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Mode

Die Chino ist die neue Trendhose

Frankfurt/Main/Hamburg Spätestens seit dem Sommer ist klar: Die Jeans hat Konkurrenz bekommen.

Die klassische Baumwollhose ist zurück, doch nicht als schnödes, altbekanntes Freizeit-Modell. Chino heißt die neue, sexy Trendhose für Sie und Ihn gleichermaßen.

Ob es nun an der in den 1960er Jahren angesiedelten Kult-Serie «Mad Man» liegt oder an der Experimentierfreude der Modedesigner: Die zuletzt fast schon verpönte Stoffhose ist das modische Must-Have der Stunde. Die viel gepriesene Chino ist in den aktuellen Kollektionen die neue Jeans.

Chinos sind bequeme Baumwollhosen mit dem einen oder anderen nicht ganz unwichtigen Detail. Wenn sie richtig sitzen und richtig gestylt sind, verleiht ihnen das außerdem viel Lässigkeit. «Es ist der Style der 1950er, 1960er Jahre aus den Fred-Astaire-Filmen und jetzt eben 'Mad Man'», sagt die Modeberaterin Maria Hans aus Hamburg. Vor allem überzeugt die Hose die Experten wegen ihrer zahlreichen Farben, Ausführungen und Möglichkeiten.

«Mit einer Chiffon-Bluse oder feinen Hemdbluse, dazu eine Perlenkette lässt sich die sonst ja eher sportliche Hose veredeln», rät die Designerin Gesine Wessels. «Chinos zeichnen sich durch zwei französische Taschen an der Vorderseite aus, die steil und fast senkrecht eingeschnitten sind und meist aufspringen», erklärt Andrea Hackenberg vom Fachmagazin «Textilwirtschaft» in Frankfurt. Hinten hat die Chino zwei Paspeltaschen, die mit einem Knopf verschlossen werden können.

«Je nach Modegrad gibt es Chinos mit oder ohne Bundfalten - zwei bis drei sind etwa Standard. Je mehr, desto modischer», erklärt Hackenberg. Die Silhouette ist konisch zulaufend - je karottiger der Schnitt, desto modischer der Look. Auch beim Stoff gibt es klare Vorschriften - zumindest für das Original. «Ursprünglich wurden die Chinos als leichte Uniformhose für die Soldaten im Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 entwickelt», sagt Wessels.

Deswegen seien sie aus leichter Twill-Baumwolle mit fester, strapazierbarer Körperbindung. «Da der Stoff ursprünglich in China gefertigt wurde, erhielt er den spanischen Namen «Chino», der dann auf die Hose übertragen wurde», ergänzt der Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt. Die Chino hat also eine lange und wechselvolle Entstehungsgeschichte.

Doch wie wird sie im 21. Jahrhundert getragen? «Da die Seitentaschen schnell aufspringen und auch Bundfalten nicht für jede Frau vorteilhaft sind, ist die Suche nach dem richtigen Modell nicht immer einfach», sagt Hans. Der Look soll lässig sein - das bedeute aber nicht, dass die Hose eine Nummer zu groß sein darf. Zu eng darf sie aber noch weniger sitzen: «Auf keinen Fall sollte die Chino voll ausgefüllt werden.»

Grundsätzlich gilt: Je tiefer der Bund, desto weniger werden Bauch und Hüften betont. Und im Zweifelsfall lieber auf die Bundfalte verzichten - die Chino gibt es immerhin in zahlreichen Modellen und Farben. Klassisch ist die Chino allerdings beige oder khaki.

Maria Hans rät Frauen, die Schuhe jetzt im Winter eher sportlich-rustikal zu wählen und beim Oberteil auf Weiblichkeit zu setzen: «Gerade die jetzt aktuellen halbhohen Schnürstiefel oder Stiefeletten passen prima.» Hochgekrempelte Hosenbeine unterstützen den Look. Im Sommer passten Ballerinas, Turnschuhe oder High Heels dazu.

Und auch für den trendigen Mann bietet die Chino viele Variationsmöglichkeiten - etwa in Kombination mit Karohemd und zum Cord- oder Flanell-Sakko. «Mit kernigem Grobstrick und Lederjacke entsteht ein smarter und casualiger Look», sagt Rose. Mit Blazer, Krawatte und feinem Schuhwerk verliert die Chino den einst militanten Charakter und wird durchaus als gepflegte Alternative zu Jeans akzeptiert - zumindest in einigen Berufen selbst im Büro.

«Diese Hose ist ein freundlicher Grundstock. Man kann eigentlich kaum etwas mit ihr falsch machen und den Look ständig verändern», fasst Wessels zusammen. Vor allem aber ist es eben auch eine Alternative zur Jeans, die oft angezogener wirkt - fast adrett. Von Britta Schmeis, dpa

dpa-infocom