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Kein bisschen müde: 50 Jahre Peugeot 404

Saarbrücken/Celle Er hatte Heckflossen wie ein Mercedes, war genauso zuverlässig und hat ähnlich lange gehalten: Auch 50 Jahre nach seinem Debüt steht der Peugeot 404 noch immer im Kurs - bei Sammlern und in mancher Gegend Nordafrikas.

Er war die konservative Konstante im Frankreich der frühen sechziger Jahre: Studenten und Bauern fuhren Ente oder Renault R4, die Arbeiterschaft Renault Dauphine, und die Haute-Volée schwärmte vom Citroën DS. Das Bürgertum hingegen huldigte dem Peugeot 404. Vor 50 Jahren präsentiert der französische Hersteller den Mittelklassewagen, der Schluss machte mit den Ponton-Karossen der Fünfziger.

Gezeichnet von Designlegende Pininfarina entstand 1960 als Nachfolger des 403 eine Limousine mit geraden Linien und filigranem Chromschmuck. Buchstäblich herausstechend waren die Heckflossen, wie man sie sonst zumeist von Mercedes oder Cadillac kannte. Ansonsten war der Wagen optisch eher unauffällig, was auch für die Motorisierung galt: Mit Benzinern von 1,6 bis 1,8 Litern und 48 kW/65 PS bis 61 kW/83 PS sowie zwei Dieselantrieben mit maximal 44 kW/60 PS war der Wagen beim Vortrieb eher anspruchslos. Gerade seine Normalität bescherte ihm aber das Schicksal des Dauerläufers. Nach 50 Jahren ist der 404 noch im Alltagseinsatz - zumindest in exotischeren Ecken der Welt.

Der 404 war ein Vorbote von Plattformstrategie und Nischenpolitik. Die Franzosen fächerten die Modellpalette extrem weit auf und nahmen gleich sechs Varianten ins Programm: «Neben der Limousine bereicherten der Kombi, der siebensitzige Familiale und der Pick-Up das Modellprogramm», sagt Peugeot-Sprecher Bernhard Voß. Ein Jahr nach dem Debüt reichte Pininfarina ein Coupé nach, dem noch das Cabrio folgte.

Obwohl brav und bieder bis unters Blech, musste sich der 404 sogar im Sport bewähren - das aber mit Erfolg. Die Limousine fuhr zwischen 1963 und 1968 gleich viermal den Gesamtsieg der East African Safari Rallye in Kenia ein. Ins Guinness-Buch kam der 404 ebenfalls: Ein einsitziger Prototyp legte 1965 mit einem Dieselmotor in 72 Stunden mehr als 11 000 Kilometer zurück - bei einem Schnitt von 161 km/h. Das hatte es so noch nicht gegeben.

So avancierte der 404 zum Volumenmodell schlechthin bei Peugeot. Zwischenzeitlich machte er 70 Prozent der Peugeot-Gesamtproduktion aus. Doch mit Beginn der 70-er Jahre ging der Absatz deutlich zurück. Das hatte vor allem einen hausgemachten Grund: Seit 1968 lief im Stammwerk Sochaux bereits der Nachfolger 504 vom Band, der dem 404 allmählich das Wasser abgrub.

In Europa ist der 404 mittlerweile eine Rarität. Er sei ein gesuchtes Sammlerstück geworden, sagt Dirk Müller aus Celle, der das 404-Register Deutschland initiiert hat. Die Preise halten sich anders als bei betagten Pretiosen von Porsche oder Mercedes stark in Grenzen. «Eine Limousine bekommt man schon für etwa 1000 Euro», weiß Müller. Allerdings handele es sich dann meist um Exemplare mit viel Reparaturbedarf. Für ein fahrfähiges Auto müsse etwa mit dem Dreifachen kalkuliert werden, ein 404 als Limousine oder Kombi in bestem Zustand sei für rund 6000 Euro zu bekommen. Pick-Ups und Cabrios seien die teuersten Varianten. Für ein offenes Exemplar würden nicht selten bis zu 20 000 Euro verlangt.

Während Menschen wie Dirk Müller den 404 liebevoll pflegen und eher selten fahren, ist der Franzose ein paar Tausend Kilometer weiter südlich noch verhältnismäßig oft anzutreffen. Denn er hatte jenseits des Mittelmeeres ein zweites Leben. Ende der 70-er Jahre war die hiesige Serienfertigung nach über 1,2 Millionen Exemplaren beendet worden. Doch in Afrika wurde er noch bis 1988 gebaut - bis zur Gesamtstückzahl von 2,88 Millionen. Heute kommen die Nachfolger 504 und 505 zwar auch in Algerien oder Marokko häufiger vor. Doch noch immer schaut regelmäßig die ein oder andere Heckflosse aus Hinterhöfen und Werkstätten - egal ob in Tunis oder Tanger, Marrakesch oder Algier.

Peugeot-404-Register Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom



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