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Hannelore Elsner brilliert in «Das Blaue vom Himmel»

Berlin Marga erzählt «Das Blaue vom Himmel».

Irgendwie scheint nichts von all dem zu stimmen, was die elegante ältere Dame von sich gibt.

Ihre Tochter Sofia schiebt das auf die Demenz, an der ihre Mutter offensichtlich leidet. Nach und nach aber wird klar, dass hinter den Erinnerungsfetzen, die Marga so durcheinanderbringen, ein lange, zu lange gehütetes Familiengeheimnis steckt.

Nach den in seiner bayerischen Heimat und Kenia spielenden Filmen «Hierankl» und «Winterreise» erzählt Regisseur Hans Steinbichler nun ein deutsch-baltisches Familiendrama. Der auf zwei Zeitebenen in den 30er und 90er Jahren spielende Film lebt von der ungeheuren Präsenz von Hannelore Elsner.

Sie spielt Marga, die mehr und mehr in der Vergangenheit lebt - damals, als sie noch in Lettland war, ihr geliebter Mann Juris sie betrog und sie schließlich mit einem Kind vor der Sowjetarmee nach Deutschland flüchtete.

Die 68-jährige Elsner glänzt als Frau, die aus Liebe ihr ganzes Leben auf einer Lüge aufgebaut hat. Zu ihrer Tochter, der Journalistin Sofia (Juliane Köhler), hat Marga ein sehr distanziertes Verhältnis. Fast ungehalten reagiert Sofia deshalb auch, als sie einen Anruf aus einer psychiatrischen Klinik erhält und gebeten wird, ihre aus einem Heim ausgebüchste Mutter abzuholen.

Marga erzählt ihrer Tochter von Ereignissen in ihrer alten Heimat, die dieser völlig fremd sind. Daraufhin beschließt die nicht ganz uneigennützig auch an eine journalistische Story denkende Sofia, sich zusammen mit Marga auf Spurensuche in Lettland zu begeben - dort geraten die Frauen in die revolutionäre Umbruchstimmung des Jahres 1991.

Mal entrückt, mal verbissen leidenschaftlich ist Elsners Marga eine beeindruckende Frau. Ihr Spiel erinnert ein wenig an Oskar Roehlers «Die Unberührbare». Auch Karoline Herfurth, die die junge Marga der 30er-Jahre spielt, nimmt der Zuschauer die verzweifelt Liebende ab. Blass bleibt dagegen Juliane Köhler als Sofia, die zwischen Starrheit und hektischem Erstaunen pendelt.

Steinbichlers Film ist immer dann am besten, wenn er sich ganz auf die Frauen und ihre Konflikte konzentriert. Nicht ganz überzeugend und etwas illustrativ sind allerdings die in Riga gedrehten Szenen, die der historische Rahmen für dieses sehr private Familiendrama sind.

Seite des Films Von Elke Vogel, dpa

dpa-infocom