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Alte Ideen neu verwertet: Trends aus Mailand

Mailand Die Mailänder Möbelmesse gilt als Trendmesse für die internationale Einrichtungsbranche.

Dort wurde ein spannender Gegensatz gezeigt: zum einen alte, bewährte Designs, zum anderen fröhliche und auffallend ironische Ideen.

Das, was einige im Vorfeld des Mailänder Möbelsalons 2011 befürchtet hatten, ist eingetreten: Das Alte und bereits Bekannte ist auch im kommenden Jahr die bestimmende Inspirationsquelle der internationalen Möbelbranche. Auf der als Trendmesse geltenden «Salone Internazionale del Mobile» (12. bis 17. April) war der Begriff «Recycling» in aller Munde.

Zwar stürzt sich die zuletzt in vielerlei Hinsicht in Not geratene Möbelbranche bereits seit einigen Jahren auf die Wiederverwertung von einerseits Designs vergangener Stilepochen und andererseits Materialien. Nun erreicht dies aber einen vorläufigen, überstrapazierten Höhepunkt.

Zu sehen waren Möbel aus allen erdenklichen wiederverwertbaren Materialresten wie Papierschnipseln, PET-Flaschen und Holzspänen. Je nach Material ist jedoch der Gedanke der Wiederverwertung nur eingeschränkt bis zum Ende gedacht worden: Zahlreiche kunststoffverarbeitende Hersteller weisen zwar gerne auf die spätere Wiederverwertbarkeit ihrer Stücke hin, nur die wenigsten verwenden zur Herstellung aber bereits recyceltes Plastik.

Allerdings ist Plastik so langlebig und so beliebig formbar wie kaum ein anderes Material - und unter diesem Aspekt betrachtet nachhaltig, sagen Möbelexperten. In Mailand erleben auch daher Plastikmöbel ein großes Comeback. Daneben flammt die Liebe der Designer zu Aluminium neu auf, das ebenfalls als Recyclingwunder gelobt wird. Weiterhin nimmt auch Holz im Wohnraum viel Platz ein. Das Material darf seine natürlichen Macken behalten - Äste, Wurmlöcher und eine nicht perfekte Maserung sind gewünscht.

Riva zeigt etwa einen Stuhl aus einem in Stufen gelegten Holzstamm, und Swedese ein Regal mit starker Maserung. Gerne wird nun wieder Buche, Ahorn und Birke aus nachhaltiger und vor allem europäischer Forstwirtschaft verwendet.

Der Begriff «Recycling» stand in Mailand aber auch noch in einem anderen Zusammenhang im Fokus: Es wird intensiver denn je in den alten Kisten nach Brauchbarem gekramt, das man noch einmal neu zum Leben erwecken kann. Diesmal wurden Designs der 1910er und 1920er Jahre wiederentdeckt, ebenso Vorbilder aus den 1950er und 1960er Jahren. Das ist etwa ein Frisiertisch mit Spiegelwänden zum Aufklappen von BD Barcelona und ein Stuhl von Moroso der als direkter Nachfahre der legendären Sitzmaschine von Josef Hoffmann von 1905 durchgeht.

Unabhängig von Stilepochen suchen andere Designer nach jedem nur brauchbaren Material: Die Kreativen von Campeggi zweckentfremden ein Tischtennisnetz, um die Sitzfläche einer Bank zur Hängematte zu machen, und Dejana Kabiljo eine blonde Langhaarperücke als Polster für einen Hocker. Designer, die ihr Metier ein wenig mit einem Augenzwinkern betrachten, greifen auch gerne zum bewährten Mittel der Persiflage: Edra stülpt einem Sessel einen viel zu großen, faltigen Lederbezug über, und Meritalia zeigt ein Sofa mit langen, bunten Kaspermützen als Lehne.

Während solche Eskapaden auffällig im Raum stehen - und daneben auch die Sofalandschaften wieder breiter und üppiger werden -, ziehen sich andere Möbel komplett zurück. Es wurden viele platzsparende Designs kreiert, die in einer Ecke verschwinden können. Dazu passt die neue Trendfarbe Grau, die im Raum nicht direkt in das Auge springt. Mancher Designer behauptete in Mailand: Seine Möbel sollten im Raum besser nicht wahrgenommen werden.

Webportal der Mailänder Möbelmesse (eng.) Von Barbara Jahn-Rösel, dpa

dpa-infocom


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