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Pfote geben und tot stellen: Trickdogging für Hunde

Moers Platz machen ist für Anfänger, Sachen aufheben was für Profis: Beim Trickdogging lernen Hunde allerlei Kunststücke.

Wer das Tier dabei nicht überfordert, verschafft ihm Abwechslung und sich selbst eine nützliche Hilfe im Alltag.

Ob Dogdancing, Agility oder Hindernislauf - Hundehalter finden immer mehr Möglichkeiten, sich mit ihrem Vierbeiner sportlich zu betätigen. Der neuste Trend nennt sich Trickdogging. Damit können Halter die individuellen Stärken des Hundes spielerisch nutzen. Dabei bringt der Mensch seinem Tier Tricks bei wie Pfötchen geben, sich drehen oder Gegenstände ziehen. Doch wer zu viel Ehrgeiz an den Tag legt, verdirbt sich und seinem Hund schnell den Spaß.

Ein Hund müsse geistig und körperlich gefordert werden, sagt Hundetrainerin Sonja Gerberding aus dem schleswig-holsteinischen Wedel. «Den ganzen Tag im Garten rumzurennen, reicht ihm nicht. Dann kennt er irgendwann jeden Grashalm und langweilt sich.» Inzwischen haben viele Zweibeiner erkannt, wie sinnvoll es ist, seinem Hund verschiedene Kommandos zu vermitteln. «Das Schöne am Trickdogging ist, dass man es mit jedem Hund machen kann - mit kleinen und großen, jungen und alten», sagt Hundetrainerin Manuela Zaitz aus Moers. Sogar Hunde mit einer Behinderung können Tricks erlernen, so die Autorin des Buches «Trickschule für Hunde - Kunststücke leicht erlernen». Der Mensch müsse dabei natürlich Rücksicht auf die individuellen Einschränkungen des Tieres nehmen.

Hunde, die zum Beispiel Probleme mit den Hüftgelenken haben, sollten beim Trickdogging nichts machen, was den Bewegungsapparat zu sehr beansprucht, sagt die Expertin. Dazu gehören zum Beispiel Sprünge und Rückwärtslaufen. Auch ein tauber Hund kann Kommandos lernen. «Statt mit Lautkommandos arbeitet man hier mit Sichtzeichen, die taube Hunde genauso gut verstehen wie hörende», erklärt Zaitz. Nur blinde Vierbeiner sollten nicht mit Tricks überfordert werden, weil sie schon genug damit zu tun haben, sich im Leben zurechtzufinden.

Hundeausbilderin Simone Doepp aus dem nordrhein-westfälischen Langenhahn rät Haltern, mit einfachen Tricks und Kommandos anzufangen. «Dazu gehören neben Sitz und Platz auch Pfötchen geben.» Später können Profi-Tricks wie Schnürsenkel aufziehen, Ohren zuhalten, humpeln oder ganze Handlungsstränge dazukommen.

«Hunde werden gern vor immer neue Herausforderungen gestellt», sagt Simone Doepp. Bei den Übungen müssen die Vierbeiner aber eigene Interessen und Vorlieben einbringen können. «Beim Trickdogging steht das gemeinsame Erarbeiten der Tricks im Mittelpunkt.» Der Mensch muss sein Tier gut kennen und wissen, was es gern macht. «Es gibt Hunde, die am liebsten mit ihren Pfoten arbeiten. Für die sind Tricks wie Pfötchen geben oder High Five (Tier nimmt die Pfote so nach oben, dass man 'abklatschen' kann) gut geeignet», erklärt Manuela Zaitz.

Die Hundetrainerin erlebt in ihren Seminaren oft, dass Menschen mit ihren agilen Hunden so viel wie möglich trainieren wollen und dabei übers Ziel hinausschießen. «Zweibeiner neigen dazu, schnell einen gewissen Ehrgeiz zu entwickeln, der mehr schadet als Nutzen bringt.» Sie rät, nicht länger als fünf Minuten am Stück zu üben, da sich die meisten Hunde nicht länger konzentrieren können. Eine gewisse Gelassenheit sei dabei von Vorteil. «Ob der Hund den Trick heute oder morgen kann, ist doch egal. Hauptsache, es macht Spaß.»

«Wie bei vielen anderen Dingen sollte man auch beim Trickdogging aufhören, wenn es am schönsten ist. Dann freut sich der Hund aufs nächste Mal und wird mit gleichem Eifer dabei sein.» Auch Kinder können mittrainieren, so lange ein Erwachsener dabei ist. Wichtig sei aber, dass die Kommandos immer die gleichen sind, so Manuela Zaitz. «Wenn der eine 'Komm!' sagt und der andere 'Hier!', weiß der Hund bald gar nicht mehr, was er machen soll.»

Hunde, die ein paar Tricks beherrschen, machen sich immer wieder gern im Alltag nützlich, heben heruntergefallene Sachen auf oder tragen die Einkäufe in die Küche. «Selbst Tierärzten können Trickdogs die Arbeit erleichtern», sagt Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main. Einem Hund, der auf Kommando sein Pfötchen hebt, könne leichter ein Verband angelegt werden. Vierbeiner, die auf Ansage in der Todesstarre verharren, lassen sich problemlos untersuchen. Auf diese Weise verliert selbst ein Tierarztbesuch für so manchen Hund den Schrecken. Trickdogging-Ausbilder richtig auswählen Sobald etwas zum Trend wird, kommen Anbieter auf den Markt, die damit Geld verdienen wollen. So ist es auch beim Trickdogging. Doch nicht immer handelt es sich dabei um seriöse Kursangebote. Die Frage nach der Ausbildung und Erfahrung des Anbieters kann Klarheit bringen. Hundetrainerin Manuela Zaitz rät, von Leuten Abstand zu nehmen, die sich innerhalb eines Wochenendseminars zum Hundetrainer ausbilden haben lassen. Von Manja Greß, dpa

dpa-infocom


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