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«Arthur»: Laue Komödie mit Russell Brand

Berlin Das klingt erstmal wie ein genialer Besetzungscoup: Die quirlige Ulknudel Russell Brand («Männertrip», «Nie wieder Sex mit der Ex») steht zusammen mit der britischen Charakterdarstellerin und Oscar-Preisträgerin Helen Mirren («Die Queen») vor der Kamera.

Aber leider ergeben der zappelige Chaot und die distinguierte Lady in dieser lauen Komödie keineswegs ein hinreißend verrücktes Paar.

Schade, obwohl sich beide Schauspieler nach Kräften bemühen, haben sie letztlich trotz einiger netter Szenen keine Chance gegen das uninspirierte Drehbuch. Jason Winers Regiedebüt «Arthur», ein Remake der gleichnamigen, viermal für einen Oscar nominierten US-Komödie von 1981, entpuppt sich als harmlose, infantile Klamotte mit viel sentimentaler Soße obendrauf.

Dabei versucht Brand, den Kindskopf Arthur, einen verwöhnten Millionenerben, mit reichlich anarchistischer Verve auszustatten. Sein Leben ist ein permanenter Kindergeburtstag, nur mit dem kleinen Unterschied, dass unser Held längst erwachsen und schon morgens betrunken ist und sich am liebsten mit Callgirls vergnügt. Oder er düst mit seinem Chauffeur Bitterman im «Batmobil» durch New York. Seine Nanny und Ersatzmutter Hobson (sehr cool: Helen Mirren) hat also alle Hände voll zu tun, dem gutmütigen Enfant terrible immer wieder aus der Patsche zu helfen.

Als Arthur sich in die kreuzbrave Fremdenführerin Naomi (Greta Gerwig) verliebt, nach dem Willen seiner stinkreichen Mutter (Geraldine James) aber die Karrierefrau Susan (Jennifer Garner) heiraten soll, wandelt sich der amoralische Derwisch zum reuigen Sünder, der bei den Anonymen Alkoholikern ganz zerknirscht sein Schicksal beklagt. Arthur pfeift auf die Kohle seiner Mutter, lässt die Hochzeit mit der Ausgewählten platzen, und entscheidet sich für das stille Glück mit seiner Naomi, die wundersamerweise blitzartig Karriere als Kinderbuchautorin macht.

Da ist es dann bis zum Happy End ausgerechnet im Kindergarten nicht mehr weit. Auch wenn sich der Film am Ende noch einen ironischen Schlenker erlaubt, so viel heile Welt passt einfach nicht zu einem Anarcho-Comedian wie Russell Brand, der zu wenig Gelegenheit hat, seine dandyhafte Boshaftigkeit aufblitzen zu lassen. Auch Hollywood-Haudegen Nick Nolte als bärbeißiger Vater der Karrierebraut wirkt wie ein müder Abklatsch. Und von der wunderbaren Helen Mirren ist in dieser schlappen Klamotte viel zu wenig zu sehen.

Seite des Films Von Johannes von der Gathen, dpa

dpa-infocom