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Kosmetik

Der passende Rahmen fürs Gesicht: Die Augenbrauen

Berlin/Hamburg Wildwuchs wie über den Augen von Malerin Frida Kahlo ist out, auch der Bleistift-Strich von Schauspielerin Marlene Dietrich.

Aber dazwischen ist heute alles erlaubt - nur getrimmt, gebürstet und manchmal gefärbt muss es sein.

Visagisten dulden keine Ausreden mehr: Die Augenbrauen müssen gepflegt sein. Sie gelten in dieser Saison besonders als Augenmerk der Kosmetikbranche. Denn wer wohlgeformte Brauen hat, könne mitunter auf ein betontes Make-up verzichten, sagt der Berliner Star-Visagisten René Koch. Die richtige Passform der Brauen sei daher mit einem guten Haarschnitt vergleichbar.

Das Styling beginnt mit dem Blick in den Spiegel. «Im Grunde muss man sich erstmal nur die natürliche Form angucken und diese ein wenig in Form zupfen», sagt Koch. Form-Techniken können dabei helfen: Man legt etwa einen Stift senkrecht entlang des Nasenflügels bis zur Stirn und einen zweiten vom Nasenflügel über den rechten äußersten Punkt des Auges. Alles, was nicht im Bereich der zwei Stifte ist, gehört gezupft, so der Ratschlag. Es gibt auch Schablonen im Handel.

Wer sich damit schwer tut, muss den Profi ranlassen: «Am Besten geht man zu einer Kosmetikerin, die eine Grundform in die Augenbrauen bringt», rät Filiz Christoph-Atas, Inhaberin von Adam & Eve Beautylounge in Hamburg. Danach kann man selbst nachzupfen.

Beim Zupfen ist gutes Licht das A und O, damit man die feinen und störenden Härchen überhaupt entdeckt. Wer kein helles Badlicht hat, kann auch einen Spiegel ans Fenster stellen. «Inzwischen gibt es ja sogar Leuchtpinzetten mit kleinen LED-Lämpchen», sagt Koch.

Damit die Prozedur nicht schmerzt , sollte die Stellen vorher mit einem kalten Teelöffel gekühlt werden. «Dadurch stellen sich die Härchen auf, was das Zupfen leichter macht», erklärt Koch. Mit der Pinzette wird in Haarwuchsrichtung gezogen und auch immer die Haar am unterem Rand der Braue rausgeholt. Nie die Härchen von oberhalb wegzupfen, raten Experten. Denn sonst erscheine die Braue dünner.

Zupfen ist nicht die einzige Technik, um ungeliebte Härchen über den Augen loszuwerden. «Man kann die Brauen auch mit Warmwachs epilieren», sagt Monika Ferdinand vom Bundesverband Deutscher Kosmetiker/innen. Auch die Fadentechnik werde immer beliebter - wobei diese für den Hausgebrauch recht kompliziert ist, viele Kosmetiker beherrschen sie aber. «Das ist wohl die älteste Form, mit der Frauen in Asien schon vor Jahrhunderten ihre Augenbrauen modelliert haben», sagt Christoph-Atas. Mit verzwirbelten Baumwollfäden lassen sich die Härchen akkurat herausrissen.

Mit einer perfekten Form haben allerdings viele Frauen noch nicht die perfekte Augenbraue. Auch auf die Farbe kommt es an: «Gerade in unseren Breitengraden haben viele Frauen ja sehr helle Brauen und gerade nach außen hin kaum noch Härchen», sagt Koch. Friseure oder Kosmetiker färben die Brauen, man kann auch selbst zur speziellen Brauenfarbe greifen. «Wichtig, gerade bei helleren Typen, ist, dass die Farbe nicht zu dunkel ist», sagt Ferdinand. So sollte der Ton stets auf Teint und Haarfarbe abgestimmt sein.

Frauen, die nicht regelmäßig zum Nachfärben gehen wollen, helfen mit Augenbrauenstiften oder Puder nach, sagt Ferdinand. Mit Holz- oder Minenstiften lassen sich die Härchen natürlich einzeln zeichnen und schattieren. Spezielle Filzstifte halten sogar bis zu 24 Stunden. «Man muss aber auch geübt sein, um dezent damit umgehen zu können», warnt Koch. Puder wirke dagegen zurückhaltender und ließe sich auch leichter entfernen, man sich mal vermalt hat.

Wer nicht alle paar Wochen färben oder die Brauen jeden Tag anmalen will, kann auch Permanent-Make-up stechen lassen, also die Augenbrauen tätowieren. «Dann haben die Frauen bis zu fünf Jahren Ruhe, und sie müssen sich nicht jeden Tag von Neuem darum kümmern», sagt Koch.

Allerdings sollte Permanent-Make-up genauso wie jede andere Tätowierung gut überlegt sein. «So etwas sollte man auf keine Fall aus einer Laune heraus oder im Hau-Ruck-Verfahren machen», warnt Koch. Stattdessen rät er, nach einem Vorgespräch, bei dem die mögliche Form auch aufgemalt wird, eine Nacht darüber zu schlafen.

Beim Permanent-Make-up sollten nur Farben, die in Deutschland zertifiziert sind, verwendet werden, und die Brauenhärchen sollten am besten einzeln und mit feinen Schattierungen gezeichnet werden. «Es können sich etwa Hell- und Dunkelbraun abwechseln», sagt Koch zur Farbmischung der Brauen. Sonst entstehen oftmals unansehnliche dunkle Balken über den Augen.

Zudem empfehlen die Kosmetikerinnen, sich nicht für allzu extreme Formen zu entscheiden. «Man behält sie schließlich mehrere Jahre und so lange sollten sie einem auch gefallen», sagt Christoph-Atas. Ganz billig ist der Spaß zudem nicht: Die Tätowierungen können zwischen 250 und 800 Euro kosten. Dann muss man sich allerdings nicht regelmäßig vor den Spiegel stellen, zupfen, wachsen oder färben. Von Britta Schmeis, dpa

dpa-infocom