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USA-Reisen: Höhere Preise schrecken nicht ab

San Francisco Die Lust der Deutschen auf Reisen in die USA ist ungebrochen. Auch die Amerikaner unternehmen wieder mehr Trips im eigenen Land.

So müssen Urlauber vor allem für Luxushotels tiefer in die Tasche greifen. Große Preissprünge bleiben ansonsten aus.

Die deutschen Urlauber sind treue USA-Fans. Da können die US-Behörden 14 Dollar für eine Online-Registrierung verlangen, die Luftverkehrssteuer die Flüge und der explodierende Benzinpreis Rundreisen teurer machen - die Deutschen kommen weiter zuverlässig über den großen Teich. Gut 1,7 Millionen sind 2010 in die USA gereist, zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zeit der großen Schnäppchen ist vorerst aber vorbei.

«Fünf Nächte im Hotel wohnen und vier bezahlen, solche Sonderangebote wird es im kommenden Winter weniger geben», sagte Peter Illian, Produktleiter Nordamerika bei Dertour und ADAC Reisen, auf der Reisemesse Pow Wow (21. bis 26. Mai) in San Francisco. Der Grund dafür sei, dass die Amerikaner selbst wieder mehr reisen. Seine Kollegin Antje Perret von Tui musste deshalb auf dem Pow Wow mit den amerikanischen Geschäftspartnern um mehr Kontingente in den Hotels feilschen. Die Betten würden aber für deutsche Urlauber 2012 nicht knapp, beruhigte sie. Nur in den Nationalparks werde es wie jedes Jahr in der Hochsaison von Juli bis September eng.

In diesem Jahr könnte der Ansturm auf die Naturwunder wie Yosemite oder Yellowstone allerdings besonders heftig sein, erklärte Alexandra Picavet vom National Park Service. Denn noch immer leisteten sich viele Amerikaner nach dem Schock der Wirtschaftskrise keine Fernreise nach Europa, sondern verbrächten ihren Urlaub in einem ihrer Nationalparks. Picavet empfahl deshalb, die Zugangsberechtigung und den Campingplatz sechs Monate im Voraus zu buchen.

Geschäftsreisende haben dagegen ihre Zurückhaltung längst abgelegt, wie Illian sagte. Fünf- und Sechs-Sterne-Hotels würden deshalb teurer werden. Für Hotels im Bereich von drei und vier Sternen erwartet er dagegen für die Wintersaison keine Preissprünge. Für Transatlantikflüge müssten Reisende wegen der Luftverkehrsabgabe von 45 Euro und des hohen Ölpreises mehr bezahlen als in der vergangenen Saison. Auch Tui-Produktmanagerin Antje Perret erwartet für Pauschalreisen in die USA «grundsätzlich leicht erhöhte Preise».

Abschrecken wird das aber wohl nur wenige Urlauber. Schließlich sind die USA kein Reiseziel, das im Katalog wegen der Billigpreise in den All-Inclusive-Anlagen ausgewählt wird. Die USA-Reisenden seien in den vergangenen Jahren viel anspruchsvoller geworden, sagte Tilo Krause-Dünow, Chef des Veranstalters Canusa und Vorstandsmitglied im deutschen Visit USA Committee (VUSA).

Die Vorstellung von einer Reise im American Way of Life überstrahle das Bewusstsein für die Kosten - gerade bei der Wahl des Wagens für die Rundreise. Manche Vermieter böten zwar mittlerweile kleine Autos und Wohnmobile an, die sich mit wenig Benzin begnügen. «Aber viele sagen: Wenn ich so eine Reise mache, will ich auch eine große amerikanische Kiste haben», erklärte Krause-Dünow. Der in den vergangenen Monaten stark gestiegene Benzinpreis spiele dann keine Rolle - ebenso wenig wie die 14 Dollar für die Online-Registrierung Esta oder die Luftverkehrssteuer. «50 Euro mehr halten die Leute nicht von Fernreisen ab.»

Diese Beobachtung teilt Timo Kohlenberg vom Konkurrenten America Unlimited: «Anfangs gab es wie immer eine große Aufregung, aber es hat sich nicht negativ auf die Buchungen ausgewirkt.» Im Gegenteil: Die Online-Registrierung vereinfache vor allem für Vielflieger die Einreise. «Man muss nicht mehr jedes Mal im Flugzeug das Formular ausfüllen.»

Tui wollte die Reaktion der Urlauber auf die Esta-Gebühr gar nicht erst abwarten. Der Veranstalter erstatte Kunden die Gebühr, wenn sie eine Rundreise durch die USA buchen, erklärte Perret - «als Gegenakzent gegen die gefühlte Einreiseschikane».

Für solche Nichtigkeiten werde die künftigen Kunden von Mauiva Aircruise wohl nur ein Schulterzucken übrig haben. Der Veranstalter hat in San Francisco Kreuzflüge ab Juni angekündigt, bei denen kleine Jets die Urlauber zu den Stationen der Rundreise bringen. Für Per Illian von Dertour ein «sensationelles Produkt», die erste echte Neuheit auf dem Pow Wow seit vielen Jahren.

Canusa-Chef Tilo Krause-Dünow ist skeptischer. Die Idee sei zwar interessant, die Reiseform aber oberflächlich. «Man fliegt von Punkt zu Punkt und hat keinerlei Kontakt zu den Menschen. Das ist nicht mehr als ein Abhaken.» Aber wenn die Kunden es wünschen, wird er es in seinen Katalog schreiben.

Ansonsten wurde auf dem Pow Wow nicht viel Neues präsentiert: ein paar Museen, Shows und Multimedia-Achterbahnen. Die deutschen Urlauber wird es kaum stören. Sie halten ihrem Amerika die Treue, so wie es ist.

Besucherzahlen USA (pdf, eng.) Von Florian Sanktjohanser, dpa

dpa-infocom