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Von Pixel bis Super-Zoom: Tipps für den Kamerakauf

Hamburg Der eine will auf der Party ein paar Schnappschüsse machen, der andere im Urlaub tolle Landschaftsbilder: Jeder Hobby-Fotograf hat eigene Bedürfnisse.

Davon hängt ab, welches Gerät es sein soll. Worauf es beim Kauf ankommt, zeigt ein Überblick.

Vor dem Kauf sollte man sich überlegen, für welche Zwecke das Gerät zum Einsatz kommen soll. Schnappschüsse lassen sich gut mit Kompaktkameras im Hosentaschenformat machen. «Gute Kompaktkameras gibt es bereits ab 150 Euro», sagt Rainer Baron von der Zeitschrift «Computer-Bild» in Hamburg. Der Preis-Leistungs-Sieger des jüngsten «Computer-Bild»-Tests, die Nikon Coolpix S5100, wird im Internet sogar schon für rund 130 Euro angeboten. «Teure Geräte sind nicht unbedingt wesentlich besser.» Baron rät aber zu Kameras von Markenherstellern.

Beim Kauf einer Kompaktkamera sollte man sich keinesfalls vom «Pixelwahn» anstecken lassen. «Manche Pixelboliden protzen mit 14 Megapixeln und liefern trotzdem keine gute Bildqualität», sagt Peter Knaak, Technik-Redakteur bei der Stiftung Warentest in Berlin. Eine Auflösung von 10 Megapixeln sei für eine kleine Kompakte mehr als ausreichend. «Damit können zwar keine Fotos in Postergröße gemacht werden, doch wer das will, der sollte sowieso besser zur System- oder Spiegelreflexkamera greifen», rät Knaak. Diese hätten einen größeren Chip und sorgten so für eine bessere Bildqualität.

Je höher die Ansprüche , desto größer die Kamera. Kompakte Geräte mit einem großen Zoom brauchen auch ein größeres Gehäuse und passen somit nicht mehr in jede Hemd- oder Hosentasche. Für Schnappschuss-Fotografen reicht ein 3- bis 5-facher optischer Zoom aus. Wichtig: «Der optische Zoom zählt», sagt Baron. Der digitale Zoom sei nur eine Ausschnittvergrößerung, die man per Nachbearbeitung am Computer viel präziser hinbekommt.

Viele Hosentaschen-Kameras protzen mit weiteren Extras. «Manche Geräte verfügen über bis zu 40 Motivprogramme für fast jede Aufnahmesituation, von der Schneelandschaft bis zum Hunde-Porträt», sagt Baron. Einige Modelle bieten auch eine intelligente Programmautomatik: Die Kamera erkennt die Aufnahmesituation. «Das funktioniert sogar sehr gut», findet Baron. Manche Funktionen, wie die Bildstabilisierung und die Gesichtserkennung, sind Standard geworden. Andere, wie ein Touchscreen oder ein eingebauter Mini-Projektor, kosten extra und sind Geschmackssache.

Wer als Fotograf Wert auf einen großen Zoombereich legt, sollte sich bei den Bridge- oder Super-Zoom-Kameras umschauen. Sie verbinden die Technik der Kompaktklasse mit Vorzügen von Spiegelreflexkameras - etwa der Möglichkeit, manuelle Einstellungen vorzunehmen.

Im Gegensatz zu den meisten Kompaktgeräten verfügen Bridge-Kameras zudem über einen Sucher und oft über ein schwenkbares Display. «Die Bridge-Kamera ist eine Reisekamera und wird auch oft als Zweitkamera genutzt», sagt Wadim Herdt von der Zeitschrift «Colorfoto» mit Sitz im bayrischen Poing. «Sie decken einen enormen Zoombereich ab, von Makro über Weitwinkel bis zum Tele», sagt er. Bei der Bildqualität kommen sie an System- oder Spiegelreflexkameras jedoch nicht heran.

In Sachen Bildqualität sind die Spiegelreflex-Geräte weiter vorne. Die neue Generation der Systemkameras kommt aber an die Qualität der Einsteiger-Modelle heran. Beide Systeme haben einen größeren Chip integriert, der mehr Gestaltungsfreiraum zulässt.

Die Nachteile der Spiegelreflex - nämlich Größe und Gewicht - macht die Systemkamera mit kleinerem, leichteren Gehäuse und Objektiven wett. «Die Systemkamera ist ein guter Kompromiss. Sie ist klein, schick, hat trotzdem Wechselobjektive und macht tolle Bilder», sagt Baron. Allerdings ist sie nicht unbedingt günstiger als die große Schwester Spiegelreflex. Aber Achtung: Zu dem Kaufpreis für das Gehäuse kommen noch die verschiedenen Wechselobjektive hinzu.

Wie gut die Bildqualität ist , können Hobby-Fotografen nur schwer beurteilen. Rat bieten die Tests der einschlägigen Fachzeitschriften. Achten sollte man bei allen Kameras auf Verarbeitung und Bedienung. «Die Bedienung und Menüführung ist teilweise sehr unterschiedlich», sagt Herdt. Wer auf einen anderen Hersteller umsteigt, hat manchmal Umgewöhnungsprobleme. Das Menü kann in den meisten Elektronikmärkten getestet werden. Digitalkameras zum Schnäppchenpreis Da bei den Digitalkameras ein harter Wettbewerb herrscht und ständig neue Geräte auf den Markt kommen, gibt es relativ neue Modelle oft schon nach ein paar Monaten für deutlich weniger Geld. Innerhalb eines halben Jahres kann der Preis durchaus um die Hälfte sinken. Auch mit früheren Testsiegern, die heute Auslaufmodelle sind, lässt sich ein Schnäppchen machen. Bei den Spiegelreflexkameras lohnt sich oft ein Paket aus Kamera und Wechselobjektiv. Von Nadine Hantke, dpa

dpa-infocom


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