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Wettbewerb auf Gasmarkt wächst

Berlin Jahrelang blickten Gaskunden bang auf den Ölmarkt. Der gab wegen der branchenüblichen Preisbindung den Takt vor.

Explodierte der Ölpreis, war auch für Gas später deutlich mehr Geld fällig. Doch die Lage ändert sich, derzeit zum Vorteil der Verbraucher.

Für Gaskunden wird die Lage zusehends unübersichtlich. Die alte Gleichung, nach der der Gaspreis mit Zeitverzug dem Ölpreis folgt - und der Kunde dem hilflos ausgeliefert ist, gilt nicht mehr unbedingt. Denn die Anbieter versorgen sich zunehmend aus unterschiedlichen Quellen, und die Kunden können aus einer wachsenden Zahl unterschiedlicher Anbieter wählen. Ergebnis: Es gibt weder einen einheitlichen Trend noch zuverlässige Prognosen, mit welcher Preisentwicklung die knapp 19 Millionen Gaskunden in Deutschland rechnen müssen.

Nach Erhebung des Vergleichsportals Toptarif haben zum 1. Januar 89 Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 7,4 Prozent angekündigt. Die Spanne der Aufschläge reicht von 0,6 bis zu 22 Prozent, je nach Anbieter und Tarif. Auf der anderen Seite werden demnach 27 Anbieter die Preise senken - in einer Größenordnung zwischen 1,4 und 14,1 Prozent. Bei insgesamt vielen hundert Anbietern bedeutet das: Die überwiegende Zahl der Gasversorger hält die Preise vorerst stabil.

Die wachsende Schere hängt mit dem Wandel der Beschaffungspolitik der Anbieter zusammen. «Früher war alles sehr festgefahren. Es gab Langfristverträge mit dieser berühmten Ölpreisbindung», sagt der Chef des Hamburger Energie Informationsdienstes (EID), Rainer Wiek. «Jetzt haben wir einen völlig anderen Markt.» Für eine regelrechte «Gasschwemme» sorgen neue Gasquellen, beispielsweise in den USA, die frei eingekauft werden. Ein Überangebot drückt auf die Preise, nach Expertenschätzung noch für viele Jahre, obwohl der Ölpreis nach dem Rutsch infolge der weltweiten Krise 2009 inzwischen wieder stetig steigt. «Der Verbraucher ist im Moment klar im Vorteil», sagt Wiek.

Angaben, welcher Versorger wie viel Gas aus welchen Kanälen bezieht, gebe es nicht, sagt der Sprecher des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Carsten Wagner. «Trend ist aber, dass immer mehr dabei sind, ihre Lieferbedingungen zu ändern.» Das heißt: Die Gasunternehmen kaufen zunehmend auf Sportmärkten Gas zu den derzeit günstigen Konditionen ein. Vereinzelt beteiligen sich Stadtwerke sogar selbst an Vorkommen, um direkten Zugang zum Gas zu bekommen.

«Während viele etablierte Händler unter Druck geraten, freuen sich die Verbraucher darüber, dass sie nun endlich auch ihren Gasanbieter wechseln können», bilanziert der Bundesnetzagentur. Laut Toptarif können Haushalte derzeit im bundesweiten Durchschnitt unter 41 Gasanbietern wählen, nach 19 vor einem Jahr. «Allerdings hat bisher nur ein kleiner Teil der Haushaltskunden die Chancen des Wettbewerbs wahrgenommen und neue oder angepasste Verträge für die Gasbelieferung abgeschlossen», so die Netzagentur. Von Thomas Kaufner, dpa

dpa-infocom


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