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Alle paar Jahre umpflanzen: Astern brauchen Veränderung

Bonn Mitte August beginnen die frühen Sorten der Astern ihren Farbreigen aus Blau, Violett, Rosa, Purpur und Weiß.

Den ganzen September und Oktober hindurch lässt Herbstsonne sie strahlen. Anfang November verglimmen auch die Farben der späten Astersorten.

Drei Asternarten teilen den Herbst unter sich auf: Die niedrigen Kissenastern (Aster dumosus), die hohen Glattblatt-Astern (Aster novi-belgii) und Raublatt-Astern (Aster novae-angliae). Bei den letzten Beiden fragen sich Unerfahrene verblüfft, was sie denn außer den glatten und rauen Blättern unterscheidet. Die Blüten sehen doch sehr ähnlich aus und werden beide auch ähnlich hoch. Es gibt aber ein paar deutliche Unterschiede.

Aster novi-belgii-Sorten wie die prächtige 'Karminkuppel' oder die silbrig-rosa 'Rosenquarz' entwickeln kurze Ausläufer. Sie wachsen zu einem dichten, immer breiter werdenden Busch heran. Aster novae-angliae tut das nicht. Ihre Triebe entspringen einem dichten Wurzelstock ohne Ausläufer. Sie formen daher eine klare Pflanzengestalt.

Also besser nur Raublatt-Astern pflanzen? So einfach ist die Entscheidung nicht, denn Aster novae-angliae haben einen entscheidenden Nachteil. Ihre Sorten schließen bei schlechtem Wetter meist ihre Blüten. Das Purpurrosa von 'Andenken an Paul Gerber', das schneeige Weiß von 'Herbstschnee' und das dunkle Violett von 'Violetta' lassen sich dann nur noch erahnen. Auch für die Vase eignen sie sich mit dieser Eigenschaft nur bedingt. Aster novi-belgii kennen so etwas nicht. Haben sie sich geöffnet, dann blühen sie, egal was das Wetter sagt. Beide Arten haben ihre Reize.

Mit den Kissenastern sind solche Entscheidungen nicht nötig. Sie blühen unermüdlich und bilden saubere, runde Büsche mit Höhen zwischen 25 bis 40 Zentimeter. Einzig die Wahl der Farben kann Kopfzerbrechen verursachen. Lieber das Blauviolett von 'Blauer Gletscher', den blassblauen 'Zwergenhimmel' oder die nur 20 bis 30 Zentimeter hohe lilarosa 'Rosenwichtel'? Ihre Blütenfülle macht deutlich, welche Massenblüher Astern sind. Dicht an dicht sitzen die zwei bis vier Zentimeter großen Blüten entlang der Triebe.

Viele der Astern öffnen einfache Blüten so wie die hellviolette novi-belgii-Sorte 'Blütenmeer' oder die weiße Kissenaster 'Apollo'. Sie tragen einen dichten Ring aus feinen Strahlenblüten um die gelbe Scheibe. Dagegen sind die leuchtend pinkfarbene Raublatt-Aster 'Alma Pötschke', ihre glattblättrige Schwester 'Rosa Perle' und viele andere halbgefüllt. Dicht wie ein kleiner Pelzkragen legen sich ihre Strahlenblüten um die Mitte. Seltener sind ganz oder fast ganz gefüllte wie die lilablaue, leider etwas krankheitsanfällige 'Mary Ballard' oder die violettrosa 'Rosenpompon'. Beide zählen zu den Glattblatt-Astern.

Astern sind Pflanzen der Prärie. In den Weiten Nordamerikas wachsen sie in Flussnähe in einem Meer aus ähnlich hohen Gräsern und Stauden. Sie alle starten nahezu gleichzeitig im Frühjahr und wachsen rasch empor, um von den Nachbarn nicht überholt zu werden. Die Konkurrenz um den Platz ist so groß, dass sie nicht umsinken können. Im Garten ist das anders. Dort stehen sie schon mal allein und sind dann nicht immer ausreichend standfest. Am besten bekommen sie rechtzeitig eine Stütze.

Zwischen all den emporstrebenden Trieben stecken die ältesten Blätter der hohen Astern unten am Stängelgrund bald im Dämmerlicht. Sie sind dann nutzlos und sterben ab. Das heißt, die Aster wird von unten kahl. Auch nach langen Jahren der Züchtung haben sie diese Eigenschaft nicht ganz abgelegt. Damit Astern richtig zur Geltung kommen, brauchen sie Nachbarn, die nackte Stängel verdecken. Kissenastern eignen sich optimal, aber auch Gräser, Fette Henne (Sedum telephium), Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) und etliche andere.

Ebenfalls ein Erbe aus ihrer amerikanischen Heimat sind ihre Ansprüche an den Standort. In Wärme und voller Sonne wollen sie baden, denn Baumschatten gibt es nicht im Grasland. Dank der Nähe zu den Flüssen sind Böden, auf denen Astern wachsen, nährstoffreich und besitzen ausreichende Feuchtigkeit. Auch im Garten wollen sie auf frischen, nahrhaften, aber immer gut durchlässigen Böden stehen.

Gewöhnen mussten sie sich auch an die Dynamik der Flüsse. Mit großer Regelmäßigkeit zerstören Hochwässer ihre Standorte, lagern den Boden um. Wollten Astern überleben, mussten sie schnell wieder Fuß fassen. Das lernten sie so gut, dass sie auch im Garten Veränderung brauchen. Viele Gartenbesitzer schwören darauf, sie alle zwei Jahre umzupflanzen. Doch Hacken im Wurzelbereich genügt zunächst. Aber wenn die Pflanzen blühfaul werden und in der Mitte verkahlen, lässt sich das Aufnehmen, Teilen und Neupflanzen nicht umgehen. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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