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Wo Pflanzen Wurzeln schlagen: Nachhilfe für Böden

Steinfurt Jede Pflanze braucht Erde zum Wachsen. Ihr Boden kann fein wie Staub oder aus dicken Fasern sein.

Eins haben die Böden aber gemein: Sie müssen die Pflanze ausreichend versorgen. Nicht immer gelingt das ohne Nachhilfe.

Der Boden ist ein lebendiges Gefüge aus anorganischen und organischen Materialien, Pflanzenwurzeln, Kleinlebewesen und Mikroorganismen. Je harmonischer dieses Ökosystem funktioniert, desto besser sind die Voraussetzungen für ein gutes Wachstum der Pflanzen. Aber: «Jede Pflanze hat andere Ansprüche an die Zusammensetzung des Bodens. Alpine Gewächse wachsen in einem anderen Boden als Rhododendron», sagt Klaus Krohme, Gärtnermeister im Kreislehrgarten Steinfurt. Daher muss auf die Zusammensetzung und Konstitution des Bodens in Topf und Garten geachtet werden.

Heißt das, für jede Pflanzen muss ein eigener Boden her? Im Garten ist dies grundsätzlich nicht der Fall, sagt Krohme. Denn hier seien rund 90 Prozent der Fläche mit Ziergehölzen bepflanzt, die normale Ansprüche haben. Aber sie benötigen hier und da eine kleine Nährstoffdosis. Der Fachmann empfiehlt grundsätzlich einen hohen Humusgehalt im Garten. Mit Hilfe von kompostierten Gartenabfällen könne man ausreichend organisches Material zuführen, das Bodenleben anregen und die lockere Bodenstruktur sowie eine gute Erwärmung des Bodens fördern.

«Der Humusgehalt eines Bodens ist kein starrer Wert, denn das organische Material wird abgebaut», erläutert Krohme. Er empfiehlt daher, jedes Jahr 20 bis 30 Liter Kompost auf den Quadratmeter auszubringen. Diese Menge entspricht einer Schichtstärke von zwei bis drei Zentimetern pro Quadratmeter.

In Kübeln und Töpfen ist die Anforderung an den Boden größer. «Da das Volumen stark eingeschränkt ist, muss eine gute Blumenerde den Pflanzenwurzeln möglichst lange optimale Bedingungen bieten», sagt Hagen Knafla, Sachverständiger der Landwirtschaftskammer NRW für das Sachgebiet Qualität von Erden und Substraten. Boden mit einer stabilen Struktur, vielen Luftporen und einer guten Speicherfähigkeit für Wasser fördere das Pflanzenwachstum. «Das Nährstoffniveau sollte ausgeglichen und an die jeweilige Pflanze angepasst sein», erläutert der Gartenbauingenieur. Die Erde muss frei von Unkraut, Pflanzen schädigenden Substanzen und Schädlingen sein.

Zu den wichtigen Inhaltsstoffen dieser Blumenerde zählt Hochmoortorf. Ein hochwertiges Substrat enthält den Angaben zufolge auch Dünger, Kalk und meistens Tonminerale. «Diese Inhaltsstoffe sorgen für ein optimales Milieu oder haben puffernde Eigenschaften für Wasser sowie Nährstoffe.»

Auch der normale Gartenboden müsse gelegentlich zusätzlich umsorgt werden, gerade wenn Pflanzen zweimal im Jahr Kraft für Blüten brauchen, sagt Krohme. Dies treffe etwa beim Rittersporn (Delphinium-Hybriden) sowie bei dauerblühenden oder zweimal blühenden Rosen zu. Auch spontan könnten Pflanzen Nährstoffmangel bekommen, etwa wenn - wie Krohma prognostiziert - in diesem Jahr eine reiche Kernobsternte anstehe. Dann müssten gerade Apfel- und Birnbäume im Juni mit schnell verfügbarem Mineraldünger nachversorgt werden.

Zu der regelmäßigen Pflege des Gartenbodens gehört das Kalken des Bodens. Alle zwei bis drei Jahre müsse dieser ausgebracht werden. Den Boden im Bereich von Baumscheiben und unter Sträuchern abzudecken, schützt das Bodengefüge vor dem Austrocknen. Krohme empfiehlt organisches Material, wie Holzsubstrate, Kiefernrinde oder Piniendekorborke. «Sind die Gehölze mit Stauden unterpflanzt, verwendet man groben Kompost für die Zwischenräume», sagt der Fachmann. Weiterhin erleichtert die Mulchschicht die Pflege, weil sich Unkräuter nicht so leicht ausbreiten können. Mulch und Schnecken Wer mit organischen Materialien wie Kompost mulcht, schafft einen idealen Lebensraum für Schnecken. Klaus Krohme, Gärtnermeister im Kreislehrgarten Steinfurt, erläutert die Problematik: «Die nachtaktiven Pflanzenschädlinge ziehen sich in das feuchte, lockere Humusmaterial tagsüber zurück. Die Hohlräume im Mulch sind ideal für die Eiablage.» Bei starkem Schneckenbefall sollte man daher zu mineralischen Mulchmaterialien greifen. «Splitt beispielsweise ist scharfkantig. Auf so einem Untergrund können sich Schnecken schlecht fortbewegen», sagt der Fachmann. Darüber hinaus erwärmen sich die Steine und trocknen ab, was die Lebensbedingungen erschwere. Von Dorothée Waechter, dpa

dpa-infocom


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