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Falsches Licht sorgt häufiger für Ärger

Münster Auch Licht kann die Umwelt verschmutzen.

Gerade in den Innenstädten ärgern sich immer mehr Menschen darüber. Dann ist das Umweltschutzamt der Kommunen gefragt.

Beim Umweltschutz spielt nach Expertenansicht das Thema Licht eine immer größere Rolle. «Lichtimmission ist ein Faktor, der vor allem in dicht besiedelten Wohnbereichen immer wieder zu Diskussionen führt», sagte der Immissionsschutzexperte Andreas Richter. Es gebe zwei Formen von Lichtimmission. Zum Einen verursache starkes Licht in der Nachbarschaft eine direkte Blendwirkung, zum Anderen sorge zusätzliches künstliches Licht für eine generelle Aufhellung des Wohnbereiches. «Außerdem kommen neben dem klassischen Weißlicht in Zeiten der überall grassierenden LED-Reklamen auch immer mehr Probleme mit farbigem Licht hinzu.»

Die meisten Probleme verursachten Flutlichtanlagen von Sportplätzen, Industrieanlagen, große Leuchtreklamen oder beleuchtete Privatparkplätze, erläuterte Richter. Das klassische Beispiel: «Jemand montiert eine kostengünstige Lichtquelle aus dem Baumarkt, die wegen eines ungünstigen Ausstrahlungswinkels neben dem eigenen Parkplatz auch gleich die ganze Umgebung aufhellt.» Kunstlicht hat Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem vom Vogel bis zur Pflanze.

So beeinflusst zu viel künstliches Licht beeinflusst das Liebesleben heimischer Singvögel. Großstadtlicht und Straßenbeleuchtung bringen das Paarungsverhalten von im Wald brütenden Singvögeln durcheinander. Das berichteten Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Ornithologie im September in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift «Current Biology». «Wir haben bei den Vögeln in Straßennähe mehrere Effekte festgestellt: Die Weibchen legen früher ihre Eier und die Männchen beginnen morgens eher ihren Gesang», sagte der Vogelkundler Professor Bart Kempenaers. Teilweise würden sie bis zu eineinhalb Stunden eher trällern.

Der Gesetzgeber habe sich bisher aber schwerpunktmäßig mit den Folgen für Menschen befasst, sagte Richter. Diese seien sehr unterschiedlich - und individuell zu bewerten. «Den Einen stört ein bisschen Restlicht im Schlafzimmer nicht, der Andere braucht absolute Dunkelheit.»

Hauptsaison für Beschwerden über eine Aufhellung der Umgebung sei naturgemäß die dunkle Jahreszeit, berichtet der Sachverständige. «Das sind zum Beispiel Menschen, die von der Arbeit kommen und sich über eine neue, beleuchtete Werbetafel in ihrer Umgebung ärgern. Man hat im häuslichen Bereich einen gewissen Schutzanspruch.» Niemand sei zum Beispiel verpflichtet, sich Vorhänge oder Jalousien anzuschaffen, damit er nicht von künstlichen Lichtquellen beeinträchtigt wird.

Bei berechtigten Beschwerden komme das Umweltschutzamt der Kommune zur Besichtigung vorbei, erläuterte Richter. «Werden dabei Anhaltspunkte für eine Störung gefunden, wird der jeweilige Anlagenbetreiber gebeten, die Lichtquelle an- und wieder auszuschalten.» Städtische Experten messen dann den Unterschied in Lux. Als Faustregel gelte: Wenn man mit dem Rücken zur künstlichen Lichtquelle steht und dabei am Fenster gerade noch die Zeitung lesen kann, besteht der Verdacht auf eine unzulässige Raumaufhellung. «Wird diese nachgewiesen, hat man den Anspruch auf Veränderung», sagte der Immissionsexperte.

dpa-infocom


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