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Mode

Schlapphüte und Schlaghosen: Der Hippie-Style

Berlin In den 70er Jahren wollten Modebewusste auffallen: Überdimensionierte Sonnenbrillen, riesige Schlapphüte, große Blumenmuster und kräftige Farben waren in.

Auch uns tut viel Farbe gut, denken die Designer. Sie wagen wieder die Reise zurück in die Zeit.

Blumenprints, Blockstreifen und wallende Maxi-Röcke: Der Hippie-Style feiert in diesem Sommer sein Comeback in den Kleiderschränken. Der romantische Look tauchte schon in den vergangenen Saisons in schöner Regelmäßigkeit auf den Straßen der großen Modemetropolen auf. Doch was damals noch unauffällig wirkte, kommt in diesem Sommer ganz groß raus: Feinteilige Blumenmuster werden von großformatigen Motiven verdrängt, und Schlapphüte entfalten erst in der XL-Version den Sixties-Glamour.

Liebe, Freiheit und Frieden waren die Maxime der Flower-Power-Bewegung, was mit bunter, blumiger und wild gemusterter Mode Ausdruck bekam. Internationale Designer wie Dolce & Gabbana, Gucci und Prada setzen nun wieder auf die Insignien der Blumenkinder. Warum gerade der Hippie-Trend immer wieder kommt, kann sich Kathrin Bierling leicht erklären: «Der Style ist so schön lässig. Wenn der Sommer kommt, sehnt sich jeder nach fröhlichen Farben und luftiger Kleidung», sagt die Mode-Bloggerin aus München.

Außerdem sei der letzte Strandurlaub für viele schon wieder viel zu lange her, sagt die Expertin. Der Hippie-Look weckt die Erinnerungen an Sonne, Strand und Meer - auch bei Designern und Modelabels. Gucci, C&A und Marc Cain schicken Models in Blumenkleidern über den Laufsteg, Prada zeigt poppige Op-Art-Kleider in Knallfarben, Hallhuber hat ein bodenlanges, mit Strass besetztes Neckholder-Kleid und bei Accessorize und Orsay kann man überdimensionale Schlapphüte finden.

Genügten in der Vergangenheit einzelne Kleidungsstücke mit Hippie-Touch, um in Erinnerung an die 60er- und 70er-Jahre zu schwelgen, wird der Look in diesem Sommer konsequent durchgestylt. «So gehören zum Schlapphut eine riesige Sonnenbrille und lange, wellige Haare», sagt Bierling. Sie rät, die auffällige Kopfbedeckung mit Jeans und weiter Seiden- oder Baumwollbluse zu kombinieren. Auch ein langer Rock lasse sich gut zu Schlapphut und XL-Sonnenbrille tragen.

Bei Röcken und Kleidern in Maxi-Länge sollte auf die richtigen Proportionen geachtet werden. Was um die Beine flattert oder drapiert ist, muss an der Taille eng anliegen. Bierling empfiehlt ein enges Top, aber auch breite Gürtel oder Wickelblusen erfüllen denselben Zweck. C&A zeigt ein langes Kleid mit freizügigem Wickeloberteil.

Bei Marc Cain wird in diesem Sommer das Batikmuster - bisher ein typisches Stilelement der alternativen Szene - salonfähig. Auf T-Shirts, Kleidern und Blusen brillieren verwaschene Batik-Punkte im dezenten Farbspiel. Doch auch die wilden 60er werden von dem Modelabel zu neuem Leben erweckt. So ergeben abstrakte Blumen-Prints und Leo-Details mit Blockstreifen einen unverwechselbaren Stil. «Dieser Look erinnert an die großen Filmdiven der 50er und 60er Jahre. Die Kombination aus Tupfen, Blumen- und Leodrucken ist sexy und sehr weiblich», sagt Karin Veit, Creative Director bei Marc Cain.

Blumenmuster gehören zum Sommer wie das sprichwörtliche Salz in der Suppe. In dieser Saison scheinen sie in Form, Größe und Farbenpracht miteinander zu konkurrieren. Auch Blazer, Overalls und Ponchos sind mit üppigen Rosen, Veilchen oder Nelken verziert. «Mutige können verschiedene Blumenmuster mixen. Wer es dezenter mag, kombiniert ein gemustertes Kleidungsstück mit einem einfarbigen», rät Stylistin Dagmar Dobrofsky aus Berlin. Benetton zeigt etwa ein auffällig geblümtes Tuch zu schlichten blauen Shorts und weißem Top.

Auch die Schlaghose kehrt zurück in den Mode-Alltag. Andrew GN hat sie in Violett und H&M als ausgestellte Jeans mit Bügelfalte. Im klassischen Schwarz und aus Anzugstoff wird sie bürotauglich, sieht aber aus Seide oder Cord mit Blumen- oder Grafikmuster genauso klassisch aus. «Der Schlag lässt die Hüfte schmaler wirken, macht aber auch kleiner», sagt Kathrin Bierling.

Während zu wallenden Röcken am besten ganz flache Sandalen getragen werden sollten, empfehlen Mode-Experten deshalb, Schlaghosen mit hohen Schuhen zu kombinieren. So ließen sich ein paar Zentimeter Beinlänge dazuschummeln, was dem Hosenschnitt und seiner Trägerin sehr entgegenkommt. Mit den gleichen Regeln werden die noch weiteren und ebenso angesagten Elefantenhosen oder Overalls mit ausladenden Säumen getragen, wie etwa H&M zeigt.

Auch in der Schuh-Mode finden sich von den alten Zeiten inspirierte Modelle, weiß die Berliner Stylistin Dagmar Dobrofsky. Wedges mit Plateausohlen und Keilabsätzen gibt es etwa bei Tamaris in Blau, Schuh-Designer Stuart Weitzman hat Lack-Wedges in Lila entworfen und bei New Yorker steht eine Variante in Khaki in den Regalen. «Auch Clogs versprühen mit ihren klobigen Holzabsätzen Hippie-Charme und lassen sich zum Maxi-Rock genauso gut kombinieren wie zu Hotpants», sagt Dobrofsky. Von Manja Greß, dpa

dpa-infocom