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Erst beten, dann töten: Paul Bettany als «Priest»

München Einsam hockt ein Mann mit wehendem schwarzen Mantel zwischen brennenden Trümmerteilen in einer kargen finsteren Wüste.

Er riecht an der Erde in seiner Hand, zieht die Mundwinkel nach unten und blickt in die Ferne. Auf seiner Stirn prangt ein tätowiertes Kreuz. Er ist der Priester (Paul Bettany) und will vor allem eines: Rache.

Mit «Priest», der an diesem Donnerstag (12. Mai) in die deutschen Kinos kommt, liefert Produzent Sam Raimi («Spider-Man») einen apokalyptischen Science-Fiction-Film in 3D, der mal Western, mal Horrorfilm sein will, aber trotz der Spezialeffekte mit einer lahmen Story enttäuscht. Regie führte Scott Stewart («Legion»), Vorlage war die gleichnamige asiatische Comic-Reihe des Südkoreaners Min-Woo Hyung.

Die Geschichte ist denkbar einfach: Seit Jahrhunderten kämpfen brutale Vampire und Menschen gegeneinander. Die Welt ist verwüstet und menschenleer. Als die Nichte des Priesters, Lucy (Lily Collins, «Blind Side»), von Vampiren entführt wird, macht er sich auf den Weg, um sie aus den Fängen der mordlüsternen Vampire zu retten.

Die Jagd auf die Blutsauger kann beginnen. Und die sieht so aus, dass der Priester und seine Helfer den Großteil der Zeit mit ihren riesigen Motorrädern neben einem Zug durch die Wüste biken und dabei eine Wolke aus Staub hinterlassen. Vampire werden abgeschlachtet - nie ohne vorher kurz inne zu halten, um die Hände zu falten für kräftige Unterstützung von oben. Erst beten, dann töten.

Wer bei Vampiren an geheimnisvolle und romantische Glitzerwesen à la «Twilight» denkt, an Bram Stoker's Dracula oder an den «kleinen Vampir» mit seinen Wuschelhaaren, wird vielleicht enttäuscht. Stewarts Vampire sehen aus wie Nacktmullen, halb blinde Nagetiere ohne Haare, die eine Schleimspur hinterlassen.

Sonst finden sich in dem Film nur wenige originelle Einfälle, vor allem die Dialoge sind schwach. «Ich kann das Blut in Deinen Venen riechen, es riecht nach Essen», sagt da zum Beispiel der dämonische Vampirfürst Black Hat (Karl Urban). Auch die Beichte des Priesters, die er auf einen Anrufbeantworter spricht («Sprechen Sie Ihre Beichte nach dem Signalton, piep...»), wirkt konstruiert und lächerlich.

Obwohl Hauptdarsteller Paul Bettany als einsamer Krieger überzeugt, wie er leidend und hasserfüllt schaut, fehlt es dem Film an Charisma. Die Story ist dünn und trotz der 3D-Effekte nur selten bildgewaltig.

Seite des Films Von Nadine Hummel, dpa

dpa-infocom