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In Leipzig auf den Spuren der Friedlichen Revolution

Leipzig Sabine Gugutschkow arbeitet als Gästeführerin in ihrer Heimatstadt Leipzig.

Oft sind es Schulklassen, denen sie die Brennpunkte der Friedlichen Revolution 1989 in Leipzig zeigt.

«Diese Schüler kennen die DDR nur aus dem Geschichtsunterricht.» Aber auch bei den Erwachsenen erlebt Gugutschkow ahnungslose Besucher: «Sie sind dann aber doppelt überrascht, staunen, sind emotional bewegt und sagen 'Das haben wir ja gar nicht gewusst'.»

Dabei sind seit der Friedlichen Revolution mit ihrem Höhepunkt am 9. Oktober 1989 in Leipzig gerade 20 Jahre vergangen. Damals gingen mehr als 70 000 Demonstranten mit dem Ruf «Wir sind das Volk» und «Keine Gewalt» auf die Straße. Die Führung heute beginnt an der Nikolaikirche. Sie ist als Schauplatz der Friedensgebete und Ausgangsort der friedlichen Montagsdemonstrationen zum Symbol für den Wendeprozess geworden.

In ihrer heutigen Gestalt ist es eine spätgotische Hallenkirche, im Innern fallen Säulen mit grün treibenden Palmenblättern auf. Eine Nachbildung einer Säule steht heute auf dem Nikolaikirchhof. «Sie soll den Gedanken des Aufbruchs symbolisch aus der Kirche heraustragen», erklärt Gugutschkow. Später wurde in den Platz ein Lichtkunstwerk mit 144 illuminierten Pflastersteinen eingelassen. Die zufallsgesteuerte Zuschaltung je eines Leuchtwürfels pro Minute symbolisiert den langsamen Aufbruch durch friedliche Zusammenkünfte.

Schließlich fanden in der Nikolaikirche schon seit September 1982 die montäglichen Friedensgebete statt. «Die Kirche in der DDR war der einzige Freiraum, geistig und quadratmetermäßig - die einzige vom staatlichen Wohlwollen unabhängige Institution», sagt der damalige Pfarrer der Nikolaikirche, Christian Führer. Damals wie heute war die Nikolaikirche «offen für alle». Sie vereinte die verschiedensten Menschen: «Ausreisewillige und Neugierige, Regimekritiker und Stasileute, kirchliche Mitarbeiter und SED-Genossen, Christen und Nichtchristen. 1989 war die Nikolaikirche einer der am besten bewachten Orte der DDR.»

Ein Besuch des Museums in der Runden Ecke zeigt anschaulich, welches Ausmaß der Unterdrückungsapparat der DDR angenommen hatte. Das Gebäude, dessen Name sich vom Gebäudegrundriss ableitet, war das gefürchtetste Haus in Leipzig. Hier hatte die Bezirksverwaltung der Stasi ihren Sitz - ihre Besetzung durch die Montagsdemonstration am 4. Dezember 1989 gilt als einer der Höhepunkte der Friedlichen Revolution. Mit dabei war Tobias Hollitzer: «Es waren unvergessliche Momente als die Menschen vom Balkon des Hauses riefen 'Wir sind nicht die Stasi, wir sind das Neue Forum'».

Hollitzer, damals 23 Jahre alt und Mitglied im Bürgerforum, stellte die Weichen dafür, dass die Erinnerung an das Unrechtsregime der DDR in einem Museum wach gehalten wird. Die Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke informiert über Strukturen, Geschichte und Arbeitsweise des MfS. Mehr als 30 000 Exponate des unheimlichen Erbes der Stasi, darunter BH's mit Kameras, Abhöranlagen und Geräte zur Postkontrolle sind ausgestellt. Das Museum, zu dem auch die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR gehört, zeigt auch eine Sonderausstellung zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution.

Informationen: Leipzig Tourismus und Marketing, Richard-Wagner-Straße 1, 04109 Leipzig, Telefon: 0341/710 42 60

Leipzig Tourismus und Marketing: www.ltm-leipzig.de

Gedenkstätte Museum in der Runden Ecke: www.runde-ecke-leipzig.de Von Detlef Berg, dpa

dpa-infocom