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Sauberer Sprit: Industrie werkelt an Wasserstoff-Autos

Frankfurt/Main Wasserstoff statt Benzin: An dieser Alternative basteln derzeit weltweit die Autohersteller.

Denn der Kraftstoff ist nicht nur sauber, er hat auch das Zeug, eines der wesentlichen Probleme der Elektroautos zu lösen: die geringe Reichweite.

Denn Lithium-Ionen-Batterien - Hauptenergielieferant für die E-Autos - machen bislang zu schnell schlapp. Eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle als Ergänzung wäre eine Alternative. Daimler setzt auf die Technologie und will bis 2015 mit anderen Unternehmen wie Shell oder Linde ein flächendeckendes Netz von Wasserstofftankstellen aufbauen.

Doch Forscher sehen auf diesem Weg in die Wasserstoff-Zukunft noch viele Steine. Probleme machten vor allem die Herstellung und die Speicherung des flüchtigen Gases, sagt Ulrich Höpfner vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg. Zunächst muss der Wasserstoff mit hohem Energieaufwand per Elektrolyse aus Wasser gewonnen, dann in einer Brennstoffzelle umgesetzt und schließlich nochmals in einer kleinen Batterie zwischengespeichert werden. Auf diesem Weg geht wesentlich mehr verloren als beim direkten Laden einer Batterie über die Steckdose. «Sie müssen etwa das Dreifache an Energie reinstecken», sagt Höpfner.

Kommt der Strom für die Herstellung aus einem konventionellen Kohlekraftwerk, kippt die Energiebilanz schnell. Dieses Problem sieht auch die Autoindustrie. «Wasserstoff hat aus heutiger Sicht das Potenzial, die aus fossilen Rohstoffen erzeugten Kraftstoffe wie Benzin und Diesel zu ersetzen», schreibt der Verband der Automobilindustrie (VDA) in einer auf der IAA veröffentlichten Broschüre. Sinn mache das ganze aber nur, wenn er mit regenerativen Energien erzeugt werde.

Ein weiteres Problem ist die Speicherung. «Wasserstoff ist extrem flüchtig. Er diffundiert aus allen Ritzen», sagt Höpfner. Entweder muss er unter hohem Druck oder in flüssiger Form gespeichert werden. Um Wasserstoff zu verflüssigen muss er auf rund minus 250 Grad Celsius abgekühlt werden. Das kostet Energie. Und für Drucklagerung braucht man große Tanks. Das kostet Platz.

«Die Speicherung ist knifflig» , sagt Maximilian Prager vom Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen an der TU München. Die Kühlung schlucke zu viel Energie, weil zu hohe Temperaturunterschiede ausgeglichen werden müssten. Die Lagerung unter Druck sei daher günstiger. Sicherheitsrisiken sieht Prager hingegen nicht. «Ich persönlich halte Wasserstoff für nicht gefährlicher als Benzin, denn er verflüchtigt sich sehr schnell.»

Doch die von Daimler favorisierte Brennstoffzelle, in der Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert, ist nicht der einzige Weg. Der bayerische Konkurrent BMW setzt auf die Verbrennung des Gases in einem herkömmlichen Hubkolbenmotor. «Von der Umsetzung her geht es schneller, einen Hubkolbenmotor zu verwenden», sagt Prager. Zwar sei der Wirkungsgrad einer Brennstoffzelle höher, sie sei jedoch empfindlicher. «Der konventionelle Motor hat auch den Vorteil, dass er mit leicht verunreinigtem Wasserstoff arbeiten kann.» Außerdem könne er Lastspitzen wie beim Beschleunigen auf der Autobahn besser stemmen. Von Michael Friedrich, dpa

dpa-infocom


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