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Staudenteilung: Verjüngung und Vermehrung in einem

Marktheidenfeld Ein Beet, in dem immer etwas blüht: Davon träumt wohl jeder Hobbygärtner.

Eine Pflanzengruppe, die diesen Traum erfüllen kann, sind Blütenstauden, jene mehrjährigen, krautigen Gewächse, die unter der Erde überwintern.

Sitzt eine Staude am richtigen Platz , so bereitet sie dort viele Jahre Freude - vorausgesetzt, sie wird richtig gepflegt. Dazu gehört auch die Staudenteilung. Sie dient vor allem dazu, die Pflanze zu verjüngen und damit zu verschönern. Gleichzeitig wird die Staude bei der Teilung vegetativ vermehrt: Die Jungpflanzen haben dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze.

Im Laufe der Jahre lässt bei fast allen Stauden die Blühfreudigkeit nach. «Das ist besonders bei Astern, Chinaschilf oder Narzissen gut zu beobachten: Sie verkahlen in der der Mitte. Der Fachmann spricht von 'vergreisen'», erklärt Elisabeth Fleuchaus, Gartenbautechnikerin aus dem bayerischen Marktheidenfeld. Durch die Teilung und meist gleichzeitige Verpflanzung bekommen die Pflanzenteile die Chance, ihre Lebenskraft zu regenerieren, sich zu erneuern und ihre Pracht neu zu entfalten.

Für die Teilung gibt es zwei günstige Zeitpunkte: Nach der Blüte im Herbst oder vor dem Austrieb im Frühjahr, wenn die Knospen sichtbar sind und sich noch keine Blättchen gebildet haben, erläutert Fleuchaus. Für späte Herbstblüher wie die Fette Henne muss in jedem Fall das Frühjahr abgewartet werden. Nur sehr robuste Pflanzen wie Frauenmantel oder Storchenschnabel dürfen notfalls auch an bedeckten, feuchten Sommertagen geteilt werden.

Zunächst wird die Staude mit dem gesamten Wurzelballen ausgegraben. «Das geht mit einer Grabegabel oder mit dem Spaten am besten», sagt Jürgen Sheldon, Fachberater im Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Dann wird die Erde von den Wurzeln abgeschüttelt. «Das ist eine gute Gelegenheit, abgestorbene oder faulige Pflanzenteile und Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch mit zu entfernen», rät John Langley, Floristmeister aus Hamburg.

Das Werkzeug für die Teilung in zwei , vier oder gar acht Wurzelstöcke richtet sich nach deren Beschaffenheit. Fleischige Fasern wie die von Sonnenbraut, Astern oder Dreimaster lassen sich am besten vorsichtig mit den Händen auseinander ziehen. «Die Wurzeln von Staudensonnenblumen hingegen werden besser mit dem Messer durchtrennt», sagt Langley. Besonders gut macht sich ein Brotmesser mit einer Sägefunktion. Der Wurzelstock von Chinaschilf, Funkien oder Frauenmantel wird am besten mit einem Spatenhieb durchstoßen.

«Die nun freiliegenden Wurzeln dürfen auf keinen Fall austrocknen», warnt Fleuchaus. «Am besten werden sie gleich auf Handlänge gekürzt.» Die verkleinerten Stauden kommen dann schnellstmöglich an ihren neuen Standort. Dieser will wohl überlegt sein. Zum einen muss er die Standortbedingungen der Pflanze erfüllen. Auch muss deren Wuchshöhe ins Gesamtkonzept passen.

Dann wird der Boden unter die Lupe genommen. «Die wichtigste Voraussetzung ist, dass die Erde locker genug ist, damit die Wurzeln ausreichend belüftet werden können und keine Staunässe entsteht», sagt Fachberater Sheldon. Bei schweren Böden ist dafür unter Umständen eine Gabe an mineralischem Material wie feinem Splitt nötig. Dünger darf jedoch auf keinen Fall eingearbeitet werden.

«Erst, wenn die Pflanze und das Pflanzloch ausreichend gewässert sind, darf die Staude eingepflanzt werden», erklärt Floristmeister Langley. Dann wird sie gründlich mit etwa einer halben Gießkanne Wasser eingeschlämmt, so dass die Erde ganz dicht an die Wurzeln gespült wird. So können sich schnell neue feine Wurzeln bilden.

Eine solche Verjüngungskur ist natürlich nicht jedes Jahr notwendig. Die Teilungsintervalle richten sich nach dem Wuchsverhalten und der Lebensdauer der Stauden. «Mädchenauge oder Kokardenblume beispielsweise gelten als kurzlebig und sollten alle vier bis sechs Jahre geteilt werden», sagt Gartenbautechnikerin Fleuchaus. «Bei Rittersporn, Phlox, Sonnenhut oder Sonnenbraut ist das nur alle acht bis zehn Jahre notwendig.» Tränendes Herz und Pfingstrose schließlich sind sehr langlebig. Sie zu teilen ist ein Fehler, der sofort mit ausbleibenden Blüten bestraft wird. Wohin mit überschüssigen Stauden? Nicht immer findet sich im eigenen Garten das richtige Plätzchen für alle neuen Pflanzenteile. «Dann sind Nachbarn oder Freunde dankbare Abnehmer», hat Jürgen Sheldon beobachtet, der Fachberater im Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin ist. «Auch Tauschbörsen oder Pflanzenbasare zum Beispiel bei Stadt- oder Schulfesten werden immer beliebter.» Dort erworbene Stauden erhöhen zwar die Vielfalt in den Beeten, sollten jedoch immer auf Schädlinge und Wurzelunkräuter kontrolliert werden. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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