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Nicht nur auf Preis achten: Handwerker aus dem Netz

Stuttgart/Hamburg Wände streichen, Fliesen im Badezimmer legen oder nur die neue Lampe anbringen.

Handwerker übernehmen solche Aufträge gerne - und das inzwischen auch online. Verbraucher sollten sich bei Handwerkerbörsen im Internet aber gut informieren.

Egal ob die Wartung der Heizung , das Tapezieren der Wohnung oder die Reparatur der Waschmaschine: All das gibt es nicht nur beim Handwerker um die Ecke, sondern auch im Internet. Bei Online-Handwerkerbörsen kann man solche Arbeiten ausschreiben. Registrierte Handwerker können sich dann für den Auftrag bewerben. Allerdings sind solche Börsen nach Meinung von Experten nicht für alle Aufträge geeignet. Verbraucher sollten zudem darauf achten, ihre Ausschreibung möglichst genau zu beschreiben.

Als vor rund fünf Jahren die ersten Handwerkerbörse in Deutschland aufkamen, galt noch das Prinzip der Rückwärtsauktion. Die Anbieter mussten den vom Auftraggeber genannten Preis unterbieten. Meist bekam der Handwerker mit dem günstigsten Angebot den Zuschlag. Das hat sich aber nicht als sinnvoll erwiesen, erklärt Jan Bruns, Redakteur der Zeitschrift «Computer-Bild». «Ich gehe ja im realen Leben auch nicht zu drei Handwerkern und muss dann das günstigste Angebot nehmen.»

Und so hat sich das Prinzip inzwischen gewandelt. Bei den meisten Börsen kann der Nutzer nun das Angebot auswählen, das ihm am meisten zusagt. Die Ausschreibung ist für den Kunden bei allen Portalen kostenlos. Wird der Auftrag erteilt, zahlt der Auftragnehmer meist eine Provision an die Handwerker-Börse.

«Ganz pauschal kann man sagen, dass kleine, leichte und nicht allzu komplexe Arbeiten für Handwerkerbörsen geeignet sind», sagt «Computer-Bild»-Redakteuer Bruns. Wer hingegen sein Dach komplett ausbauen oder den Garten neu gestalten lassen will, stößt bei den Börsen schnell an die Grenzen. Denn bei solchen komplexen Arbeiten sei es für den Laien schwierig, die unterschiedlichen Gewerke präzise zu beschreiben, sagt Bruns.

Und eine solche unzureichende Beschreibung kann für den Auftragnehmer fatale Folgen haben, erklärt Bruns. «Das kann dazu führen, dass es deutlich teurer wird.» Wichtig sind auch die Angaben, die die Handwerker in ihrem Angebot machen. Skeptisch werden sollte man immer dann, wenn bei der Beschreibung von Flächen etwa für das Verlegen von Fliesen ungenaue Angaben gemacht werden. «Die Flächen-Angabe ist dann offen», erklärt Christian Michaelis, von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wenn die tatsächliche Zahl der Quadratmeter dann größer ist, steigt das auch die Höhe der Endabrechnung.

Die «Computer-Bild» hat die Handwerkerbörsen vor kurzem unter die Lupe genommen und mit den Angeboten von Handwerkern vor Ort verglichen. Dabei ergab sich, dass Verbraucher im Internet durchaus deutlich sparen können. So verlangte ein örtlicher Betrieb für Umzugsarbeiten mehr als 1500 Euro. Bei dem Portal Blauarbeit hätte der Auftraggeber dafür nur 650 Euro bezahlt - immerhin 58 Prozent weniger. Sogar 79 Prozent hätte der Auftragnehmer laut «Computer-Bild» bei der Installation von Steckdosen und Schaltern gespart.

Allerdings sollte man nicht nur auf den Preis schauen: «Egal ob realer oder virtueller Markt, es sollte nicht am falschen Ende gespart werden», meint Alexander Legowski, Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. «Vermeintliche Preisschnäppchen stellen sich hinterher oft als teuer heraus. Etwa wenn aufwendige Nacharbeiten durchgeführt werden müssen und der ursprüngliche Auftragnehmer dafür nicht in Verantwortung genommen werden kann.»

Damit die Auftraggeber die Qualität der Anbieter einschätzen können, zeigen die Handwerker in ihren Profilen oft Zertifikate und Qualifikationsnachweise. Dazu gehört auch der Meisterbrief, der längst nicht mehr in allen Handwerksberufen Pflicht ist. Das kann nach Angaben von Verbraucherschützer Michaelis zumindest ein Anzeichen für Qualität sein: «Wenn jemand den Meister gemacht hat, spricht das erst mal für ihn.» Allerdings bedeute die Beauftragung eines Meisterbetriebs noch lange nicht, dass auch der Meister selbst die Arbeiten ausführe.

Sinnvoll sind auch die Bewertungen anderer Nutzer über den jeweiligen Anbieter, erklärt «Computer-Bild»-Redakteur Bruns. «Diese Bewertungen sind sehr aussagefähig.» Verbraucherschützer Michaelis rät zudem, sich bei den im jeweiligen Profil genannten Referenzkunden über deren Erfahrungen mit dem Betrieb zu informieren.

Achten sollte man auch darauf, dass es sich um einen echten Betrieb handelt und nicht um einen Handwerker, der sich schwarz etwas dazuverdienen will. Wer Schwarzarbeit in Anspruch nehme, mache sich nicht nur strafbar, sagt Branchen-Sprecher Legowski. «Zudem laufen Kunden Gefahr, Gewährleistungsansprüche bei fehlerhaft ausgeführten Arbeiten zu verlieren.»

Blauarbeit.de

Handwerker24.de

Handwerkernet.de

Handwerker-Anzeiger.de

My Hammer.de Von Sebastian Knoppik, dpa

dpa-infocom



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