzung ständiges Wässern. Beth Chatto wollte das nicht. Entsprechend ihrer Maxime, nicht gegen, sondern mit der Natur zu arbeiten, suchte sie nach einer Bepflanzung, die diese Voraussetzungen toleriert.

Sie begann mit Trockenheit vertragenden Arten zu experimentieren, immer die Vorstellung von einem rund ums Jahr attraktiven Gartenbereich vor Augen. So wurden wintergrüne und -graue Arten wie Lavendel, Zistrose (Cistus) und Schwarznessel (Ballota) zu einem Schwerpunkt, die ihrer Pflanzung einen mediterranen Charakter verleiht. Neuseeländer Flachs (Phormium tenax), Yucca, Bergenien und Gräser gesellen sich dazu. Zwiebelblumen mit ihrem an Trockenheit angepassten Lebensrhythmus fühlen sich dort ebenfalls wohl. Sie geben dem Kiesgarten ein immer wieder neues Gesicht: von der Tulpenblüte im Frühjahr über den Zierlauch bis zu den Inkalilien (Alstroemeria) im Hoch- und Spätsommer.

Auch Stauden-Lein (Linum perenne) , hoher Sedum (Sedum telephium) und Goldwolfsmilch (Euphorbia polychroma) machen sich in den Beeten gut. Gräser mischen sich dazwischen wie Kleiner Blauhalm (Schizachyrium scoparium) oder Silberährengras (Achnatherum calamagrostis). Pflegeschritte wie Aufnehmen, Teilen und Neupflanzen können bei den Trockenheit liebenden Kiesbeet-Pflanzen völlig unterbleiben oder in langen Abständen stattfinden. Nur regelmäßiger Rückschnitt ist bei Arten wie Lavendel oder Salvien nötig.

Die Farben wechseln im Laufe des Jahres von den lebhaften Tönen der Frühlingszwiebelblumen über die kräftigen Sommerfarben zum warmen Gold und Rot des Herbstes. Erst im frühen Frühjahr, bevor der Neuaustrieb beginnt, wird zurückgeschnitten. Dann gibt es eine kurze unansehnliche Phase, die aber schon bald wieder von Tulpen, Narzissen und dem frischen Austrieb der Stauden abgelöst wird.

Idealerweise entsteht ein Kiesbeet auf lehmigen Sandböden sowie Sand- und Kiesböden, die bereits von sich aus mager sind und das Wasser gut ableiten. Dort müssen lediglich fünf Zentimeter Boden abgetragen und durch eine gleich hohe Mulchschicht aus Kies oder Split ersetzt werden. Bei schwereren Böden geht es nicht ohne vorheriges Abmagern. Dazu wird mindestens 20 Zentimeter tief abgetragen. In den dann anstehenden Boden werden 15 Zentimeter Kies oder Splitt eingearbeitet. Den Abschluss bildet wieder die fünf Zentimeter starke Mulchschicht aus Kies oder Splitt.

Wichtig ist ein von Wurzelunkräutern freier Boden. Sie setzen sich sonst immer wieder durch. Notfalls kann eine Sperrschicht aus starkem Vlies unter dem Kies ausgebracht werden, die das Unkrautwachstum eindämmt. Zum Pflanzen wird die Kiesschicht an der gewünschten Stelle beiseite geräumt, ein Kreuzschnitt in das Vlies gemacht und die darunter liegende Erde oder Kies-Erde-Mischung so tief ausgehoben, dass der Ballen bis ganz knapp unter die Beetoberfläche reicht. Anschließend wird die Erde angedrückt, das Vlies um den Ballen gelegt und der Kies wieder darauf gefüllt. Noch ein kräftiges Angießen und dann heißt es nur noch: Warten auf die pflegearme Blütenpracht. Wie ein Kiesbeet funktioniert Die dicke Kiesschicht schützt die darunter liegende Erde vor Hitze und Austrocknung. Das Kiesbeet ist daher gar nicht so trocken, wie es auf den ersten Blick scheint. Dank rauer, graufilziger oder wachsüberzogener Blätter verdunsten die Pflanzen wenig und kommen so mit Trockenheit gut zurecht. Außerdem besitzen sie lange, tiefgehende Wurzeln, mit denen sie tiefe, noch feuchte Schichten erreichen. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
rz lexikon
Energiesparen