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Last weg: Neuer will «viele Titel» mit Bayern

Wien Die Bayern sind «glücklich», Schalke tröstet sich mit viel Geld - und Manuel Neuer geht befreit von einer Zentnerlast in den heißen Bruderkampf gegen Österreich.

«Es hat mich schon belastet», gestand der Fußball-Nationaltorwart am Tag vor dem EM-Qualifikationsspiel in Wien erleichtert. Das lange Warten auf das grüne Licht für seinen Millionen-Transfer zum FC Bayern nagte in den letzten Wochen doch extrem an seinen Nerven. «Es hat sich lange hingezogen. Gut ist, dass ich dem Druck standgehalten und gute Leistungen gezeigt habe. Ganz einfach war es aber nicht.»

Jetzt freut sich der 25-Jährige «riesig auf die große und spannende Herausforderung beim besten Verein in Deutschland». Bis 2016 bindet sich Neuer an die Münchner - mit klaren Zielen. «Ich weiß, dass ich noch nicht am Optimum angelangt bin. Und ich will so viele Titel wie möglich gewinnen», sagte Neuer.

Joachim Löw war einer der ersten Gratulanten. «Ich sehe den Wechsel als logischen Schritt. Bayern München hat immer den Anspruch, jedes Jahr Champions League zu spielen mit dem Anspruch, ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Sie spielen jedes Jahr um Titel mit», sagte der Bundestrainer am Freitag in Wien.

Vor der Unterschrift unter seinen hochdotierten Fünfjahresvertrag und dem Umzug an die Isar will Neuer ein bewegendes Jahr noch mit zwei Siegen in Wien und vier Tage später in Aserbaidschan erfolgreich beschließen. «Wir wissen, dass es gegen Österreich richtig zur Sache geht. Ich hoffe, dass keiner gegen mich trifft», erklärte Neuer.

Die Bayern können mit ihrem Wunscheinkauf einen neuen Angriff auf Europas Fußball-Thron starten, die Schalker verlieren dagegen ihre Identifikationsfigur. Schweren Herzens lässt der Pokalsieger seinen Kapitän sofort nach München ziehen. «Dieser Entschluss ist uns allen im Verein schwer gefallen, denn wir verlieren in Manuel Neuer einen herausragenden Spieler», sagte Manager Horst Heldt. «Aber das Angebot der Bayern war stattlich. Es war eine Abwägungssache.»

Am Ende entschied die «Kohle» - der Sockelbetrag von 18 Millionen Euro kann sich durch Nachschläge bei Bayern-Erfolgen in den kommenden Jahren auf bis zu 25 Millionen Euro erhöhen. Es ist der zweitteuerste Wechsel innerhalb der Bundesliga: Nur für Mario Gomez überwiesen die Bayern 2009 mit 35 Millionen Euro an den VfB Stuttgart noch mehr.

Bei den Bayern herrscht Hochstimmung: «Wir sind sehr glücklich darüber, mit Manuel Neuer nicht nur die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch einen der weltbesten Torhüter langfristig verpflichtet zu haben», sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach dem gelungenen Königstransfer des Bundesliga-Krösus.

Neuer freut sich uneingeschränkt auf München - auch wenn er bei den Gastspielen mit Schalke in der vergangenen Saison von einem Teil der Bayern-Fans fast feindselig empfangen worden war. Er will auf die Kritiker zugehen. «Ich habe noch keine konkrete Strategie», erklärte der bisherige Ur-Schalker, denkt aber an ein «offenes Gespräch».

Schalke dankte er und betonte: «Ich muss nicht wechseln, ich will wechseln.» In München trifft er auf viele Nationalelf-Kollegen, was ihm die Eingewöhnung leicht machen werde. Er wird dort auch einen alten Bekannten aus Schalker Tagen wiedersehen. Die Bayern machten am Mittwoch auch den Wechsel des Brasilianers Rafinha perfekt.

Der 25 Jahre alte Abwehrspieler unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis 2014. «Ich freue mich sehr, dass ich wieder in der Bundesliga spielen kann», sagte Rafinha, der von 2005 bis 2010 für Schalke gespielt hatte. Die Ablösesumme der Bayern an den FC Genua soll etwas über fünf Millionen Euro betragen.

Die hochverschuldeten Schalker gaben bei ihrer Entscheidung im Fall Neuer der Vernunft Vorrang. Im kommenden Jahr hätte Neuer nach Auslaufen seines Vertrages ablösefrei wechseln können. Man verliere «einen in jeder Hinsicht herausragenden Spieler», sagte Heldt. Aber das Angebot der Bayern sei «unter den gegebenen Umständen die beste Lösung» gewesen. Alle Vereinsgremien - inklusive des sich lange sperrenden Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies - segneten den Deal am Ende gemeinsam ab.

Der gewiefte Heldt konnte auch direkt einen Nachfolger für Neuer präsentieren. Ralf Fährmann kehrt ablösefrei vom Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt zu den Königsblauen zurück. Der 22-Jährige erhält einen Vierjahresvertrag bis zum 30. Juni 2015. «Er ist ein sehr talentierter Schlussmann, dessen sportliche Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen ist», betonte Heldt.

dpa-infocom


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