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Zeit zum Umräumen: Ein Winterquartier für Kübelpflanzen

Bonn Noch leuchten Astern und Herbstkrokusse, doch nachts wird es bereits empfindlich kalt.

Gartenbesitzer müssen jetzt regelmäßig den Wetterbericht hören und das Thermometer im Blick haben. Bald muss ein Winterquartier für die Pflanzen vorbereitet werden.

Einräumen Mitte Oktober - Ausräumen Mitte Mai: Diese Faustformel stimmt nur bedingt. Schließlich vertragen Kübelpflanzen unterschiedlich niedrige Temperaturen. «Wenn wir uns der Frostgrenze nähern, brauchen empfindliche blühende Gehölze wie Hibiskus, Bougainvillea oder Strauchmargerite Schutz», erklärt Olaf Beier, Gärtnermeister aus Siek in Schleswig-Holstein. Kurze Perioden bis minus fünf Grad vertragen Oleander, Schmucklilie und Dattelpalme. Dann wird es auch für sie zu kalt. Der robuste Lorbeerbaum oder auch die Kamelie überleben sogar kurzzeitig minus zehn Grad.

Ein dreistufiger Einräum-Plan macht zwar Arbeit. Doch die kommt den Pflanzen zu Gute: «Grundsätzlich gilt, je länger man das Einräumen hinauszögert und je früher man wieder ausräumt, desto kürzer stehen die Pflanzen bei oftmals sehr ungünstigen Bedingungen», erinnert Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn.

Kaum jemand verfügt über ein ideales Winterquartier, schon gar nicht für alle unterschiedlichen Pflanzen. «Die meisten Pflanzen kommen mit Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad gut zurecht. Ein idealer Platz ist ein helles, frostfreies, gut lüftbares Gewächshaus», fasst Jürgen Meister, Gartenexperte im egapark in Erfurt, zusammen. Ein kühler Kellerraum, die frostfreie Garage, das Treppenhaus oder auch der mit Noppenfolie abgedichtete Lichtschacht vor dem Kellerfenster hingegen ist weniger günstig.

Anspruchslose Pflanzen wie die Schmucklilie, die Agave oder die Fuchsie überleben jedoch auch dort. Generell gilt: Je heller, desto wärmer und je dunkler, desto kühler kann das Quartier sein. Bevor die Pflanzen ins Winterquartier kommen, brauchen sie noch etwas Pflege. «Das A und O ist, dass die Gewächse ohne Schädlinge überwintern», sagt Meister. Deshalb werden zunächst Unkraut und überständige Blüten, sowie verdorrtes Pflanzenmaterial aus dem Kübel entfernt. Die Triebspitzen und Früchte werden beseitigt und Pflanzen wie Wandelröschen, Fuchsie und Co. entblättert.

Und schließlich werden die neuen Sommertriebe um etwa ein Drittel zurück geschnitten. Zuletzt folgt eine Schädlingskontrolle. Finden sich noch Wollläuse, Spinnmilben und ähnliches, müssen sie gründlich bekämpft werden. Wenn die Zeit dazu nicht mehr reicht, müssen die befallenen Pflanzen im Quartier isoliert und dort behandelt werden. «Vor dem Einräumen sollten die Pflanzen nicht zu nass sein», warnt Rüb. «Ein nasser Topfballen führt zu Wurzelfäulnis und hat schon so manche Kübelpflanze das Leben gekostet.» Außerdem trägt sich ein nasser, schwerer Topf besonders mühsam.

Auch im Winterquartier wird nur sparsam gewässert. «Korallenstrauch und Agave mögen es ganz trocken. Für die anderen Kübelpflanzen gilt: Der Ballen sollte nicht austrocknen, umgekehrt sollte jedoch auf keinen Fall Wasser im Untersetzer stehen», erklärt Meister. Am besten wird das Substrat einmal die Woche oder auch alle zehn Tage kontrolliert. Pflanzen mit Blättern bekommen dann einen Schluck mehr Wasser als alle anderen. Bei dieser Gelegenheit wird auch gleich nach möglichen Schädlingen geschaut.

Wenn sich nach dem letzten Winter herausgestellt hat, dass die Überwinterungsbedingungen nicht optimal waren, macht die Suche nach einem Fachmann Sinn. «Immer mehr Gärtnereien bieten einen Überwinterungsservice an», so Beier. Die Adressen von Gartenbaubetrieben der Region sind im Branchenverzeichnis oder auf der Internetseite «ihre-gaertnerei.de» zu finden. Auch winterharte Kübel brauchen Schutz Feuerdorn, Efeu oder Buchsbaum sind zwar winterhart. Wenn sie jedoch im Kübel stehen und dessen Substrat durchfriert, hilft ihnen das wenig. «Die Blätter verdunsten durch die Sonneneinstrahlung Wasser, ohne dass die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden Wasser nachliefern können», warnt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn. «Die Pflanzen vertrocknen regelrecht.»

Die Gefäße werden am besten mit Noppenfolie oder dekorativen Materialien wie Stroh- oder Kokosfasermatten umhüllt. Sie können auch in einen größeren Kübel gestellt und die Zwischenräume ausgepolstert werden. Auch in manch einem leer geräumten Beet findet sich ein Platz für Kübel und Bewohner. Das Erdreich wird durch eine Mulchdecke aus Laub und durch Koniferenzweige zusätzlich geschützt. «Wenn die Pflanze dann noch an einem schattigen, windgeschützten Platz steht, verdunstet besonders wenig Wasser», sagt Gärtnermeister Olaf Beier aus Siek in Schleswig-Holstein. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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