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Tausche Navi gegen Wolke: Autos in der Cloud

Ingolstadt/Stuttgart Um «die Wolke» wird viel Wind gemacht.

Auch die Autobranche will Funktionen von und Dienste für Kraftfahrzeuge ins Internet auslagern - von der Bord-Unterhaltung über die Navigation bis hin zum Lademanagement für E-Autos.

Die Cloud ist eines der Hype-Wörter der jüngsten Zeit. Im strengen Sinne steht Cloud Computing für Server, die übers Internet Rechenaufträge oder Daten zum Speichern bekommen. Der Vorteil: Am lokalen Rechner braucht man weniger Rechen- oder Speicherkapazitäten. Zudem lässt sich die Zahl der benötigten Server je nach Bedarf dynamisch anpassen - eben wie eine Wolke, die ständig ihre Form ändert. Von den Möglichkeiten, die Cloud-Dienste bieten, könnten bald auch Autofahrer profitieren - zum Beispiel durch sinkende Fahrzeugpreise, mehr Komfort oder Sicherheit.

«Mit der fortschreitenden Vernetzung und immer schnelleren Datenverbindungen macht es für den Anwender keinen Unterschied mehr, wo Informationen gespeichert und Rechenoperationen ausgeführt werden», erläutert BMW-Technologieexpertin Katharina Singer: «Wichtig ist nur, dass man jederzeit und überall darauf Zugriff hat.»

Der Cloud-Trend wird auch das Auto erfassen - davon ist die Branche überzeugt. «Das Automobil der Zukunft wird vernetzt sein - mit dem Umfeld, mit der Verkehrsinfrastruktur, mit der Welt des Internet», sagt Audi-Chef Rupert Stadler.

Das Auto wird nicht nur einfach online sein, glaubt BMW-Sprecherin Singer. «Sondern die Technologie im Fahrzeug und im World Wide Web, unter der Haube und auf den Servern wächst zusehends zusammen.» Es geht vor allem um die intelligente Auslagerung sowie den Austausch von Daten, Informationen und Funktionen, die das Autofahren unterhaltsamer, sparsamer oder sicherer machen sollen. Das beginne beim sogenannten Infotainment: Wer Radio übers Internet hört, kann auch an der Nordseeküste den Bayerischen Rundfunk empfangen. Und wer seine Musik oder Filme auf einem Server speichert, kann sie bei schneller Datenverbindung überall hören oder schauen - auch im Auto.

Selbst soziale Netzwerke wollen die Hersteller integrieren: «Mit der nächsten Generation der A- und B-Klasse wird das Auto Teil von Facebook und Twitter», verspricht Entwickler Johann Jungwirth aus dem IT-Entwicklungszentrum von Mercedes im kalifornischen Palo Alto.

«Auch die Navigation profitiert von der Cloud», erläutert Audi-Sprecher Oliver Strohbach mit Blick auf Fahrzeuge wie den A8 oder den A6. Dort ist die Routenführung erstmals mit einer Google-Suche verknüpft, so dass man stets auf die aktuellsten Sonderziele zurückgreifen und diese direkt anfahren kann, erläutert der Pressesprecher. Im Laufe dieses Jahres sollen die meisten Audi-Modelle mit diesem Dienst zu haben sein. Neu ist auch ein Online-Dienst mit Verkehrsfluss-Informationen: «Sie werden ab diesem Sommer online und in Echtzeit abgerufen und nicht mehr über die Radiofrequenzen empfangen.» Das mache die Routenführung noch zuverlässiger und die Fahrzeitprognosen präziser.

Weitere Verbesserungen für die Zielführung verspricht das Cloud-Computing laut BMW-Sprecherin Singer mit Online-Kartendaten: Sie seien immer auf dem neuesten Stand und könnten auch mit lokalen Information über Veranstaltungen und Verkehrsbehinderungen sowie mit Empfehlungen vom Kinoprogramm bis zu Restaurants angereichert werden.

Glaubt man den Experten, könnte die Cloud einige Systeme weitgehend überflüssig und Autos billiger machen. Wenn Musik und Routenführung aus der virtuellen Wolke kommen: Warum sollte man dann noch einen Radiotuner, ein CD-Laufwerk oder ein Navigationsgerät einbauen? Außerdem könnten die Autohersteller ihre Entwicklungszeiten verkürzen. Autofahrer hätten viele Möglichkeiten ihr Fahrzeug sogar noch nach dem Kauf zu personalisieren. Zulieferer Continental entwickelt dafür gerade Plattformen und Anwendungen, die ähnlich funktionieren sollen wie Apps für Smartphones.

Dem Verkehrsfluss und der Sicherheit dient es, wenn Autos über Cloud-Server untereinander und mit der Infrastruktur Daten und Informationen austauschen. So könnten sie sich gegenseitig vor drohenden Kollisionen oder Gefahrenstellen warnen, erläutert Opel-Sprecher Patrick Munsch. So vernetzte Autos könnten sogar Ampelschaltungen beeinflussen und durch die Vekehrsinformationen, die sie weitergeben helfen, dass Staus gar nicht erst entstehen.

Besonders wichtig könnte Cloud Computing für Elektrofahrzeuge werden. «Damit können wir das Laden der Akkus intelligent steuern», sagt Malo le Masson aus dem Produktmanagement des Nissan Leaf. «Wir kennen jede neue Ladestation, bevor sie von den Navigationssystemen erfasst ist, wir wissen, ob sie gerade besetzt ist und wann sie wieder frei wird.» Außerdem kann man steuern, wann und welcher Strom geladen wird. «Schließlich macht es schon heute einen Unterschied, ob man Tag- oder Nachtstrom zapft», erläutert Opel-Entwickler Alexander von Kropff, der mit einem elektrischen Meriva experimentiert: «Und künftig könnten zum Beispiel die Preise für Ökostrom sogar je nach Windstärke oder Sonnenscheindauer variieren.» Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom


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