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«Source Code»: Bildgewaltiger Film von Duncan Jones

München Kinder von Prominenten haben es oft nicht leicht.

Im Schatten ihrer Eltern fällt es vielen schwer, sich frei zu schwimmen und ihr eigenes Ding zu machen. Duncan Jones ist dieses kleine Kunststück gelungen.

Mit knapp 40 Jahren (am 30. Mai feiert er runden Geburtstag) ist der Sohn von David Bowie auf dem besten Weg, als Regisseur Hollywood zu erobern. Mit seinem ersten Film «Moon» legte er 2009 ein fulminantes und preisgekröntes Regie-Debüt hin, jetzt kommt sein zweiter Film in die deutschen Kinos.

«Source Code» (zu deutsch: Quellcode) ist ein bildgewaltiger und spannender Action-Thriller mit unerwarteten Wendungen und einem herausragenden Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle. Die Geschichte klingt kompliziert - und das ist sie auch. In einem Regionalzug kurz vor Chicago erwacht der Soldat Colter Stevens (Gyllenhaal) aus dem Schlaf. Er weiß weder wo er ist, noch wie er dorthin gekommen ist. Das letzte, woran er sich erinnern kann, ist ein Gefecht in Afghanistan.

Doch es kommt noch schlimmer: Denn als er in den Spiegel blickt, sieht er nicht sein Gesicht, sondern das eines völlig Fremden. Auch die hübsche Christina (Michelle Monaghan), die mit ihm zusammen auf Reisen ist, kann ihm seine Situation nicht erklären. Kurz darauf fliegt der Zug in die Luft - es gibt keine Überlebenden.

Was final klingt, ist erst der Anfang der Geschichte, in der Stevens nach und nach erfährt, was mit ihm los ist: Mit Hilfe der «Source Code»-Technologie kann er den Körper eines Zugpassagiers übernehmen - für die letzten acht Minuten vor dessen Tod. So soll er im Auftrag einer Spezialeinheit herausfinden, wer die Bombe gelegt hat - denn weitere Anschläge sind angekündigt. Wie so oft in Actionfilmen beginnt der vielzitierte Wettlauf gegen die Zeit.

Das ist aber auch schon fast alles , was «Source Code» mit den ganz klassischen Hollywood-Action-Krachern gemeinsam hat. Denn Jones' zweiter Film ist - wie schon dessen Vorgänger «Moon» - alles andere als vorhersehbar. «Künstlerisch haben wir einen guten Weg gefunden, aus den verrückten Ideen in meinem Kopf etwas zu machen, das das Publikum unterhalten kann», sagt Jones im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Und das gelingt dem britischen Regisseur ganz ohne das in Hollywood so verbreitete Pathos und ohne Schwarz-Weiß-Malerei.

Auf den ersten Blick sind die Unterschiede zwischen «Moon» und «Source Code» gigantisch. Hatte Jones' erster Spielfilm - auch dank des bescheidenen Budgets von rund fünf Millionen - noch den Charme eines Science-Fiction-Films der 80er Jahre, ist «Source Code» ein ganz anderes Kaliber. Schließlich war das Budget rund sechs Mal höher. So sind die Bilder beeindruckender, die Schauspieler zahlreicher (in «Moon» war Sam Rockwell fast ganz auf sich allein gestellt) und die Wendungen in der Geschichte weniger überschaubar.

Der Kern der Geschichte aber ist durchaus zu vergleichen. In beiden Filmen sind zwei junge Männer auf sich allein gestellt in einer Welt, die sich nicht verstehen. In beiden Filmen stellen sie ihre eigene Identität infrage.

«Mich interessiert die Frage nach Identität», sagt Jones. «Die Tatsache, dass man sich selbst oft anders sieht als Freunde und Familie - und Fremde sowieso - das tun, finde ich spannend. All diese unterschiedlichen Eindrücke - mögen sie auch noch so gegensätzlich sein - sind alle gleichermaßen wahr. Die Frage nach der Identität eines Menschen ist einfach faszinierend.»

Seite des Films Von Britta Schultejans, dpa

dpa-infocom