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Vor dem Schnee: Letzte Handgriffe zur Grabpflege

Berlin Der November ist dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet: Je nach Tradition werden zu Allerseelen, zum Volkstrauertag oder zum Totensonntag die Gräber für den Winter vorbereitet und geschmückt. Vorher müssen noch Verblühtes und Laub entfernt werden.

Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen auf dem Friedhof gehört im Herbst, Laub aufzusammeln und die Stauden zurückzuschneiden. Auch einjährige Sommerblüher werden ebenso entsorgt wie Pflanzabfälle. Solange der Boden nicht gefroren ist, darf dann noch gepflanzt werden, erläutert Ulrich Dunker, Landschaftsgärtner aus Berlin.

«Mit Erika, Chrysanthemen, Callunen oder Gaultherien lässt sich eine sehr schöne saisonale Herbstbepflanzung gestalten - auch mit kleinem Geldbeutel», sagt Kurt Hornstein vom Fachverband Deutscher Floristen in Gelsenkirchen. Für Farbtupfer sorgen daneben Beeren wie die von Hartriegel, Bärentraube oder Scheinbeere. «Auch niedrige laubabwerfende Gehölze kommen jetzt noch in die Erde. Vorsicht ist allerdings bei immergrünen Gehölzen wie Kriechmispel, Kriechspindel oder Buchsbaum geboten», warnt Dunker. Sie könnten unter dem Frost leiden und werden besser erst im Frühjahr gepflanzt. Wichtig ist, dass alle Pflanzen an trockenen Herbst- und Wintertagen ausreichend gegossen werden.

Beim Thema Eindeckung scheiden sich die Geister. Vor allem für ältere Angehörige gehört sie dazu. «Heute sind die Winter deutlich wärmer als früher. Eine Winterabdeckung ist deshalb oft gar nicht mehr notwendig», sagt Hornstein. Und unter einer dicken Zweigschicht können Pflanzen an warmen Tagen leicht faulen. Das gilt besonders für viele Bodendecker.

In rauen Lagen oder bei frostempfindlichen Gewächsen kann eine die ganze Grabfläche abdeckende einfache Schicht aus Zweigen aber sinnvoll sein. «Wichtig ist, dass sie nicht zu dick und damit erdrückend ist», rät Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas in Königswinter bei Bonn.

Unter einer dünnen, einlagigen Schicht kann die Luft zirkulieren. Das beugt Fäulnis vor. Gleichzeitig wirkt die Luft wie ein isolierendes Polster. Klassisch werden Zweige von Fichten oder Nordmanntannen zur Abdeckung verwendet. «Sie werden in möglichst kleine Stücke geschnitten, die dann dicht an dicht wie Schuppen übereinander gelegt werden», beschreibt Dunker. So entstehe eine feine, edle Textur.

«Blautanne beispielsweise bringt eine andere Farbe ins Spiel», schlägt Helbach vor. Das gilt auch für Latschenkiefer oder Wacholder. Und wenn die unterschiedlichen Zweige dann noch in Form eines Kreuzes oder Kreises, Sterns oder Weihnachtsbaums oder als geometrisches Muster angeordnet werden, wird die Grabeindeckung zum schmückenden Mantel.

Die saisonale Bepflanzung oder Eindeckung wird durch eine gesteckte Schale, ein klassisches Trockengesteck, einen Kranz oder auch einen Grabstrauß ergänzt. Die Basis bilden meist Tannen- oder Pinienreisig. Sehr gut machen sich darauf Zapfen und Islandmoos, Beeren und Zweige, Disteln, Ilexlaub und Kätzchen, aber auch Scharfgabe und Mohnkapseln. «Solcher Schmuck sollte allerdings gut befestigt sein - zum Schutz gegen stürmische Winde und tierische Besucher», rät Helbach.

Zwar gibt es auch ein riesiges Angebot an günstigen künstlichen Gestecken, oft auch mit zusätzlichem Glitzereffekt. Doch Hornstein sagt: «Ein Friedhof ist ein Ort der Würde. Farblich gespritzte Kunstblumen oder industriell gefertigte Massenprodukte mit hervorstechenden Palmspeeren in allen möglichen Farbschattierungen sind dieser Würde abträglich.» Schließlich hält auch der Trockenschmuck eine ganze Wintersaison lang.

Für viele Friedhofsgärtner sind die Novemberarbeiten der Schlusspunkt in der jährlichen Grabpflege. Dabei haben Floristen für Weihnachten noch ein wunderschönes Highlight zu bieten: Die Christrose reckt ihre weißen, beigen oder rosa Blüten auch durch eine feine Tanneneindeckung oder eine Schneeschicht. Sie ist ein Symbol der Hoffnung. Das Grablicht Traditionell werden Grablichter als Symbole des Ewigen Lichtes auf katholischen Gräbern aufgestellt. Mittlerweile sind sie auch in nicht-katholischen Regionen weit verbreitet. «Gerade in der dunklen Jahreszeit vermittelt das Licht Wärme und eine angenehme Stimmung», sagt Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas. Die Grablichter brennen unter günstigen Bedingungen mehrere Tage.

«In einer stabilen Laterne mit Glaswänden ist das Licht deutlich besser vor Witterungseinflüssen geschützt. Sie muss allerdings gut auf dem Grab befestigt sein», rät Helbach. Es gibt auch moderne Grablichter mit Batterien oder Solarzellen. Welche Grablichter wo platziert werden dürfen, schreibt meist die Friedhofssatzung vor. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom



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