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Nesselsucht: Juckreiz und Quaddeln belasten Psyche

Berlin Nesselsucht ist eine recht unbekannte Hauterkrankung. Tatsächlich leidet jeder vierte bis fünfte Erwachsene einmal im Leben unter der sogenannten Urtikaria.

Zu den Symptomen zählen Juckreiz und Quaddeln. Die psychische Belastung ist oft das größere Problem.

Klara M. aus Ulm* wachte an einem Junimorgen des vergangenen Jahres auf und erschrak: «Ich war am ganzen Körper mit roten Quaddeln bedeckt», erzählt die junge Frau. «Es waren 30 bis 40 Punkte, die wie verrückt juckten.» Eine Odyssee vom Hausarzt zu zwei Notaufnahmen folgte. In der Dermatologie bekam Klara M. endlich die Erklärung für den seltsamen Ausbruch: Nesselsucht, auch Urtikaria genannt. Die Ursache: unbekannt.

So wie Klara M. geht es vielen Patienten, die an einer Urtikaria erkranken. Ihren Namen hat die Nesselsucht durch das Krankheitsbild erhalten: «Die Patienten sehen aus, als wären sie in die Brennnesseln - lateinisch Urtica - gefallen», erklärt Janett Eicholtz vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Berlin. «Die Betroffenen bilden am ganzen Körper und manchmal auch im Gesicht stark juckende Quaddeln und Schwellungen aus.» Jeder vierte bis fünfte Erwachsene leidet in seinem Leben einmal unter einer Nesselsucht.

Diese häufig auftretende Art nennen Mediziner akute Urtikaria. Sie dauert nur einige Minuten bis wenige Tage und klingt von alleine ab. Oft trete sie in Zusammenhang mit einer anderen Infektion auf, erklärt Markus Magerl, Facharzt an der Hautklinik der Berliner Charité. Ab einer Krankheitsdauer von mehr als sechs Wochen sprechen Ärzte von einer chronischen Nesselsucht. Diese kann den Betroffenen über mehrere Jahre - in unterschiedlich starken Schüben - begleiten. «Im Gegensatz zu Krankheiten wie Bluthochdruck, verschwindet sie nach dieser Zeit aber wieder komplett», sagt Eicholtz.

Bei der chronischen Urtikaria wird zwischen einer induzierten und einer spontanen Art unterschieden. «Bei Ersterer wissen die Patienten, wo ihre Pusteln herkommen», erklärt Magerl. Die Quaddeln könnten in diesem Fall zum Beispiel durch Kälte, Druck oder Kratzen entstehen. Bei der chronisch-spontanen Urtikaria bleibe die Ursache hingegen in 90 Prozent der Fälle unbekannt, sagt Eicholtz. Die Urtikaria kann beispielsweise durch Medikamente, Alkoholgenuss oder stark gewürzte Speisen ausgelöst werden. Einige Patienten sind autoreaktiv: Sie haben Stoffe in ihrem Körper, welche die Mastzellen ohne äußere Reize aktivieren.

Die klassische Therapie einer Nesselsucht ist ein Antihistaminikum. «Einem guten Teil der Patienten ist mit der einfachen Dosis eines solchen Mittels geholfen», sagt Magerl. Bei einem explosionsartigen Ausbruch sei auch die kurzfristige Gabe von Kortison möglich. Für die Dauereinnahme sei es aufgrund seiner Nebenwirkungen aber nicht geeignet. Klara M. aber hat für den Notfall Kortisontabletten in der Handtasche. «So kann ich sie nehmen, sollte das Kribbeln einmal losgehen, wenn ich in der Öffentlichkeit bin.»

In den meisten Fällen lassen sich die Symptome einer Urtikaria relativ gut behandeln. Schwerwiegender als der starke Juckreiz ist jedoch häufig der psychische Stress der Patienten. «Jeden Abend schlafe ich ein und weiß nicht, ob ich am nächsten Morgen wieder aussehe wie Quasimodos kleiner Bruder», beschreibt Klara M. das allmorgendliche Aufstehen. «Das ist schon sehr belastend.»

*Name und Ort von der Redaktion geändert

Urtikaria-Forum Von Marina Leunig, dpa

dpa-infocom


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