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In diesen Städten herrscht Feuerwerk-Verbot

Berlin Das Feuerwerk zum Jahreswechsel treibt vielen Feuerwehrleuten und Hausbesitzern Sorgenfalten auf die Stirn.

Um historische Bauten zu schützen, hat eine Reihe deutscher Städte Verbote erlassen. Hier ein Überblick.

Brandschutz hat Vorrang: In der Silvesternacht soll der Himmel über einigen deutschen Städten dunkel bleiben. Das wollen viele Verwaltungen und Hausbesitzer erreichen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Seit 2009 ist es bundesweit verboten, in der Nähe von Fachwerkhäusern Feuerwerke zu zünden. Grundlage war eine Änderung des Sprengstoffgesetzes. Dabei wird ungefähr von einem Umkreis von 100 Metern ausgegangen, in dem nicht gezündet werden darf. Damit verbietet sich die mitternächtliche Böllerei für viele deutsche Innenstädte.

Zum Schutz historischer Gebäude vor Bränden haben Thüringer Kommunen wie Mühlhausen, Bad Langensalza und Rudolstadt ein striktes Feuerwerksverbot ausgesprochen. In der Altstadt von Rudolstadt mit dem imposanten Schloss Heidecksburg müssen die Bürger erstmals auf Raketen und Böller zur Begrüßung des neuen Jahres verzichten. Andere Städte mit großer Fachwerksubstanz wie Heiligenstadt, Sondershausen, Schleiz oder Altenburg verzichten dagegen auf Böller-Verbote.

Das Erzbistum Bamberg erinnerte vor dem Jahreswechsel an das Feuerwerksverbot auf dem Bamberger Domplatz. Wegen der Enge des Domplatzes und der historischen Bausubstanz stelle das Raketenzünden eine erhebliche Gefahr für Mensch und Gebäude dar. Schon «eine fehlgeleitete Rakete» genüge, um einen der Dachstühle des Doms in Brand zu setzen und eine Katastrophe einzuleiten, hieß es in der Mitteilung des Bistums.

«Wenn man streng nach den Vorschriften der Sprengstoffverordnung geht, ist damit das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in Teilen der Lübecker Innenstadt praktisch verboten», sagte Lübecks Stadtsprecher Marc Langentepe. Fraglich sei jedoch, ob eine Kontrolle des Verbots überhaupt möglich ist. «Wir können nicht vor jedes Reetdachhaus einen Polizisten stellen», sagte Manfred Pöhls von der Polizei Husum.

In Burghausen in Oberbayern ist - wie in den vergangenen Jahren - die Burg für Böllerbesitzer gesperrt. «Man darf drauf, aber nur ohne Feuerwerkskörper», sagte Christa Battistini vom Ordnungsamt der Stadt und kündigte Kontrollen an.

In Nördlingen in Schwaben wird es keine Sperrung einzelner Bereiche geben, sagt Jürgen Landgraf vom Ordnungsamt. «Das Problem ist, wir haben in der ganzen Stadt Fachwerkhäuser», erklärt er. Man müsste also die gesamte Altstadt sperren.

Auch das südhessische Bensheim sorgt sich um seine historischen Altstadtbauten. Die Stadt setzt auf eine große Silvesterparty in der Innenstadt. Der Zugang werde kontrolliert, es gelte ein Feuerwerksverbot, sagte der für Ordnung und Sicherheit zuständige Stadtrat Matthias Schimpf. «Das Mitbringen von Raketen und Böllern ist nicht gestattet.» In der Altstadt außerhalb der Feierzone schauten Sicherheitskräfte, ob das Verbot eingehalten wird. «Dass nicht jede Gasse kontrolliert werden kann, ist denke ich auch klar.»

Auch in Tübingen dürfen in diesem Jahr keine Raketen oder Böller in der Altstadt abgebrannt werden, wie die Stadt mitteilte. Das Verbot werde in der Silvesternacht von der Polizei und der Stadt kontrolliert. Hintergrund ist, dass zum Jahreswechsel 2008/2009 ein Fachwerkhaus in Brand geraten war. Eine entsprechende Regelung gilt auch wieder für einen Teil von Villingen-Schwenningen. In Ravensburg, Ulm und Heidelberg hingegen gibt es kein Verbot. Wer haftet bei Schäden? Wer trotz Verbots Böller und Feuerwerkskörper abfeuert, haftet für den Schaden, warnt der Verband Privater Bauherren in Berlin. Für Schäden an einem Gebäude bezahlt dann in der Regel die Haftpflichtversicherung des Verursachers oder die Gebäudeversicherung des Hausbesitzers. Vorausgesetzt, der Eigentümer ist gegen entsprechende Schäden versichert.

dpa-infocom


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