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Tiermesse: Pelz für Hunde, Hustensaft für Vögel

Oldenburg Tier-Liebhabern ist wenig zu teuer, wenn es um das Wohlbefinden ihrer Begleiter geht.

Auf der Messe «Mein Tier» in Oldenburg gab es allerlei Produkte zu sehen - vom Futter für Getreideallergiker bis hin zu maßgefertigten Prothesen.

«Funny of Semper-Fidelis» genießt die Aufmerksamkeit. Die graue Katze hält ganz still, als der Juror ihren schönen Körper inspiziert. «Tolles Profil, tolle Augen, tolle Ohren», urteilt Michael Prust. Ihre Besitzerin nickt zufrieden. Schließlich tut sie eine Menge für das Aussehen des Rassetieres.

Mehrmals täglich wird «Funny» gebürstet, vor Wettbewerben gibt es Bäder mit Shampoo, Spülung und pflegender Kur. Im Napf landet nur teures Spezialfutter und frisches Fleisch wie Küken, Lamm oder Hühnerherzen. Ein Luxus-Katzen-Leben, wie es auch ihre Konkurrenten auf der Messe «Mein Tier» im niedersächsischen Oldenburg führen.

Heute heißt es längst nicht mehr nur «mein Haus, mein Auto, mein Boot», sondern auch «mein Hund, meine Katze, mein Pferd». Haustiere sind ein Statussymbol, für das die Deutschen gern tief in die Tasche greifen. 3,6 Milliarden Euro gaben sie nach Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf im vergangenen Jahr für die 22,6 Millionen Katzen, Hunde, Nager, Vögel, Fische und Reptilien aus.

Wofür, das zeigte die «Mein Tier» - die den Veranstaltern zufolge zu den größten Messen dieser Art in Deutschland gehört - am Wochenende auf mehr als 16 000 Quadratmetern. In acht Hallen präsentierten Aussteller fellbesetzte Daunenjäckchen und Perlenketten für modebewusste Hunde, pflanzlichen Hustensaft für Tauben, heilende Magneten und glutenfreie Leckerlis.

«Viele Hunde haben inzwischen eine Getreideallergie oder Diabetes», sagt Günther Panhorst, Vertriebsleiter eines Futterherstellers. «Es gibt da gewisse Parallelen zwischen Hund und Halter», ergänzt Albert Ulrich von einer anderen Firma. Er grinst vielsagend. Seit einigen Jahren hat sein Unternehmen Bio-Futter im Programm. Dem Hund ist meist egal, was er frisst, dem Halter dagegen nicht.

«Die Tiere werden vermenschlicht», beklagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. «Oft steht die Eitelkeit der Zweibeiner über dem Wohlbefinden des Tieres.» Manche Menschen sehen ihr Haustier als einzigen Freund oder Familienersatz. Die kleinen Lieblinge bekommen hübsche Sachen, gesundes Essen und die beste medizinische Versorgung - von homöopathischen Pillen bis zu maßgefertigten Prothesen und Rollwagen für Hunde mit Bandscheibenvorfall.

Kleine Wohnung? Kein Garten? Wenig Zeit? Egal, es kommt nur auf das richtige Tier an. Die Norwegische Waldkatze eignet sich zum Beispiel perfekt für die Großstadt. «Sie müssen klettern können, aber brauchen nicht unbedingt Auslauf», erzählt Michelle Bugdahn. Ein Kletterbaum in ihrer 45 Quadratmeter Wohnung stellt ihre beiden Stubentiger vollkommen zufrieden. Etwa 700 Euro kostet so ein Prachtexemplar.

Sehr genügsam sind auch Würgeschlangen. «Sie brauchen ein großes Gehege, die richtige Luft- und Raumtemperatur, aber sonst nicht viel Pflege», erläutert Carsten Jeschull von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde. In einem Käfig neben ihm windet sich ein fünf Meter langer Netzpython um einen Ast. Nur alle vier Wochen braucht die Riesenschlange Futter.

«Aber man muss wissen, auf was man sich einlässt», betont der Experte. Zoohandlungen verkaufen die noch niedlichen 80 Zentimeter langen Jungtiere, die ihren Haltern irgendwann über den Kopf wachsen. Polizei und Feuerwehr müssen die ausgesetzten Schlangen dann wieder einfangen.

Entsorgung auf der Straße - ein Schicksal, das auch dem kleinen Spitz häufig widerfährt. «Die Leute kaufen einen Spitz, weil er niedlich ist, vergessen aber, dass ein Hund drin steckt», sagt Silvia Friedrichs von der Spitz-Nothilfe. Noch schlechter geht es seinen Verwandten, dem Groß- und dem Mittelspitz. Sie gelten mittlerweile als gefährdete Haustierrassen. Wieso? «Es sind halt keine Modehunde mehr», sagt Friedrichs. Von Irena Güttel, dpa

dpa-infocom


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