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Schallschutz oder Sichtwand: Gabionen erobern Gärten

Recklinghausen Seit einigen Jahren sieht man Gabionen immer wieder als Schallschutzwände an Autobahnen.

Doch die mit Stein gefüllten Drahtkörper eignen sich auch im Garten: als Sicht- und Trennwand oder Einfassung eines Hochbeets.

Schon seit Jahrhunderten werden mit Steinen gefüllte Drahtkörbe zur Befestigung von Hängen eingesetzt. Dank der Vielfalt der Korbformen und der Befüllungsmaterialien lassen sich Gabionen aber auch gut im Garten verbauen. «Anders als recht steril wirkende Mauern mit verfugten Steinen muten Gabionen organischer an», beschreibt Landschaftsarchitekt Reinhold Langen aus dem rheinland-pfälzischen Remagen einen weiteren Vorteil. Hinzu kommt, dass Gabionen kostengünstig sind und sich mit leichter gestalten lassen.

Die Hersteller haben sich auf das neue Geschäftsfeld eingestellt: Mittlerweile sind neben eckigen auch runde Drahtkörbe in den verschiedensten Größen, Maschenweiten, Drahtdurchmessern und Oberflächenlegierungen im Handel erhältlich - üblicherweise in Form eines Bausatzes, der dann vor Ort zusammen gesteckt wird.

Die Wahl einer bestimmten Gabione richtet sich zunächst nach ihrer Funktion. «Generell kann man jedoch sagen, dass kleine Elemente aus gestalterischer Sicht vielseitiger einsetzbar sind», sagt Langen. Und sie lassen sich auch leichter versetzen.

Preiswerte «Minis» mit den Maßen 50 x 50 x 50 Zentimeter sind für rund 30 Euro zu haben. Für einen Korb mit den Abmessungen 200 x 100 x 100 Zentimeter muss man mit gut 130 Euro rechnen. Und das Geflecht für eine Kräuterspirale kostet mehr als das Doppelte. Der Preis steigt mit dem Durchmesser des Drahtes. Gleichzeitig erhöhen sich Stabilität und Sicherheit. Langlebige Körbe müssen feuerverzinkt oder galvanisiert sein. Auch das schlägt sich im Preis nieder.

Die Standard-Maschenweite beträgt 10 x 10 Zentimeter. Die Maschenweite muss aber auf das Substrat abgestimmt sein - beziehungsweise umgekehrt: «Damit das Füllmaterial nicht herausfällt oder ausgeschwemmt wird, muss die größte Masche kleiner sein als das kleinste Füllteil», sagt Christoph Kirschner, Gartengestalter aus Recklinghausen. Als Faustregel gilt: Die Gesteinsgröße sollte etwa dem 1,5 bis 2-fachen der Maschengröße entsprechen.

Zum Befüllen wird gerne Naturstein verwendet. «Besonders beliebt sind mediterran anmutende, beige-braune Jura-Kalksteine, sowie edler grauer Muschelkalk», sagt Reiner Krug, Geschäftsführer des Deutschen Naturwerkstein Verbandes. Aber auch Granit oder Klinker, Glasbruch, Kieselsteine und sogar Recyclingmaterialien kommen zum Einsatz. «Im Prinzip kann jedes Material genutzt werden, das druckfest und frostbeständig ist.»

Gabionen werden mit unterschiedlichen Verfahren befüllt: «Kleine Steine können maschinell eingefüllt werden. Das kann vor Ort geschehen. Es gibt jedoch auch Hersteller, die fertig gefüllt Gabionen anbieten», erklärt Kirschner. Der Vorteil der Fertigvariante ist, dass sie gut verdichtet und damit sehr standsicher ist. Individueller, aber teurer sind von Hand geschichtete Gabionen. «Dafür werden gleichmäßig bearbeitete Steine oder auch Zyklopenmauerwerk genommen», so Kirschner. Denkbar ist auch, nur an der Front hochwertige Steinen und dahinter Grobschotter zu schichten.

Der Aufwand des Aufbaus hängt von der Konstruktion ab. So ist beispielsweise für eine höhere Gabionenwand ein Streifenfundament oder einbetonierte Pfosten notwendig. Neben der Befüllung erfordert auch die Montage mehrerer Körbe Erfahrung und Sorgfalt. «Nur handwerkliche geschickte Hobbygärtner können ihre Gabionengestaltung alleine durchführen. Ansonsten sind Fachleute gefragt. «Allerdings hat auch noch nicht jeder Fachmann fundierte Erfahrungen mit Gabionen», warnt Kirschner. Der Kunde sollte deshalb immer nach Referenzen fragen und sich diese ansehen. Ganz nebenbei kann das die eine oder andere neue Gestaltungsidee liefern.

Einmal aufgebaut, machen Gabionen wenig Arbeit. Das Füllmaterial muss nicht gereinigt werden. «Gabionen sollten aber regelmäßig auf Mängel oder Schäden wie zum Beispiel Hinter- oder Unterspülungen kontrolliert werden», sagt Langen. «Außerdem wird Wildkrautbesatz entfernt, der sich am Draht hochschlängelt oder den Kronenbereich besetzt.» Und wenn die Gestaltung irgendwann nicht mehr gefällt, lassen sich die meisten Körbe abbauen und umsetzen. Gabionen als Lebensraum Ähnlich einer Trockenmauer sind Gabionen ökologische Nischen, wie Gartengestalter Christoph Kirschner erläutert. Zwischen den warmen oberen Steinen suchen Eidechsen Unterschlupf, weiter unten finden Kröten, Blindschleichen und Molche einen Lebensraum und ein Winterquartier. Spinnen, Hummeln, Wildbienen oder Laufkäufer bauen in den Zwischenräumen zwischen den Steinen Nester. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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