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Estland: Euro-Einführung mitten in der Schuldenkrise

Tallinn/Berlin - Mitten in der europäischen Schuldenkrise führt Estland als 17. EU-Land den Euro ein. Der Staat im Baltikum, der als Musterknabe in Sachen Haushaltsdisziplin gilt, gehört der Europäischen Union seit 2004 an.

Ungeachtet der Turbulenzen an den Märkten für Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten warb Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Gemeinschaftswährung. «Der Euro ist ja weit mehr als eine Währung», sagte sie in ihrer vorab verbreiteten Neujahrsansprache.

Der Euro sei die Grundlage für den Wohlstand im Land, betonte die CDU-Vorsitzende, die sich ausdrücklich zur europäischen Idee bekannte. «Das vereinte Europa ist der Garant für unseren Frieden und Freiheit.»

Merkel war in der Debatte um finanzielle Hilfen für Griechenland und Irland vorgehalten worden, sich zu wenig für die europäische Idee einzusetzen. «Deutschland braucht Europa und unsere gemeinsame Währung», sagte sie. «Für unser eigenes Wohlergehen wie auch, um weltweit große Aufgaben zu bewältigen.»

Mit Estland als 17. Mitglied leben etwa 330 Millionen Menschen in der Eurozone. Endgültig grünes Licht für die Einführung der EU-Währung gaben die Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen im Juni in Brüssel.

Estland erfüllt im Gegensatz zu seinen baltischen Nachbarn Lettland und Litauen die Beitrittsbedingungen mit einem annähernd ausgeglichenen Staatshaushalt und geringen öffentlichen Schulden.

EU-Währungskommissar Olli Rehn nannte den Euro-Beitritt Estlands daher heute in Brüssel eine «gerechte Belohnung für ein Land, das sich einer soliden Haushaltspolitik verschrieben hat». Der Euro werde der estnischen Wirtschaft Stabilität und Wohlstand geben.

Von den neuen ost- und zentraleuropäischen Mitgliedsländern der Union haben bisher nur Slowenien (Beitritt 2007) und die Slowakei (Beitritt 2009) dieses Ziel erreicht.

Wann die nächsten jungen EU-Länder ihre heimische Währung gegen den Euro tauschen werden, ist ungewiss. Im sogenannten «Wartezimmer» des Euro, dem Europäischen Wechselkursmechanismus, haben bislang nur Lettland und Litauen Platz genommen, neben Dänemark, das aber derzeit nicht als Euro-Kandidat gilt. Das Land im Norden hat nämlich eine Ausnahmeregelung und kann nicht zur Übernahme des Euro gezwungen werden - wie auch Großbritannien. Alle anderen Länder hatten sich mit dem EU-Beitritt verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die Bedingungen erfüllen.

Mitten in der Euro-Krise, die Rettungsaktionen für wackelnde Euro-Länder wie Griechenland und Irland notwendig machte, sind Staaten mit stabiler Haushaltspolitik in der EU willkommen. «Der Eintritt Estlands in den Euroraum ist ein starkes Signal für die Attraktivität des Euro und die Stabilität, die dieser den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bringt», sagte der Präsident der EU-Kommission Jose Manuel Barroso in Brüssel.

Mitteilung EU-Kommission

dpa-infocom